Jubiläumsfest

Endlich ist Samstag und das Fest gekommen, auf das sich Lamberta und Lambert schon gefreut haben. In Lamahausen ist schönes sommerliches Feierwetter und nach den Vorbereitungen mit vielen fleißigen Helfern sind das Begegnungshof-Team und die Tiere fertig für die Gäste. Auch Lambert und Lamberta begrüßen alte und neue Bekannte – es haben sich ein paar Gesichter eingefunden, die sie von ihrer Reise kennen.

Nach einem besinnlichen Einstimmung und einem Rückblick auf den Grund für das Fest – den Verein Lamas helfen Menschen e.V., der wie das Netzwerk Begegnungshöfe seit zehn Jahren besteht – gibt es leckeren Kuchen für alle. Außerdem machen Trancas Trabanten Musik auf dem Hof; auch die beiden Schäfchen dürfen einmal mitspielen.

Dann läuft Lambert bei einer der Schnupperwanderungen mit den Lamas und Alpakas mit. Lamberta bleibt lieber auf dem Hof, um die restlichen Tiere zu besuchen und Zeit mit ihrer Herde zu verbringen. Auch hier sind noch viele Menschen, die sich über den Begegnungshof informieren, leckere vegetarische Snacks naschen oder einfach nur die Tiere beobachten. Erst am Abend löst sich die Gesellschaft langsam auf, und Lambert und Lamberta freuen sich darauf, morgen gemütlich auszuschlafen.

Huhn im Haus

Nachdem sie über den Paddock gegangen sind, kommen sie zu einem Tiergehege, in dem eine Herde Ziegen lebt. Der Ziegenbock Harry steht am Zaun und meckert. „Immer diese Schafe, seid ihr schon wieder ausgebüchst? Husch husch, zu eurer Herde! Ungehörig, einfach so hier an meinem Gehege rumzulaufen.“

Harri

Schnell gehen Lamberta und Lambert weiter, bis sie auf eine sehr alte Ziege treffen, die  außerhalb des Geheges steht. Sie frisst eine wohlriechende… „Pampe?“, fragen sich die zwei Schafe verdutzt, als sie in die Schüssel schauen. „Moin“, sagt die Ziege, „ich bin Rosita.“ „Guten Tag“, erwidert Lamberta, „sag mal, was frisst du denn da?“ „Das sind Heucobs. Ich habe nämlich fast gar keine Zähne mehr, aber die Menschen sind so freundlich und bringen mir immer eine Extramahlzeit. Dafür habe ich ihnen, als mir mal ein Zahn ausgefallen ist, diesen geschenkt. Die Menschen machen immer Führungen über unser Gelände und die Kinder sind ganz begeistert von meinem Zahn“, sagt sie stolz.

Lambert und Lamberta gehen weiter. „Ob es hier auch Schafe gibt?“, fragt sich Lamberta. „BESUCHER!!!“, ruft es plötzlich aus einem Gebüsch und Lambert und Lamberta sind von mindestens zehn Hühnern umzingelt. „Haben sie Kekse???“, ruft eine Henne. „Oder Brötchen??“, eine Andere. „Nein, diese beiden haben nichts dabei“, grölt eine weitere Henne und genau so schnell wie sie da waren, gehen die Hühner auch wieder ihrer Wege. Die meisten legen sich wieder in ein Gebüsch, andere machen ein Sandbad in einem der Sandlöcher und bleiben danach mit ausgebreiteten Flügeln liegen.

Hühner

„Entschuldigung“, sagt Lamberta verlegen zu einem vorbeigehenden Huhn. „Leben auf diesem Hof auch Schafe?“ „Schafe? Natürlich! Kommt mit, ich bringe euch hin. Ihr müsst wissen, wir Hühner kennen jedes Tier hier auf dem Hof, denn wir laufen über das ganze Farmgelände und dürfen überall hin.“ „Überall? Auch in die Häuser?“, fragt Lambert. „Ja natürlich“, sagt die kleine weiße Henne. „Meine Freundinnen trauen sich zwar nicht. Aber ich, ich mache fast täglich einen Kontrollgang durch das Kindercafe. Manchmal liegen dort nämlich Tüten mit Brot, die uns liebe Besucher bringen.“ „Und die Menschen erlauben das?“ „Ach, die Menschen“, schmunzelt die kleine Henne, „die finden meist nur einen Klecks von mir. Weil sie immer so schrecklich viel zu tun haben, merken sie gar nicht, wenn ich die Futterspenden kontrolliere.“

