Ein Ende und ein Anfang

Nach ein paar entspannten Tagen in Lamahausen überlegen Lamberta und Lambert, wie es weiter gehen soll. „Wir sind auf allen Begegnungshöfen gewesen“, stellt Lambert fest. „Was machen wir denn jetzt?“

Lamberta denkt nach. „Das Reisen hat mir ganz schön viel Spaß gemacht. Es war toll, all die unterschiedlichen Tiere und Menschen kennenzulernen! Eigentlich ist es schade, dass es bisher nur so wenige Mensch-Tier-Begegnungshöfe gibt.“

„Das stimmt“, pflichtet Lambert ihr bei. „Aber da kommt mir eine Idee: Was hältst du davon, wenn wir weiter reisen und die Augen offen halten – vielleicht gibt es ja doch noch mehr Höfe da draußen, auf denen sich Menschen und Tiere auf Augenhöhe begegnen können?“

Lamberta findet diese Idee gut: „Und wenn wir so einen Hof finden, können wir dort ein bisschen bleiben, die Seele baumeln lassen, neue Leute treffen und unseren alten Buddies davon erzählen – vielleicht wächst das Netzwerk Begegnungshöfe ja noch.“

Gesagt, getan: Nachdem sich die beiden Schäfchen von all den Tieren und Menschen in Lamahausen verabschiedet haben, machen sich Lamberta und Lambert wieder auf eine Reise – dieses Mal ohne festes Ziel, aber mit der Überzeugung, bestimmt schöne Orte für Mensch und Tier zu finden. Wer weiß, vielleicht kommen sie ja auch bei dir vorbei?

Jubiläumsfest

Endlich ist Samstag und das Fest gekommen, auf das sich Lamberta und Lambert schon gefreut haben. In Lamahausen ist schönes sommerliches Feierwetter und nach den Vorbereitungen mit vielen fleißigen Helfern sind das Begegnungshof-Team und die Tiere fertig für die Gäste. Auch Lambert und Lamberta begrüßen alte und neue Bekannte – es haben sich ein paar Gesichter eingefunden, die sie von ihrer Reise kennen.

Nach einem besinnlichen Einstimmung und einem Rückblick auf den Grund für das Fest – den Verein Lamas helfen Menschen e.V., der wie das Netzwerk Begegnungshöfe seit zehn Jahren besteht – gibt es leckeren Kuchen für alle. Außerdem machen Trancas Trabanten Musik auf dem Hof; auch die beiden Schäfchen dürfen einmal mitspielen.

Dann läuft Lambert bei einer der Schnupperwanderungen mit den Lamas und Alpakas mit. Lamberta bleibt lieber auf dem Hof, um die restlichen Tiere zu besuchen und Zeit mit ihrer Herde zu verbringen. Auch hier sind noch viele Menschen, die sich über den Begegnungshof informieren, leckere vegetarische Snacks naschen oder einfach nur die Tiere beobachten. Erst am Abend löst sich die Gesellschaft langsam auf, und Lambert und Lamberta freuen sich darauf, morgen gemütlich auszuschlafen.

Die Senioren auf der Farm

Auf ihrer Entdeckungstour über die Stadtteilfarm kommen Lamberta und Lambert zu einem Gehege mit wunderbarem Schatten. Wer hier wohl wohnt?

„Grunz, grunz!“ Ein großer Körper regt sich schwerfällig aus dem Schatten und fragt verdutzt: „Wer seid denn ihr?“ „Wir sind Lambert und Lamberta, wir sind Reisende und besuchen die Begegnungshöfe.“ „Ach ja, diese Sache mit den Begegnungshöfen. Ich weiß noch, wie das vor zehn Jahren alles angefangen hat! Endlich stellt sich jemand mal persönlich vor. Du musst wissen, mein Bruder Ratz und ich, wir leben schon hier, seit wir kleine Ferkel waren.“

