Die Senioren auf der Farm

Auf ihrer Entdeckungstour über die Stadtteilfarm kommen Lamberta und Lambert zu einem Gehege mit wunderbarem Schatten. Wer hier wohl wohnt?

„Grunz, grunz!“ Ein großer Körper regt sich schwerfällig aus dem Schatten und fragt verdutzt: „Wer seid denn ihr?“ „Wir sind Lambert und Lamberta, wir sind Reisende und besuchen die Begegnungshöfe.“ „Ach ja, diese Sache mit den Begegnungshöfen. Ich weiß noch, wie das vor zehn Jahren alles angefangen hat! Endlich stellt sich jemand mal persönlich vor. Du musst wissen, mein Bruder Ratz und ich, wir leben schon hier, seit wir kleine Ferkel waren.“

Aus dem hinteren Teil des Geheges hört man eine tiefe Stimme brummen: „Naja, das ist aber auch schon ein bisschen her, meinst du nicht, Rübe? Wir sind nämlich schon elf Jahre alt.“ „Waaas? Ach, deswegen seid ihr schon so grau. Ihr seid ja richtige Senioren!“

Auch Lambert staunt: Elf Jahre? Das ist für Schweine und Schafe schon ein beträchtliches Alter. „Und“, fragt Lamberta, „wie geht es euch denn hier? Eure Weide am Eingang des Hofs ist ja ganz verdorrt. Kümmern sich die Menschen denn überhaupt gut um euch?“

„Uns geht es gut“, grunzt Rübe, „wir haben unsere Suhle. Durch die bleibt unsere kleine Wiese immer grün und saftig. Das mögen wir sehr. Und auch die Gänse schlüpfen jeden Tag durch unseren Zaun und quatschen mit uns.“

Lambert und Lamberta schauen sich weiter um. Neben den Schweinen wohnen drei Alpakas. Neugierig kommen sie an den Zaun. Chico, der Mutigste der Alpakas, begrüßt Lambert mit einem Nasenkuss, eine freundschaftliche Geste bei diesen Tieren. „Wie macht ihr das hier bei dieser Hitze?“, fragt Lamberta die drei. „Es ist schlimm dieses Jahr“, sagt Flynn, der Kleinste, aber Älteste der Alpakas, „es will einfach nicht regnen. Aber die Menschen geben uns gutes Heu und gehen mit uns zu den schattigen Plätzen auf der Farm, wo es noch ganz viel leckeres, saftiges Gras gibt.“

Zwei Esel stecken ihre Köpfe durch den Zaun. „Wer seid denn ihr?“, wollen die beiden Schafe wissen. „Wir sind Hildchen und Camillo, die Esel von der Stadtteilfarm.“ Die Esel zeigen den beiden Schafen ihren Stall und ihr Außengelände. „Wir können jederzeit rein und raus. So einen Luxus hat nicht jeder Vierbeiner!“

Esel

Die beiden Esel stellen Lambert und Lamberta auch noch die Ponys der Farm vor. „Troy ist erst seit einem Jahr hier. Aber er macht sich ganz gut,“ sagt Camillo. „Ich bin sozusagen sein Ausbilder und er ist mein Auszubildender.“ „Nanana“, brummelt eine Stimme aus dem Hintergrund, „Camillo, sollst du immer so flunkern?“

Erst jetzt bemerken die kleinen Schafe das Pony in einem kleinen Unterstand. „Warum sieht er uns nicht an?“, flüstert Lamberta Hildchen, der Eseldame, zu. „Er ist blind, aber er ist schon seit Anfang an hier.“. „Seit dem Anfang?!“, wiederholt Lamberta laut. „Genau“, brummelt das Pony, „1991 bin ich hier eingezogen. Das sind jetzt schon 27 Jahre, ich kenne mich hier aus.“