Melita

„Da sind sie!“, ruft Lamberta freudig und läuft los. Auf einer hügeligen Weide hat sie sieben Schafe entdeckt. „Das sind Leo und Leonie, Daniel, Polly, Vita, Betty und Tiffi“, stellt die Henne die Schafe vor. „Und ich heiße übrigens Melita.“ Lambert und Lamberta bedanken sich herzlich und wenden sich der Herde zu. Neugierig werden sie betrachtet und ausgefragt. Denn es kommt schließlich nicht ständig ein Schaf auf Wanderschaft vorbei. So erzählen die Reisenden ihren Artgenossen von den verschiedenen Höfen und was sie dort schon alles erlebt haben.

Und auch die Schafe der Stadtteilfarm erzählen von ihrer Arbeit mit den Kindern, die sie oft besuchen, von wunderbaren Bürstenmassagen und Ausflügen zur Apfelwiese. Sie sind glücklich mit dem Leben, das sie hier führen.

Als Lamberta so inmitten der Schafherde steht, bekommt sie doch ein bisschen Heimweh nach ihrer Herde in Lamahausen. Sie und Lambert waren ja auch eine ganze Weile unterwegs – als sie sich kennengelernt haben, hat es noch geschneit und jetzt ist der Sommer schon auf seinem Höhepunkt angelangt. Also schlägt Lamberta ihrem Freund vor: „Wir waren ja jetzt auf allen Begegnungshöfen, die es bisher gibt im Bündnis Mensch & Tier. Was hältst du davon, wenn wir jetzt so langsam wieder aufbrechen und zurück zu meiner Herde wandern? Ich bin ganz neugierig, was dort alles passiert ist, seit wir in die weite Welt gezogen sind, und ich vermisse meine Freunde dort auch ein bisschen. Außerdem habe ich gehört, dass es in Lamahausen bald ein großes Fest gibt, wollen wir dort nicht auch mitfeiern?“ Lambert ist einverstanden und so machen sich die beiden kleinen Schafe aus dem Norden wieder auf den Weg in die Rhön – nicht, ohne sich von allen Menschen und Tieren auf der Stadtteilfarm herzlich zu verabschieden.

Blumen aus dem Wintermantel

Ein weiterer Morgen auf dem Häuslemaierhof beginnt mit strahlend blauem Himmel – es sieht einmal mehr nach einem heißen Sommertag aus. Das ist nicht nur schön: Lambert und Lamberta haben bemerkt, dass die Wiesen sehr trocken sind, es hat schon einige Wochen nicht mehr geregnet. Die Bäume hängen voll mit Äpfeln, Zwetschgen und Mirabellen und dürsten nach Wasser, um zur vollen Reife zu kommen. Auch den Ponys macht die Hitze zu schaffen: Sie stehen versammelt unter einem Apfelbaum, der ihnen Schatten spendet, und wedeln sich gegenseitig mit dem Schweif die Fliegen und Bremsen weg.

Am Nachmittag kommt, wie alle zwei Wochen, die Mädchengruppe zu Besuch. Lambert und Lamberta sind neugierig: Was machen die Mädchen denn, wenn sie auf dem Hof sind? Die Kinder erzählen ihnen von ihren Unternehmungen: Sie dürfen mithelfen, die Tiere zu versorgen und zu pflegen, manchmal machen sie auch Spaziergänge mit Ziegen und Ponys oder beobachten Libellen und Kröten am Teich. Weil es heute aber zu heiß ist, um in der Sonne zu sein, schlägt Emily ihnen vor, im Schatten mit der Wolle weiter zu arbeiten, die sie beim letzten Besuch gewaschen haben. Darauf haben die Mädchen große Lust, am liebsten mögen sie etwas daraus filzen. Also holen sie die Wolle hervor, und prompt kommt Hammel Lambert herbei getrottet, als wolle er schauen, was da mit seinem „Wintermantel“ geschieht.

Zuerst bürsten sie die Wolle mit der Kardiermaschine, dann stellen sie Wasser und Seife bereit, und los geht’s: Jetzt werden Kugeln gerollt und geknetet, bis letztendlich eine kleine Blüte daraus entsteht, so dass jedes Mädchen ihr eigenes kleines Kunstwerk mit nach Hause nehmen kann.