Aus dem hinteren Teil des Geheges hört man eine tiefe Stimme brummen: „Naja, das ist aber auch schon ein bisschen her, meinst du nicht, Rübe? Wir sind nämlich schon elf Jahre alt.“ „Waaas? Ach, deswegen seid ihr schon so grau. Ihr seid ja richtige Senioren!“

Auch Lambert staunt: Elf Jahre? Das ist für Schweine und Schafe schon ein beträchtliches Alter. „Und“, fragt Lamberta, „wie geht es euch denn hier? Eure Weide am Eingang des Hofs ist ja ganz verdorrt. Kümmern sich die Menschen denn überhaupt gut um euch?“

„Uns geht es gut“, grunzt Rübe, „wir haben unsere Suhle. Durch die bleibt unsere kleine Wiese immer grün und saftig. Das mögen wir sehr. Und auch die Gänse schlüpfen jeden Tag durch unseren Zaun und quatschen mit uns.“

Lambert und Lamberta schauen sich weiter um. Neben den Schweinen wohnen drei Alpakas. Neugierig kommen sie an den Zaun. Chico, der Mutigste der Alpakas, begrüßt Lambert mit einem Nasenkuss, eine freundschaftliche Geste bei diesen Tieren. „Wie macht ihr das hier bei dieser Hitze?“, fragt Lamberta die drei. „Es ist schlimm dieses Jahr“, sagt Flynn, der Kleinste, aber Älteste der Alpakas, „es will einfach nicht regnen. Aber die Menschen geben uns gutes Heu und gehen mit uns zu den schattigen Plätzen auf der Farm, wo es noch ganz viel leckeres, saftiges Gras gibt.“

Zwei Esel stecken ihre Köpfe durch den Zaun. „Wer seid denn ihr?“, wollen die beiden Schafe wissen. „Wir sind Hildchen und Camillo, die Esel von der Stadtteilfarm.“ Die Esel zeigen den beiden Schafen ihren Stall und ihr Außengelände. „Wir können jederzeit rein und raus. So einen Luxus hat nicht jeder Vierbeiner!“

Esel

Die beiden Esel stellen Lambert und Lamberta auch noch die Ponys der Farm vor. „Troy ist erst seit einem Jahr hier. Aber er macht sich ganz gut,“ sagt Camillo. „Ich bin sozusagen sein Ausbilder und er ist mein Auszubildender.“ „Nanana“, brummelt eine Stimme aus dem Hintergrund, „Camillo, sollst du immer so flunkern?“

Erst jetzt bemerken die kleinen Schafe das Pony in einem kleinen Unterstand. „Warum sieht er uns nicht an?“, flüstert Lamberta Hildchen, der Eseldame, zu. „Er ist blind, aber er ist schon seit Anfang an hier.“. „Seit dem Anfang?!“, wiederholt Lamberta laut. „Genau“, brummelt das Pony, „1991 bin ich hier eingezogen. Das sind jetzt schon 27 Jahre, ich kenne mich hier aus.“

„Wow, so lange lebst du schon hier? Dann kennst du ja alle Menschen und Tiere!“ „Das kann man wohl sagen und hier auf der Farm, da arbeiten die unterschiedlichsten Menschen. Manche sind schon alte Freunde und wir kennen uns schon Jahre, wieder andere kommen und gehen. Das sind Freiwillige, Praktikanten und auch Menschen, die es in der Arbeitswelt zuvor nicht so einfach hatten.“ „Ach“, fragt Lambert, „sind denn hier nur Erwachsene?“ „Nein, nein“, antworten die Esel im Chor. „Hier gibt es viele, viele Kinder! Von ganz klein bis gaanz groß! Die machen oft Spaziergänge mit uns oder geben uns eine fantastische Bürstenmassage. Aber die Erwachsenen sind immer dabei und passen auf uns auf.“

Ein Pferd am See

 