„Wow, so lange lebst du schon hier? Dann kennst du ja alle Menschen und Tiere!“ „Das kann man wohl sagen und hier auf der Farm, da arbeiten die unterschiedlichsten Menschen. Manche sind schon alte Freunde und wir kennen uns schon Jahre, wieder andere kommen und gehen. Das sind Freiwillige, Praktikanten und auch Menschen, die es in der Arbeitswelt zuvor nicht so einfach hatten.“ „Ach“, fragt Lambert, „sind denn hier nur Erwachsene?“ „Nein, nein“, antworten die Esel im Chor. „Hier gibt es viele, viele Kinder! Von ganz klein bis gaanz groß! Die machen oft Spaziergänge mit uns oder geben uns eine fantastische Bürstenmassage. Aber die Erwachsenen sind immer dabei und passen auf uns auf.“

Ein Pferd am See

 

Blumen aus dem Wintermantel

Ein weiterer Morgen auf dem Häuslemaierhof beginnt mit strahlend blauem Himmel – es sieht einmal mehr nach einem heißen Sommertag aus. Das ist nicht nur schön: Lambert und Lamberta haben bemerkt, dass die Wiesen sehr trocken sind, es hat schon einige Wochen nicht mehr geregnet. Die Bäume hängen voll mit Äpfeln, Zwetschgen und Mirabellen und dürsten nach Wasser, um zur vollen Reife zu kommen. Auch den Ponys macht die Hitze zu schaffen: Sie stehen versammelt unter einem Apfelbaum, der ihnen Schatten spendet, und wedeln sich gegenseitig mit dem Schweif die Fliegen und Bremsen weg.

Am Nachmittag kommt, wie alle zwei Wochen, die Mädchengruppe zu Besuch. Lambert und Lamberta sind neugierig: Was machen die Mädchen denn, wenn sie auf dem Hof sind? Die Kinder erzählen ihnen von ihren Unternehmungen: Sie dürfen mithelfen, die Tiere zu versorgen und zu pflegen, manchmal machen sie auch Spaziergänge mit Ziegen und Ponys oder beobachten Libellen und Kröten am Teich. Weil es heute aber zu heiß ist, um in der Sonne zu sein, schlägt Emily ihnen vor, im Schatten mit der Wolle weiter zu arbeiten, die sie beim letzten Besuch gewaschen haben. Darauf haben die Mädchen große Lust, am liebsten mögen sie etwas daraus filzen. Also holen sie die Wolle hervor, und prompt kommt Hammel Lambert herbei getrottet, als wolle er schauen, was da mit seinem „Wintermantel“ geschieht.

Zuerst bürsten sie die Wolle mit der Kardiermaschine, dann stellen sie Wasser und Seife bereit, und los geht’s: Jetzt werden Kugeln gerollt und geknetet, bis letztendlich eine kleine Blüte daraus entsteht, so dass jedes Mädchen ihr eigenes kleines Kunstwerk mit nach Hause nehmen kann.

Da heute das letzte Gruppentreffen vor den Sommerferien ist, darf sich jedes Mädchen selbst aussuchen, was es auf dem Hof noch tun will. Die einen möchten zu den Kaninchen ins Gehege und pflücken dafür noch Grünzeug zum Füttern. Andere mögen beim Füttern der Schweine und Esel mitmachen, ein Mädchen will gerne im Nest der Hühner nach Eiern schauen und zwei Mädchen helfen mit, die Ziegen in den Stall zu bringen. Schnell vergeht der Nachmittag, es ist 18 Uhr und die Eltern stehen schon im Hof zum Abholen. Auch die Eltern haben ihre Freude an den Tieren: Ein Vater sitzt in der Hocke und krault den Kater, eine Mutter bewundert Hammel Lambert, der mitten unter den Kindern steht und sich unendlich bekuscheln lässt, ein anderer Elternteil stellt Fragen über Lambert und Lamberta, da die Tochter bereits von ihnen erzählt hat. Auch an diesem Abend gehen Kinder wieder erfüllt vom Hof.

Nun genießen Lambert und Lamberta ihren letzten wunderschönen Sonnenuntergang hier oben auf dem Berg, bevor sie sich zu den Schafen schlafen legen. Morgen wollen sie ausgeruht sein: Ihre Reise geht weiter und führt sie zum nächsten Hof nach Bremen. Emily und Martin verabschieden sich schon einmal von den beiden und wünschen ihnen eine gute Reise und weiterhin viele interessante Erlebnisse mit Mensch und Tier.