Da heute das letzte Gruppentreffen vor den Sommerferien ist, darf sich jedes Mädchen selbst aussuchen, was es auf dem Hof noch tun will. Die einen möchten zu den Kaninchen ins Gehege und pflücken dafür noch Grünzeug zum Füttern. Andere mögen beim Füttern der Schweine und Esel mitmachen, ein Mädchen will gerne im Nest der Hühner nach Eiern schauen und zwei Mädchen helfen mit, die Ziegen in den Stall zu bringen. Schnell vergeht der Nachmittag, es ist 18 Uhr und die Eltern stehen schon im Hof zum Abholen. Auch die Eltern haben ihre Freude an den Tieren: Ein Vater sitzt in der Hocke und krault den Kater, eine Mutter bewundert Hammel Lambert, der mitten unter den Kindern steht und sich unendlich bekuscheln lässt, ein anderer Elternteil stellt Fragen über Lambert und Lamberta, da die Tochter bereits von ihnen erzählt hat. Auch an diesem Abend gehen Kinder wieder erfüllt vom Hof.

Nun genießen Lambert und Lamberta ihren letzten wunderschönen Sonnenuntergang hier oben auf dem Berg, bevor sie sich zu den Schafen schlafen legen. Morgen wollen sie ausgeruht sein: Ihre Reise geht weiter und führt sie zum nächsten Hof nach Bremen. Emily und Martin verabschieden sich schon einmal von den beiden und wünschen ihnen eine gute Reise und weiterhin viele interessante Erlebnisse mit Mensch und Tier.

Lambert trifft Lambert

Heute sind Lambert und Lamberta durch lautes Blöken geweckt worden. Auf der Suche nach dem Ursprung des Geräuschs haben sie noch einen Lambert kennengelernt: Der Hammel ist schon vierzehn Jahre alt und hat nur noch einen Zahn. Dafür kann er noch ausgezeichnet hören, und sobald am Wohnhaus der Menschen eine Tür aufgeht, läuft er dorthin und blökt. Er bekommt auch gleich von Bauer Martin eine Schüssel mit Brei gereicht, die er ruckzuck leer schlabbert. Dann trottet er gesättigt wieder zu den anderen Schafen zurück. Nun werden die Esel und Ziegen aus dem Stall auf die Weiden geführt, die Schweine, Meerschweinchen, Kaninchen und Hühner bekommen ihr Futter, und Lambert und Lamberta schauen mit Bauer Martin zusammen nach den Ponys und Rindern. Dann endlich gibt es auch Frühstück für die Menschen selber.

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Am Vormittag steht kein Programm auf dem Hof an. Die Tiere grasen und dösen entspannt, und Lambert und Lamberta freuen sich über das ruhige Zusammensein.

Nachmittags ist allerdings wieder Action angesagt: Es fahren gleich mehrere Autos auf den Parkplatz und eine Menge Kinder springen aufgeregt heraus – heute ist ein Kindergeburtstag mit Tieren auf dem Häuslemaierhof. Zu Beginn werden die Regeln erklärt. Zum Beispiel sollen die Tiere nicht im Gesicht angefasst werden, weil sie das nicht mögen. Lamberta findet gut, dass die Kinder das lernen, auch, dass ein Tier sich zurückziehen darf, wenn es keine Lust auf eine Begegnung hat.

Dann geht die Kinderschar mit Emily los und besucht jede Tiergruppe, hört etwas über die jeweilige Art und die einzelnen Persönlichkeiten. Die Kinder dürfen die Tiere befühlen, den Kleintieren etwas Löwenzahn pflücken und selber füttern. Am Ende des Geburtstagsnachmittages grillen alle miteinander Stockbrot am Feuer, bevor die Kinder wieder in die Autos steigen und erfüllt und zufrieden nach Hause fahren.

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Entspannen im Schwarzwald

Heute sind Lambert und Lamberta im Südwesten Deutschlands, im Schwarzwald angekommen, auf dem Häuslemaierhof östlich von Freiburg.