Mutig und glücklich werden

Als die beiden Schäfchen erwachen, erwacht auch das Leben wieder auf dem Hof. Als erstes kommt heute Natascha*: sie ist auch aus Bayern gekommen, aber auf vier Rädern, denn sie hat nur zwei Beine. Natascha macht ein Praktikum hier. Sie möchte Fachkraft für Tiergestützte Intervention werden, macht dafür eine Weiterbildung und schaut den Menschen und Tieren hier auf Tomtes Hof über die Schulter. A propos: Tomte. „Sag mal Natascha, warum heisst der Hof eigentlich Tomtes Hof und wer ist denn eigentlich Tomte?“ Natascha hat sich die Frage auch gestellt, kann sie aber inzwischen beantworten: Tomte ist der Hofwicht, der nachts auf die Tiere aufpasst. Er schläft tagsüber bei den Katzen auf dem Heuboden. Nur Tiere und Kinder können ihn sehen. „Ach, ich glaube, ich habe ihn letzte Nacht hier laufen sehen und singen hören“, sagt Lamberta. Lambert hat ja tief und fest geschlafen. Lamberta fragt nun alle Mitarbeiter, wie Tomte denn aussieht, aber die sind ja nun alle erwachsen und haben ihn noch nie gesehen – aber sie erzählen, dass sie ihn trotzdem spüren können. Das finden Lambert und Lamberta ganz wunderbar. Trotzdem wollen sie wissen, wie er aussieht. Da hat Marianne, die Sozialpädagogin, einen guten Vorschlag: „Am Nachmittag kommt Jens*. Jens ist ein Junge, der einmal in der Woche zu uns kommt und einen Nachmittag hier verbringt. Ich helfe den Eltern bei der Erziehung und Jens dabei, sich selber besser kennen zu lernen, mutig zu werden und glücklich zu sein. Das Jugendamt in Norden unterstützt uns dabei. Wir können Jens mal fragen, ob er Tomte schon mal gesehen hat und ihn beschreiben kann.“

Das ist ein guter Vorschlag, finden Lambert und Lamberta, „dann helfen wir bis dahin noch Sabine*!“ Die streicht gerade einen Balken in Signalfarben an. „Sowas habe ich noch nie ausprobiert“, ruft Lambert. „Na, dann“, sagt Sabine, „bitte, hier ist der Pinsel, versuche es mal.“ Lamberta ist stolz auf ihren Lambert. Denn wer hat schon ein Schaf streichen sehen?

DSC_0098

Dann ist es aber Zeit für eine gemütliche Mittagsruhe. Als Jens kommt, bestürmen sie ihn gleich mit der Frage nach Tomte. Jens hat ihn leider auch noch nicht gesehen. Aber Jens ist supernett, finden Lambert und Lamberta, und sie beschließen den Nachmittag mit ihm und Marianne zu verbringen: er zeigt ihnen zum Beispiel wie man Heu abwiegt und die Heutonne befüllt. Dann bringt er mit ihnen Heucobs zu Ella, das ist die alte Eselstute auf dem Hof. „Sie hat nur noch ganz wenig Zähne und deshalb bekommt sie eingeweichtes und klein geschnittenes Heu“, erklärt Marianne. Da staunen Jens, Lambert und Lamberta. Als sie so bei Ella stehen, fällt ihr Blick auf die Esel, die haben ein neues Sandbad und dösen dort gemütlich. Lambert wundert sich über die langen Ohren. „Das muss ja tierisch laut sein, wenn der Wind hier immer pustet!“ Lamberta und er stellen mal probehalber eines der Ohren auf, das geht nicht so einfach, Jens und Marianne helfen ihnen: „Was für ein Geheule“, klagt Lamberta und klappt das Ohr schnell wieder ein.