Schlammbaden mit den Minischweinen

Der nächste Tag beginnt mit strahlend blauem Himmel. Gerade als es hell wird, sehen Lambert und Lamberta oben auf der Weide beim Wald zwei braune Vierbeiner rennen. Was sind das wohl für Tiere? Sie scheinen nicht hier zu wohnen. Doch die Schafe der Herde hier kennen sie: „Das sind Füchse, sie tollen oft früh morgens hier herum! Sie fühlen sich auf dem Hof hier vielleicht genauso wohl wie wir.“ Auch ein Reh grast friedlich am anderen Ende der Weide. Das ist neu für Lambert, der noch nie erlebt hat, dass Wald- und Hoftiere sich eine Wiese teilen.

Später am Morgen spazieren zwei Mädchen über den Häuslemaierhof. Sie machen hier Urlaub mit ihren Eltern und haben immer wieder Freude daran, die Minischweine Elvis, Rose und Fine zu beobachten. Heute schüttet der Bauer den Schweinen Wasser in eine Kuhle und die drei legen sich sofort hinein. Sie drehen und wenden sich, bis sie aussehen wie Wildschweine. Dann legen sie sich genüsslich in die Sonne und dösen. Bauer Martin erklärt, dass die Schweine das Schlammbad zur Kühlung und als Schutz vor Insekten und der Sonne brauchen. Das finden die Mädchen lustig: „Vielleicht sollten wir uns auch in den Matsch legen, dann brauchen wir keine Sonnencreme!“

Lambert und Lamberta 2 029

Am Nachmittag kommen elf Kinder eines Jahreskurses auf den Hof. Lambert und Lamberta lauschen mit den Kindern der Geschichte von den „Zwibbelchen“, die Ähnlichkeiten mit Zwergen haben und in Wald und Flur den Pflanzen und Tieren zur Seite stehen. Im Anschluss bauen die Kinder am Waldrand kleine Hütten für die Zwibbelchen. Dabei tun sie gleich noch etwas Gutes für die Menschen und Tiere hier, haben sie doch auf dem Waldboden Glasscherben und eine Zigarettenkippe gefunden und aufgesammelt, damit sich niemand daran verletzen kann.

Beim munteren Hüttenbauen schaut mal das Pony Max, mal der Kater Schnurr vorbei. Hündin Ayla hat immer wieder Lambert und Lamberta im Blick, sie riechen so anders als der Hammel Lambert vom Hof! Bei der Wald- und Wiesenaktion entdecken die Kinder hier einen schönen Schmetterling, dort eine Ameisenstraße, ein leeres Schneckenhaus, es gibt dauernd etwas Neues anzuschauen. Lambert und Lamberta sehen sich gemeinsam mit den Kindern im Wald um und sind begeistert von der Vielfalt der schönen kleinen Dinge dort.

Lambert und Lamberta packen mit an

Das Leben ist kein Ponyhof! Dieses Sprichwort haben Lambert und Lamberta auch schon oft gehört, wussten aber nie so richtig, was das wohl bedeutet. Bei ihrem Aufenthalt hier bei Helfende Tiere haben sie gelernt, dass so ein Therapiehof nicht nur richtig viel Spaß macht, sondern auch richtig viel Arbeit bedeutet. Denn nach den Therapiestunden mussten sie noch mit anpacken und beim Rasenmääääähen helfen. Rasenmääääähen? Das kennen die beiden Schafe nicht, wozu auch, das Gras schmeckt doch so wunderbar. Warum eine Maschine benutzen, wenn man doch Zähne hat, um es zu kürzen? Tz tz tz… da verstehe einer die Menschen.

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Naja, aber das ist schon okay, denn alle wollen es ja auch schön haben hier auf dem Begegnungshof und es kann ja nicht jeder so tolle Schafe haben wie Lambert und Lamberta. Aber wer weiß, vielleicht ziehen ja irgendwann doch einmal Schafe hier ein?!