Beim Ankommen waren sie sehr überrascht: von hier aus hat man einen herrlichen Panoramablick über das Dreisamtal nach Westen bis zu dem französischen Mittelgebirge, den Vogesen. Um den Hof herum befinden sich große saftige Wiesen, die zum Teil von Wald begrenzt sind. Rundherum sieht man die verschiedensten Tierarten grasen: eine Rindergruppe, Ponys, Pferde, Esel, Ziegen, Schafe, in einem Gehege suhlen sich gerade die Minischweine, in einem anderen Gehege gackert eine Hühnerschar munter herum, dahinten liegt eine Katze und lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen, und ein kleiner Hund rennt einem Ball nach. Im Kaninchen- und Meerschweinchengehege ist gerade Chillen angesagt, alle liegen ganz entspannt im Heu.

Müde von der Reise suchen sich Lambert und Lamberta nun einen Schlafplatz, den sie auch schnell bei dem Schaf Nelly finden. Gespannt auf den morgigen Tag schlafen sie ein.

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Sommer in Ostfriesland

Aus dem tiefsten Bayern sind Lambert und Lamberta nach einem langen langen Marsch in Ostfriesland gelandet. Puh, hier weht ja direkt mal ein Wind, wie angenehm kühl bei dem heißen Sommerwetter! Nun sitzen die beiden erstmal völlig ermattet im Stroh und ruhen sich aus. Es ist noch arg früh am Morgen und auf TOMTEs HOF schläft noch alles.

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Lamberta erzählt: „Wir wollten als nächstes zu Tomtes Hof, denn dort in der Nähe ist ja Lambert geboren. Er war schon ganz aufgeregt, alles roch nach Heimat, das Meer, der weiter Himmel und dieses wunderbare Wolkenspiel am Himmel. Ich wusste ja nicht, was er meinte, alles platt hier und keine Berge in Sicht.“

Lamberta nimmt einen Happen Heu und kaut genüsslich. Lambert fragt sie: „Ach Lamberta, schmeckt das Heu hier nicht wunderbar? Das haben die Leute hier selber gemacht, hat mir gerade die Ziege Alma erzählt. Auf dem Marschboden direkt am Meer wächst besonders gehaltvolles Gras. Lecker, oder?!“

Langsam erwacht das Leben auf dem ostfriesischen Gulfhof – so heißen die alten Höfe in Ostfriesland –, die Hähne beginnen zu krähen, die Ziegen recken und strecken sich und die Katzen kommen angeschlichen: „Bald kommen die Menschen und dann gibt es was zu fressen“, verraten sie. Da sind wir mal gespannt und huch, da kommt ein Hund angesaust. „Das ist Speedy“, erklären die Katzen. Ina und Speedy sind die Hofhunde und furchtbar nett. Mit ihnen tauchen Juliane, die Hofchefin, Sina, die Sozialpädagogin, Daniela und Timo, die Azubis und Greta, die FÖJLerin auf. Hui, viele Menschen sind das hier! Und sie verraten, dass gleich noch fünf weitere Erwachsene dazukommen, die hier eine Eingliederungsmaßnahme machen. Ivo, der kecke Kater, erklärt: „Das sind Menschen, die eine geschützten Rahmen brauchen, um sich wieder ans Arbeiten und an das Zusammensein mit anderen Menschen zu gewöhnen. Und die Mitarbeiter und Tiere hier auf dem Hof helfen ihnen dabei, wieder auf die Füsse zu kommen, Selbstvertrauen zu entwickeln, sich zu entfalten und zu stärken.“ „Coole Sache“, meint Lambert.

Die ganzen Menschen füttern jetzt die Hoftiere und misten ihre Ställe aus. Lambert und Lamberta lernen die Kaninchen kennen, die Hühner, die Ziegen, die Schafe, die Pferde und die Esel. Die Wollschweine dürfen die beiden sogar mitbürsten: „Das sind vielleicht große Tiere und sie haben auch Fell! Sie heißt doch tatsächlich Wolle, ist aber lange nicht so flauschig wie unsere Wolle. Die Bürste mussten wir zu zweit halten, die war so groß. Aber Fredrike hat es sehr genossen und ganz laut gestöhnt.“

Dann sind die beiden erstmal erschlagen und lassen es sich in der herrlichen Sonne mit Nordseebrise gut gehen: Marsch-Gras knabbern und in Ruhe käuen und dösen lässt es sich mit Tomtes Schafen ganz wunderbar. Da fällt Lamberta ein: „Sag mal, Lambert, warum heißt der Hof eigentlich Tomtes Hof? Hast Du schon jemanden mit dem Namen Tomte gesehen?“ Aber Lambert ist schon eingeschlafen…