Da hat Jens schon die nächste Idee: „Ich zeig euch mal die neuen Küken von Venus. Wir können ja ein bisschen Gras für sie pflücken und verfüttern“, schlägt er vor. Doch die Küken wollen das Gras gar nicht fressen, sie machen es sich darauf gemütlich. Wer hätte das gedacht? Jens ist selig und beschließt einen schönen Nachmittag auf Tomtes Hof. Nächste Woche ist er wieder da – er kommt regelmäßig einmal die Woche und wird hier betreut. Auf Tomtes Hof gibt es fünf Betreuungsplätze für Kinder, die Hilfe zur Erziehung benötigen. Das finden Lambert und Lamberta ganz klasse. Lämmer brauchen sowas in der Regel nicht, obwohl – „Erinnerst Du Dich an das Lamm auf dem Deich, bevor wir auf Tomtes Hof kamen?“, fragt Lamberta Lambert. „Das hätte durchaus auch mal ein paar besondere Extra-Stunden brauchen können.“ „Tschüss“, ruft Jens, „bis nächste Woche!“ Und er kann es jetzt schon nicht mehr abwarten, dass endlich wieder Dienstag ist.

(* Namen geändert.)

Sommer in Ostfriesland

Aus dem tiefsten Bayern sind Lambert und Lamberta nach einem langen langen Marsch in Ostfriesland gelandet. Puh, hier weht ja direkt mal ein Wind, wie angenehm kühl bei dem heißen Sommerwetter! Nun sitzen die beiden erstmal völlig ermattet im Stroh und ruhen sich aus. Es ist noch arg früh am Morgen und auf TOMTEs HOF schläft noch alles.

DSC_0100

Lamberta erzählt: „Wir wollten als nächstes zu Tomtes Hof, denn dort in der Nähe ist ja Lambert geboren. Er war schon ganz aufgeregt, alles roch nach Heimat, das Meer, der weiter Himmel und dieses wunderbare Wolkenspiel am Himmel. Ich wusste ja nicht, was er meinte, alles platt hier und keine Berge in Sicht.“

Lamberta nimmt einen Happen Heu und kaut genüsslich. Lambert fragt sie: „Ach Lamberta, schmeckt das Heu hier nicht wunderbar? Das haben die Leute hier selber gemacht, hat mir gerade die Ziege Alma erzählt. Auf dem Marschboden direkt am Meer wächst besonders gehaltvolles Gras. Lecker, oder?!“

Langsam erwacht das Leben auf dem ostfriesischen Gulfhof – so heißen die alten Höfe in Ostfriesland –, die Hähne beginnen zu krähen, die Ziegen recken und strecken sich und die Katzen kommen angeschlichen: „Bald kommen die Menschen und dann gibt es was zu fressen“, verraten sie. Da sind wir mal gespannt und huch, da kommt ein Hund angesaust. „Das ist Speedy“, erklären die Katzen. Ina und Speedy sind die Hofhunde und furchtbar nett. Mit ihnen tauchen Juliane, die Hofchefin, Sina, die Sozialpädagogin, Daniela und Timo, die Azubis und Greta, die FÖJLerin auf. Hui, viele Menschen sind das hier! Und sie verraten, dass gleich noch fünf weitere Erwachsene dazukommen, die hier eine Eingliederungsmaßnahme machen. Ivo, der kecke Kater, erklärt: „Das sind Menschen, die eine geschützten Rahmen brauchen, um sich wieder ans Arbeiten und an das Zusammensein mit anderen Menschen zu gewöhnen. Und die Mitarbeiter und Tiere hier auf dem Hof helfen ihnen dabei, wieder auf die Füsse zu kommen, Selbstvertrauen zu entwickeln, sich zu entfalten und zu stärken.“ „Coole Sache“, meint Lambert.