Zwischen den Therapiestunden und am Wochenende helfen auch die Pferde und grasen genüsslich auf der Weide und auf dem Rasen. Da müssen die beiden Schafe aufpassen, dass sie beim Sonnen nicht übersehen werden und ihnen die Öhrchen angeknabbert werden.

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Und auch die KlientInnen helfen fleißig mit, wenn es zum Beispiel darum geht, einen Steinturm zu errichten oder die Kräuterbeete für die Pferde zu wässern.

Kräuterbeete für die Pferde? Ja, da habt ihr richtig gelesen. So etwas gibt es hier tatsächlich. Da dürfen sich Lambert und Lamberta auch den einen oder anderen leckeren Kräuterhalm abknabbern. Kööööstlich!

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Neben den Pferden gibt es hier auch einige Hunde, die in der Therapie mit den kleinen und großen Menschen auf dem Begegnungshof Helfende Tiere arbeiten. Hunde haben Lambert und Lamberta auf den anderen Höfen auch schon kennengelernt und das waren durchweg freundliche Gesellen, also wissen die Schafe, dass sie auch vor Grisu, dem großen, tollpatschigen Golden Retriever keine Angst zu haben brauchen. Grisu lädt die beiden Schafe sogar zu einer Schaukelrunde ein. Dabei wird es Lamberta etwas schwindelig und sie ist froh, als die Schaukel anhält und sie wieder absteigen kann. Aber Lambert hat richtig Spaß und in Grisu einen echten Kumpel gefunden. Der hat immer so schön viel Blödsinn im Kopf!

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Wenn es um ausgiebige Spaziergänge mit den Hunden geht, sind Lambert und Lamberta aber beide wieder mit von der Partie und freuen sich, wenn sie im Galopp mit ihnen laufen dürfen. Huiii, da wehen Ohren und Locken im Wind!

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Aber auch die schönste Zeit geht einmal vorbei und Lambert und Lamberta möchten ja auch noch andere Begegnungshöfe kennenlernen. Also verabschieden sich die beiden herzlich von Mischlingshund Elmo, aber auch allen anderen Zwei- und Vierbeinern.

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Pferdepower

Nun sind die beiden kleinen Schafe Lambert und Lamberta endlich auf dem Begegnungshof „Helfende Tiere“ angekommen! Die zwei- und vierbeinigen Team-Mitglieder von „Helfende Tiere“ hatten sich eigentlich schon eine Woche eher auf die beiden gefreut, aber ein Unwetter mit Blitzeinschlag hatte die Reiseplanung von Lambert und Lamberta ein wenig verändert. Man sollte gar nicht glauben, was so ein Unwetter alles anrichten kann! Da hatten vor allem die Zweibeiner alle Hände voll zu tun, wieder alles in Ordnung zu bringen, so dass die beiden Schafe erst mal zu Besuch auf dem Begegnungshof In der Espe gewesen sind. Was sie da so erlebt haben, konntet ihr ja schon lesen.

Aber nun freuen sich alle, dass Lambert und Lamberta in Ohrensen auf dem Therapiehof von Helfende Tiere angekommen sind. Und es war für die beiden auch gar nicht schwer zu finden, denn direkt am Eingang entdeckten Lambert und Lamberta das Begegnungshof-Schild, das sie schon von anderen Höfen kannten. Und direkt davor ein paar Begrüßungsblumen – ach, wie nett! Hier machten es sich die beiden erst mal gemütlich und ruhten sich von der langen Reise aus.

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Nach einem kleinen Nickerchen gehen Lambert und Lamberta vorsichtig auf Entdeckungstour. Dieser Hof scheint etwas anders als die bisherigen Höfe zu sein. Hier gibt es keine Schafe, aber sechs Pferde und recht viele Menschen – kleine und große. Was die hier wohl machen? Die beiden Schäfchen schauen sich interessiert um.