Gehörnte Schafe und plüschige Esel

Heute lernen Lambert und Lamberta noch mehr Bewohner des Kaindlhofes kennen. Als erstes natürlich die Schafe, auf die sind die beiden schon am meisten gespannt. Hier leben fünf Ouessantschafe und ein älterer Skuddenbock. Chef der Herde ist Enrique, dann gibt es noch die beiden Damen Lilli und Emilia, den Jährlingsbock Emil und den kleinen Samson, der dieses Frühjahr zur Welt gekommen ist. Der Älteste in der Herde ist Ludwig, mittlerweile schon zehn Jahre alt und mit beeindruckenden Hörnern. Lambert und Lamberta beschnuppern die Schafe durch den Zaun hindurch, aber Enrique gefällt es gar nicht, dass Lambert seinen Mädels zu nahe kommt. Drohend senkt er den Kopf. Lambert geht lieber ein paar Schritte zurück, denn auf einen Kampf möchte er es auch nicht drauf ankommen lassen. Enrique hat ziemlich große Hörner und sieht auch kampferprobt aus. „Der Klügere gibt nach“ denkt sich Lambert und wenn er ehrlich ist, gefällt ihm auch nicht, mit welch großen und staunenden Augen Lamberta auf Enriques Hörner starrt. Also wirft er noch einen letzten Blick auf Enrique, zwinkert den beiden Schafmädchen zu und zieht Lamberta mit in den anderen Stall.

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Hier werden sie schon von den fünf Eseln erwartet. Lambert und Lamberta staunen sehr: so einen großen Esel haben sie noch nie gesehen! Elliot ist ein Poitouesel, mit einem zottigen Fell und riesigen Plüschohren. Trotzdem ist er sehr vorsichtig, als er die beiden Schafe beschnuppert, immerhin kennt er auch alle anderen Bewohner hier und weiß, dass er mit kleineren Tieren vorsichtig umgehen muss. Die beiden Schafe klettern trotzdem lieber auf einen dicken Ast, so fühlen sie sich etwas sicherer als zwischen Elliots großen Hufen.

Auch die restlichen Esel stellen sich den beiden vor: die Älteste und gleichzeitig Kleinste ist Lieselotte, dann gibt es noch den Hausesel Lukas und die beiden Rieseneselstuten Josie und Sambucca. Lambert und Lamberta fühlen sich zwischen den Langohren ziemlich wohl, alle genießen das schöne Wetter im Sandpaddock und lassen sich das duftende Heu schmecken. Natürlich teilen die Esel ihre Portion großzügig mit den beiden Schafen. Nach dem Essen dösen Lambert und Lamberta etwas und käuen gemütlich wieder.

Doch dann sind sie schon gespannt, welche Tiere hier noch auf sie warten…

Hunde für die Herde

Nach einer langen Reise sind Lambert und Lamberta in Bayern angekommen, genauer gesagt auf dem Kaindlhof. Die beiden sind schwer beeindruckt, so viele verschiedene Tiere leben hier! Anja und Thomas, die beiden Menschen, die mit ihren Tieren auf dem Kaindlhof leben, versprechen ihnen, dass sie im Laufe ihres Besuchs alle Tiere ganz genau kennenlernen dürfen. Darauf freuen sich die beiden schon sehr, haben sie doch schon ein weit entferntes „Määäh“ gehört und auf andere Schafe zu treffen ist immer spannend.

Zuerst aber werden sie von den drei großen Hunden auf dem Kaindlhof begrüßt. Anton, Dari und Karamell sind wirklich groß und beeindruckend und die beiden Schafe sind etwas zögerlich, ihr Instinkt rät ihnen, etwas Abstand zu halten. Anja kann die beiden aber beruhigen, denn die drei sind sogenannte Herdenschutzhunde. Lambert und Lamberta schauen sich fragend an. Eine Herde kennen sie natürlich, das ist schließlich für Schafe lebensnotwendig und dass eine Herde Schutz bietet, wissen die beiden auch. Aber was genau haben denn Hunde damit zu tun?