Die ganzen Menschen füttern jetzt die Hoftiere und misten ihre Ställe aus. Lambert und Lamberta lernen die Kaninchen kennen, die Hühner, die Ziegen, die Schafe, die Pferde und die Esel. Die Wollschweine dürfen die beiden sogar mitbürsten: „Das sind vielleicht große Tiere und sie haben auch Fell! Sie heißt doch tatsächlich Wolle, ist aber lange nicht so flauschig wie unsere Wolle. Die Bürste mussten wir zu zweit halten, die war so groß. Aber Fredrike hat es sehr genossen und ganz laut gestöhnt.“

Dann sind die beiden erstmal erschlagen und lassen es sich in der herrlichen Sonne mit Nordseebrise gut gehen: Marsch-Gras knabbern und in Ruhe käuen und dösen lässt es sich mit Tomtes Schafen ganz wunderbar. Da fällt Lamberta ein: „Sag mal, Lambert, warum heißt der Hof eigentlich Tomtes Hof? Hast Du schon jemanden mit dem Namen Tomte gesehen?“ Aber Lambert ist schon eingeschlafen…

Hunde für die Herde

Nach einer langen Reise sind Lambert und Lamberta in Bayern angekommen, genauer gesagt auf dem Kaindlhof. Die beiden sind schwer beeindruckt, so viele verschiedene Tiere leben hier! Anja und Thomas, die beiden Menschen, die mit ihren Tieren auf dem Kaindlhof leben, versprechen ihnen, dass sie im Laufe ihres Besuchs alle Tiere ganz genau kennenlernen dürfen. Darauf freuen sich die beiden schon sehr, haben sie doch schon ein weit entferntes „Määäh“ gehört und auf andere Schafe zu treffen ist immer spannend.

Zuerst aber werden sie von den drei großen Hunden auf dem Kaindlhof begrüßt. Anton, Dari und Karamell sind wirklich groß und beeindruckend und die beiden Schafe sind etwas zögerlich, ihr Instinkt rät ihnen, etwas Abstand zu halten. Anja kann die beiden aber beruhigen, denn die drei sind sogenannte Herdenschutzhunde. Lambert und Lamberta schauen sich fragend an. Eine Herde kennen sie natürlich, das ist schließlich für Schafe lebensnotwendig und dass eine Herde Schutz bietet, wissen die beiden auch. Aber was genau haben denn Hunde damit zu tun?

Anja erklärt ihnen, dass Anton ein Germanischer Bärenhund ist, Dari eine Owtscharka und Karamell eine Kangalhündin. Alle drei Hunderassen wurden darauf gezüchtet, dass sie Schaf- und Ziegenherden in den Bergen zum Beispiel vor Wölfen beschützen. Beim Anblick der drei Großen erscheint das den beiden Schafen auch sehr logisch. Welcher Wolf würde sich da nicht fürchten! Als die drei Hunde die Schafe freundlich und ruhig begrüßen, haben Lambert und Lamberta auch ihre Anfangsscheu überwunden und freuen sich über die Begegnung.

Plötzlich steigt den beiden ein köstlicher Duft in die Nase: es riecht nach Sommer, Sonne und Kräutern. Das kann nur eines bedeuten: frisches Heu! Thomas zeigt ihnen das große Heulager auf dem Kaindlhof mit den ganzen wunderbar duftenden Rundballen. Lambert und Lamberta öffnen schon ihre Münder, um einen großen Bissen zu nehmen, aber Thomas erklärt ihnen, dass frisches Heu noch gar nicht gesund ist. Die Ballen sind erst zwei Wochen alt und müssen mindestens noch sechs Wochen gelagert werden, bevor die Tiere davon fressen dürfen. Ansonsten gibt es ziemlich heftige Bauchschmerzen. Enttäuscht blicken sich die beiden Schäfchen an. Aber Bauchschmerzen? Nein, dass wollen sie auch nicht riskieren. Die beiden kennen das Gefühl von einem Ausflug in eine Obstplantage mit ziemlich vielen, großen Äpfeln und sie wissen noch genau, wie es in ihren Bäuchen rumort hat! Dann doch lieber frisches Gras, das gibt es auf dem Kaindlhof zum Glück zur Genüge. Die beiden lassen es sich also schmecken und sind schon sehr gespannt, was sie morgen erwarten wird.