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Zuerst treffen sie auf ein ganz kleines Pferd: „Hallo, ich bin Charly! Und ihr? Was seid ihr denn für komische Pferde? So eine lockige Mähne habe ich ja noch nie bei einem Pony gesehen.“ Lamberta antwortet: „Wir sind ja auch gar keine Ponys, wir sind Schafe! Und ich bin Lamberta und das dort ist mein Freund Lambert. Wir sind in dieser Woche zu Besuch bei euch. Kannst du uns auf eurem Hof ein wenig herumführen und uns alles zeigen?“

Lambert und Lamberta folgen Charly und lernen auch die anderen Pferde auf dem Hof kennen. Sie schauen dabei zu, wie fleißige Menschen die Pferde striegeln und putzen. Lambert legt sich gleich dazu und genießt es sehr, dass auch sein lockiges Fell etwas gebürstet wird. Da hat sich auf der langen Reise aber auch ganz schön was an Schmutz angesammelt. Natürlich bekommt auch Lamberta eine kleine „Beauty-Kur“. Sie freut sich, dass ihr braunes Fell nun wieder schön glänzt. So fühlen sich die beiden gleich frisch und erholt und setzen ihre Entdeckungsreise fort.

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Charly erzählt den beiden Schafen, dass heute Pferdetraining auf dem Programm steht. „Können wir da zuschauen?“ fragt Lambert. „Oh ja, das würde mich auch interessieren! Vielleicht können wir Schafe dabei ja auch noch etwas lernen?!“ erwidert Lamberta. „Ach, meinetwegen!“ wiehert Charly und nimmt die beiden mit zum Training.

Gut, dass sich die drei schon kennen, denn so meistert Charly die Gelassenheitsübung zusammen mit den beiden Schafen mit Bravour.

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Am Nachmittag kommen viele kleine und größere Menschen auf den Hof. Charly hat erzählt, dass dieser Begegnungshof ein Therapiehof ist. Die Tiere tragen hier dazu bei, dass es den Menschen wieder besser geht und sie üben gemeinsam mit den Tieren Sachen, die sie sonst nicht so gut können. Das finden Lambert und Lamberta toll! Und offenbar haben die Menschen, die hier zur Therapie kommen, viel Spaß dabei, denn sie lachen viel und auch den Pferden geht es dabei offensichtlich gut. Sie sind neugierig und ganz aufmerksam mit ihren kleinen und großen KlientInnen. Lambert und Lamberta dürfen überall mit dabei sein.

Weil es in dieser Woche sehr heiß ist, bekommen die Pferde manchmal sogar eine kühle Dusche nach den Einheiten mit ihren kleinen Klienten. Das tut richtig gut!

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Und neben der Fellpflege darf auch die Hufpflege nicht zu kurz kommen. Das haben Lambert und Lamberta so auch noch nicht gesehen. Da kommt ein Mensch, der sich nur um die Fußpflege der Pferde kümmert, extra zum Hof und bringt solche Dinger, die sie „Hufeisen“ nennen, unter den Füßen der Pferde an! Sowas brauchen die Schafe nicht, aber interessant war es schon, einmal zuzuschauen.

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Vergnügte Pferde und entspannte Schafe

Lambert und Lamberta sind im Ruhrgebiet angekommen! Trotzdem fühlt es sich auf dem Begegnungshof In der Espe in Hattingen ein bisschen so an, als seien sie in der Schweiz gelandet. Kein Wunder, erklärt ihnen Lennja, die Hundedame, die sie gleich begrüßt: Die Gegend, in der der Begegnungshof liegt, heißt auch Elfringhauser Schweiz.

Nach Lennja lernen Lamberta und Lambert auch Nea kennen. Sie und Lennja sind die Yin- und Yang-Hunde des Hofes. Aber auch die Hühnerschar beguckt neugierig die beiden Besucher.

Sie machen erst einmal einen Rundgang über den Hof und stellen fest: Hier ist immer etwas los! Auf dem Hof in der Espe trifft man außer den Tieren auch große und kleine Menschen, die zu tierischen Begegnungen oder zum tiergestützten Coaching kommen. Außerdem lernen die beiden die tollen Menschen kennen, die sich hier mit um die Tiere kümmern, erfahren, dass Feriengäste aus aller Welt hier Urlaub machen und dass es hier sogar Gesangsunterricht und Musik gibt!