Anja erklärt ihnen, dass Anton ein Germanischer Bärenhund ist, Dari eine Owtscharka und Karamell eine Kangalhündin. Alle drei Hunderassen wurden darauf gezüchtet, dass sie Schaf- und Ziegenherden in den Bergen zum Beispiel vor Wölfen beschützen. Beim Anblick der drei Großen erscheint das den beiden Schafen auch sehr logisch. Welcher Wolf würde sich da nicht fürchten! Als die drei Hunde die Schafe freundlich und ruhig begrüßen, haben Lambert und Lamberta auch ihre Anfangsscheu überwunden und freuen sich über die Begegnung.

Plötzlich steigt den beiden ein köstlicher Duft in die Nase: es riecht nach Sommer, Sonne und Kräutern. Das kann nur eines bedeuten: frisches Heu! Thomas zeigt ihnen das große Heulager auf dem Kaindlhof mit den ganzen wunderbar duftenden Rundballen. Lambert und Lamberta öffnen schon ihre Münder, um einen großen Bissen zu nehmen, aber Thomas erklärt ihnen, dass frisches Heu noch gar nicht gesund ist. Die Ballen sind erst zwei Wochen alt und müssen mindestens noch sechs Wochen gelagert werden, bevor die Tiere davon fressen dürfen. Ansonsten gibt es ziemlich heftige Bauchschmerzen. Enttäuscht blicken sich die beiden Schäfchen an. Aber Bauchschmerzen? Nein, dass wollen sie auch nicht riskieren. Die beiden kennen das Gefühl von einem Ausflug in eine Obstplantage mit ziemlich vielen, großen Äpfeln und sie wissen noch genau, wie es in ihren Bäuchen rumort hat! Dann doch lieber frisches Gras, das gibt es auf dem Kaindlhof zum Glück zur Genüge. Die beiden lassen es sich also schmecken und sind schon sehr gespannt, was sie morgen erwarten wird.

Vergnügte Pferde und entspannte Schafe

Lambert und Lamberta sind im Ruhrgebiet angekommen! Trotzdem fühlt es sich auf dem Begegnungshof In der Espe in Hattingen ein bisschen so an, als seien sie in der Schweiz gelandet. Kein Wunder, erklärt ihnen Lennja, die Hundedame, die sie gleich begrüßt: Die Gegend, in der der Begegnungshof liegt, heißt auch Elfringhauser Schweiz.

Nach Lennja lernen Lamberta und Lambert auch Nea kennen. Sie und Lennja sind die Yin- und Yang-Hunde des Hofes. Aber auch die Hühnerschar beguckt neugierig die beiden Besucher.

Sie machen erst einmal einen Rundgang über den Hof und stellen fest: Hier ist immer etwas los! Auf dem Hof in der Espe trifft man außer den Tieren auch große und kleine Menschen, die zu tierischen Begegnungen oder zum tiergestützten Coaching kommen. Außerdem lernen die beiden die tollen Menschen kennen, die sich hier mit um die Tiere kümmern, erfahren, dass Feriengäste aus aller Welt hier Urlaub machen und dass es hier sogar Gesangsunterricht und Musik gibt!

Den Tieren geht es hier ganz schön gut, findet Lamberta. Sie haben schöne große Ställe und Ausläufe, können auf die Weide oder ganz frei herum laufen. Außerdem ist die Versorgung großartig: Lambert und Lamberta werden mit Kirschzweigen, leckeren Kräutern und Gräsern verwöhnt. Die Pferde werden hier nicht geritten und alle Tiere dürfen frei entscheiden, wobei sie gern mitmachen möchten. Auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen wird geachtet, und die Atmosphäre auf dem Hof ist sehr entspannt und wertschätzend.

Die Schafe sind allerdings ziemliche Homies, findet Lambert. Carlotta, Keke, Kaspar, Edda und Kopernikus lieben ihren Stall über alles. Im Moment ist es aber auch ziemlich kribbelig draußen, wegen der ganzen Bremsen und Fliegen. Es gibt auch ein Tier, das im Haus lebt: Pauline, die zarte schwarze Katze, die sich sehr über den Besuch von Lambert und Lamberta gefreut hat.

Gemeinsam mit Lexa entdecken Lambert und Lamberta den Abenteuerpfad, der in den Wald führt, lernen die Pferde Pierre, Pedro, Shadow und Melvin kennen und verbringen Zeit bei ihren neuen SchaffreundInnen. Alle Tiere beriechen Lambert und Lamberta ausgiebig, denn sie bringen viele spannende Gerüche von ihrer bisherigen Reise mit.