Lambert und Lamberta packen mit an

Das Leben ist kein Ponyhof! Dieses Sprichwort haben Lambert und Lamberta auch schon oft gehört, wussten aber nie so richtig, was das wohl bedeutet. Bei ihrem Aufenthalt hier bei Helfende Tiere haben sie gelernt, dass so ein Therapiehof nicht nur richtig viel Spaß macht, sondern auch richtig viel Arbeit bedeutet. Denn nach den Therapiestunden mussten sie noch mit anpacken und beim Rasenmääääähen helfen. Rasenmääääähen? Das kennen die beiden Schafe nicht, wozu auch, das Gras schmeckt doch so wunderbar. Warum eine Maschine benutzen, wenn man doch Zähne hat, um es zu kürzen? Tz tz tz… da verstehe einer die Menschen.

9-helfendetiere

Naja, aber das ist schon okay, denn alle wollen es ja auch schön haben hier auf dem Begegnungshof und es kann ja nicht jeder so tolle Schafe haben wie Lambert und Lamberta. Aber wer weiß, vielleicht ziehen ja irgendwann doch einmal Schafe hier ein?!

Zwischen den Therapiestunden und am Wochenende helfen auch die Pferde und grasen genüsslich auf der Weide und auf dem Rasen. Da müssen die beiden Schafe aufpassen, dass sie beim Sonnen nicht übersehen werden und ihnen die Öhrchen angeknabbert werden.

10-helfendetiere

Und auch die KlientInnen helfen fleißig mit, wenn es zum Beispiel darum geht, einen Steinturm zu errichten oder die Kräuterbeete für die Pferde zu wässern.

Kräuterbeete für die Pferde? Ja, da habt ihr richtig gelesen. So etwas gibt es hier tatsächlich. Da dürfen sich Lambert und Lamberta auch den einen oder anderen leckeren Kräuterhalm abknabbern. Kööööstlich!

13-helfendetiere

Neben den Pferden gibt es hier auch einige Hunde, die in der Therapie mit den kleinen und großen Menschen auf dem Begegnungshof Helfende Tiere arbeiten. Hunde haben Lambert und Lamberta auf den anderen Höfen auch schon kennengelernt und das waren durchweg freundliche Gesellen, also wissen die Schafe, dass sie auch vor Grisu, dem großen, tollpatschigen Golden Retriever keine Angst zu haben brauchen. Grisu lädt die beiden Schafe sogar zu einer Schaukelrunde ein. Dabei wird es Lamberta etwas schwindelig und sie ist froh, als die Schaukel anhält und sie wieder absteigen kann. Aber Lambert hat richtig Spaß und in Grisu einen echten Kumpel gefunden. Der hat immer so schön viel Blödsinn im Kopf!

14-helfendetiere

Wenn es um ausgiebige Spaziergänge mit den Hunden geht, sind Lambert und Lamberta aber beide wieder mit von der Partie und freuen sich, wenn sie im Galopp mit ihnen laufen dürfen. Huiii, da wehen Ohren und Locken im Wind!

15-helfendetiere

Aber auch die schönste Zeit geht einmal vorbei und Lambert und Lamberta möchten ja auch noch andere Begegnungshöfe kennenlernen. Also verabschieden sich die beiden herzlich von Mischlingshund Elmo, aber auch allen anderen Zwei- und Vierbeinern.

16-helfendetiere

Vergnügte Pferde und entspannte Schafe

Lambert und Lamberta sind im Ruhrgebiet angekommen! Trotzdem fühlt es sich auf dem Begegnungshof In der Espe in Hattingen ein bisschen so an, als seien sie in der Schweiz gelandet. Kein Wunder, erklärt ihnen Lennja, die Hundedame, die sie gleich begrüßt: Die Gegend, in der der Begegnungshof liegt, heißt auch Elfringhauser Schweiz.

Nach Lennja lernen Lamberta und Lambert auch Nea kennen. Sie und Lennja sind die Yin- und Yang-Hunde des Hofes. Aber auch die Hühnerschar beguckt neugierig die beiden Besucher.

