Entspannen im Schwarzwald

Heute sind Lambert und Lamberta im Südwesten Deutschlands, im Schwarzwald angekommen, auf dem Häuslemaierhof östlich von Freiburg.

Beim Ankommen waren sie sehr überrascht: von hier aus hat man einen herrlichen Panoramablick über das Dreisamtal nach Westen bis zu dem französischen Mittelgebirge, den Vogesen. Um den Hof herum befinden sich große saftige Wiesen, die zum Teil von Wald begrenzt sind. Rundherum sieht man die verschiedensten Tierarten grasen: eine Rindergruppe, Ponys, Pferde, Esel, Ziegen, Schafe, in einem Gehege suhlen sich gerade die Minischweine, in einem anderen Gehege gackert eine Hühnerschar munter herum, dahinten liegt eine Katze und lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen, und ein kleiner Hund rennt einem Ball nach. Im Kaninchen- und Meerschweinchengehege ist gerade Chillen angesagt, alle liegen ganz entspannt im Heu.

Müde von der Reise suchen sich Lambert und Lamberta nun einen Schlafplatz, den sie auch schnell bei dem Schaf Nelly finden. Gespannt auf den morgigen Tag schlafen sie ein.

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Gehörnte Schafe und plüschige Esel

Heute lernen Lambert und Lamberta noch mehr Bewohner des Kaindlhofes kennen. Als erstes natürlich die Schafe, auf die sind die beiden schon am meisten gespannt. Hier leben fünf Ouessantschafe und ein älterer Skuddenbock. Chef der Herde ist Enrique, dann gibt es noch die beiden Damen Lilli und Emilia, den Jährlingsbock Emil und den kleinen Samson, der dieses Frühjahr zur Welt gekommen ist. Der Älteste in der Herde ist Ludwig, mittlerweile schon zehn Jahre alt und mit beeindruckenden Hörnern. Lambert und Lamberta beschnuppern die Schafe durch den Zaun hindurch, aber Enrique gefällt es gar nicht, dass Lambert seinen Mädels zu nahe kommt. Drohend senkt er den Kopf. Lambert geht lieber ein paar Schritte zurück, denn auf einen Kampf möchte er es auch nicht drauf ankommen lassen. Enrique hat ziemlich große Hörner und sieht auch kampferprobt aus. „Der Klügere gibt nach“ denkt sich Lambert und wenn er ehrlich ist, gefällt ihm auch nicht, mit welch großen und staunenden Augen Lamberta auf Enriques Hörner starrt. Also wirft er noch einen letzten Blick auf Enrique, zwinkert den beiden Schafmädchen zu und zieht Lamberta mit in den anderen Stall.

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Hier werden sie schon von den fünf Eseln erwartet. Lambert und Lamberta staunen sehr: so einen großen Esel haben sie noch nie gesehen! Elliot ist ein Poitouesel, mit einem zottigen Fell und riesigen Plüschohren. Trotzdem ist er sehr vorsichtig, als er die beiden Schafe beschnuppert, immerhin kennt er auch alle anderen Bewohner hier und weiß, dass er mit kleineren Tieren vorsichtig umgehen muss. Die beiden Schafe klettern trotzdem lieber auf einen dicken Ast, so fühlen sie sich etwas sicherer als zwischen Elliots großen Hufen.

Auch die restlichen Esel stellen sich den beiden vor: die Älteste und gleichzeitig Kleinste ist Lieselotte, dann gibt es noch den Hausesel Lukas und die beiden Rieseneselstuten Josie und Sambucca. Lambert und Lamberta fühlen sich zwischen den Langohren ziemlich wohl, alle genießen das schöne Wetter im Sandpaddock und lassen sich das duftende Heu schmecken. Natürlich teilen die Esel ihre Portion großzügig mit den beiden Schafen. Nach dem Essen dösen Lambert und Lamberta etwas und käuen gemütlich wieder.

Doch dann sind sie schon gespannt, welche Tiere hier noch auf sie warten…

Hinein ins Grün

Lambert und Lamberta überlegen, wohin sie als nächstes ziehen wollen. Sie haben gehört, dass es in dieser großen Stadt voller Menschen tatsächlich auch eine Schafsherde gibt: Die lebt auf einem Hochhausdach und kann von Schulkindern besucht werden. Leider muss man sich dort vorher anmelden und außerdem mit einem Aufzug hochfahren. Während Lambert noch darüber nachdenkt, wieviel Mut man dafür braucht, möchte Lamberta unbedingt echte Tiere kennenlernen. Also machen sie einen Ausflug – raus aus der Stadt mit den vielen Menschen, hinein in die Natur und auf eine große Wiese voller gelber Blüten. Lambert bewundert die Butterblumen, während Lamberta die Augen schließt und sich genüßlich die Sonne auf die Wolle scheinen lässt.

Plötzlich fällt ein Schatten auf Lamberta. Sie öffnet die Augen und sieht zuerst nur eine große Nase und Fell so weiß wie das von Lambert. „Aber nicht so schöne Locken wie die von Lambert“, denkt sich Lamberta, während sie einen Schritt zurückgeht, um zu sehen, wer da eigentlich vor ihr aufgetaucht ist. Es ist eine Pferdedame: Farah ist schon ein bisschen älter und lebt in einer Pferdepension am anderen Ende der Wiese. Die drei unterhalten sich noch ein bisschen und Farah erzählt, dass auch sie früher bei angeleiteten Mensch-Tier-Begegnungen dabei war. „So wie meine Herde zuhause!“, freut sich Lamberta. Während Farah noch eine Weile grast, dösen Lambert und Lamberta etwas in ihrem Schatten – das ist etwas Feines an so einem warmen Tag.

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Odyssee

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Huch, da sind Lambert und Lamberta tatsächlich vom Weg abgekommen. Eigentlich wollten sie doch wieder zu einem Begegnungshof? Nach einer langen Reise mit einigen Umwegen sind sie jedoch in München gelandet. „Was sollen wir Schafe denn hier?“, hat sich Lambert gefragt. Doch es gibt auch hier etwas für die beiden zu entdecken: Sie besuchen die Geschäftsführerin der Stiftung Bündnis Mensch & Tier. Da gibt es jede Menge zu tun und auch viel Arbeit. Zwar nicht so sehr für Schafe, vermuten die beiden, aber das wollen sie sich dann morgen erst mal genauer anschauen. Jetzt ruhen sie sich erst mal aus von der Reise…

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Westwärts

Lambert und Lamberta mussten eine ganze Weile laufen, um schließlich auf dem Glöckner-Hof zu landen. Aber Laufen macht Schafen ja bekanntlich Spaß, so dass die beiden ganz putzvergnügt dort ankamen, obwohl sie erst einmal verschnaufen mussten vom Bergauf und Bergab im Bergischen Land. Wie gut, dass es auf der Begegnungswiese eine große Jurte gibt! Normalerweise sind es die großen und kleinen Menschen auf dem Hof, die dort in Ruhe zusammensitzen können, aber auch Lambert und Lamberta finden, dass die Jurte ein toller Ort für eine Verschnaufpause ist.

Doch ihre Pause dauert nur kurz, denn die neugierigen Schafe wollen wissen, was es sonst noch zu entdecken gibt. Als sie die Jurte verlassen, treffen sie auf die Hofkatze, die sich gemütlich sonnt, und sehen sich auf der Streuobstwiese mit den vielen Apfelbäumen um, die gerade wundervolle Blüten zeigen. Ihr erster Eindruck: Schön ist es hier!