Den Tieren geht es hier ganz schön gut, findet Lamberta. Sie haben schöne große Ställe und Ausläufe, können auf die Weide oder ganz frei herum laufen. Außerdem ist die Versorgung großartig: Lambert und Lamberta werden mit Kirschzweigen, leckeren Kräutern und Gräsern verwöhnt. Die Pferde werden hier nicht geritten und alle Tiere dürfen frei entscheiden, wobei sie gern mitmachen möchten. Auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen wird geachtet, und die Atmosphäre auf dem Hof ist sehr entspannt und wertschätzend.

Die Schafe sind allerdings ziemliche Homies, findet Lambert. Carlotta, Keke, Kaspar, Edda und Kopernikus lieben ihren Stall über alles. Im Moment ist es aber auch ziemlich kribbelig draußen, wegen der ganzen Bremsen und Fliegen. Es gibt auch ein Tier, das im Haus lebt: Pauline, die zarte schwarze Katze, die sich sehr über den Besuch von Lambert und Lamberta gefreut hat.

Gemeinsam mit Lexa entdecken Lambert und Lamberta den Abenteuerpfad, der in den Wald führt, lernen die Pferde Pierre, Pedro, Shadow und Melvin kennen und verbringen Zeit bei ihren neuen SchaffreundInnen. Alle Tiere beriechen Lambert und Lamberta ausgiebig, denn sie bringen viele spannende Gerüche von ihrer bisherigen Reise mit.

 

Vom Blitz getroffen

Eigentlich wollten Lambert und Lamberta als nächstes zum Begegnungshof „Helfende Tiere“ weiterreisen. Der ist nämlich wie der letzte Hof, auf dem sie waren, in Niedersachsen, es wäre also gar keine weite Wanderung gewesen. Doch dann, sie waren schon fast angekommen, haben sie gehört, dass dort beim letzten großen Unwetter der Blitz eingeschlagen hat. Also haben die beiden beschlossen, erst einmal nicht dort zu stören, weil das Team bestimmt alle Energie dafür braucht, alle Unwetterschäden zu beseitigen und die beiden kleinen Schafe dort nur im Weg herumstehen würden. Lamberta wollte zwar gerne mithelfen, aber leider ist sie dafür wohl ein bisschen zu klein. Deshalb haben sich Lambert und Lamberta erst einmal auf den Weg ins Ruhrgebiet gemacht, wo sie auf dem Hof in der Espe mit Lexa, ihren Pferden, Schafen, Hunden und Hühnern bestimmt allerlei erleben können.

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Hinein ins Grün

Lambert und Lamberta überlegen, wohin sie als nächstes ziehen wollen. Sie haben gehört, dass es in dieser großen Stadt voller Menschen tatsächlich auch eine Schafsherde gibt: Die lebt auf einem Hochhausdach und kann von Schulkindern besucht werden. Leider muss man sich dort vorher anmelden und außerdem mit einem Aufzug hochfahren. Während Lambert noch darüber nachdenkt, wieviel Mut man dafür braucht, möchte Lamberta unbedingt echte Tiere kennenlernen. Also machen sie einen Ausflug – raus aus der Stadt mit den vielen Menschen, hinein in die Natur und auf eine große Wiese voller gelber Blüten. Lambert bewundert die Butterblumen, während Lamberta die Augen schließt und sich genüßlich die Sonne auf die Wolle scheinen lässt.

Plötzlich fällt ein Schatten auf Lamberta. Sie öffnet die Augen und sieht zuerst nur eine große Nase und Fell so weiß wie das von Lambert. „Aber nicht so schöne Locken wie die von Lambert“, denkt sich Lamberta, während sie einen Schritt zurückgeht, um zu sehen, wer da eigentlich vor ihr aufgetaucht ist. Es ist eine Pferdedame: Farah ist schon ein bisschen älter und lebt in einer Pferdepension am anderen Ende der Wiese. Die drei unterhalten sich noch ein bisschen und Farah erzählt, dass auch sie früher bei angeleiteten Mensch-Tier-Begegnungen dabei war. „So wie meine Herde zuhause!“, freut sich Lamberta. Während Farah noch eine Weile grast, dösen Lambert und Lamberta etwas in ihrem Schatten – das ist etwas Feines an so einem warmen Tag.

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