Sie machen erst einmal einen Rundgang über den Hof und stellen fest: Hier ist immer etwas los! Auf dem Hof in der Espe trifft man außer den Tieren auch große und kleine Menschen, die zu tierischen Begegnungen oder zum tiergestützten Coaching kommen. Außerdem lernen die beiden die tollen Menschen kennen, die sich hier mit um die Tiere kümmern, erfahren, dass Feriengäste aus aller Welt hier Urlaub machen und dass es hier sogar Gesangsunterricht und Musik gibt!

Den Tieren geht es hier ganz schön gut, findet Lamberta. Sie haben schöne große Ställe und Ausläufe, können auf die Weide oder ganz frei herum laufen. Außerdem ist die Versorgung großartig: Lambert und Lamberta werden mit Kirschzweigen, leckeren Kräutern und Gräsern verwöhnt. Die Pferde werden hier nicht geritten und alle Tiere dürfen frei entscheiden, wobei sie gern mitmachen möchten. Auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen wird geachtet, und die Atmosphäre auf dem Hof ist sehr entspannt und wertschätzend.

Die Schafe sind allerdings ziemliche Homies, findet Lambert. Carlotta, Keke, Kaspar, Edda und Kopernikus lieben ihren Stall über alles. Im Moment ist es aber auch ziemlich kribbelig draußen, wegen der ganzen Bremsen und Fliegen. Es gibt auch ein Tier, das im Haus lebt: Pauline, die zarte schwarze Katze, die sich sehr über den Besuch von Lambert und Lamberta gefreut hat.

Gemeinsam mit Lexa entdecken Lambert und Lamberta den Abenteuerpfad, der in den Wald führt, lernen die Pferde Pierre, Pedro, Shadow und Melvin kennen und verbringen Zeit bei ihren neuen SchaffreundInnen. Alle Tiere beriechen Lambert und Lamberta ausgiebig, denn sie bringen viele spannende Gerüche von ihrer bisherigen Reise mit.

 

Hinein ins Grün

Lambert und Lamberta überlegen, wohin sie als nächstes ziehen wollen. Sie haben gehört, dass es in dieser großen Stadt voller Menschen tatsächlich auch eine Schafsherde gibt: Die lebt auf einem Hochhausdach und kann von Schulkindern besucht werden. Leider muss man sich dort vorher anmelden und außerdem mit einem Aufzug hochfahren. Während Lambert noch darüber nachdenkt, wieviel Mut man dafür braucht, möchte Lamberta unbedingt echte Tiere kennenlernen. Also machen sie einen Ausflug – raus aus der Stadt mit den vielen Menschen, hinein in die Natur und auf eine große Wiese voller gelber Blüten. Lambert bewundert die Butterblumen, während Lamberta die Augen schließt und sich genüßlich die Sonne auf die Wolle scheinen lässt.

Plötzlich fällt ein Schatten auf Lamberta. Sie öffnet die Augen und sieht zuerst nur eine große Nase und Fell so weiß wie das von Lambert. „Aber nicht so schöne Locken wie die von Lambert“, denkt sich Lamberta, während sie einen Schritt zurückgeht, um zu sehen, wer da eigentlich vor ihr aufgetaucht ist. Es ist eine Pferdedame: Farah ist schon ein bisschen älter und lebt in einer Pferdepension am anderen Ende der Wiese. Die drei unterhalten sich noch ein bisschen und Farah erzählt, dass auch sie früher bei angeleiteten Mensch-Tier-Begegnungen dabei war. „So wie meine Herde zuhause!“, freut sich Lamberta. Während Farah noch eine Weile grast, dösen Lambert und Lamberta etwas in ihrem Schatten – das ist etwas Feines an so einem warmen Tag.

IMG_1308

Lambert und Lamberta entdecken ein Haus für sehr kleine Tiere

Während Lamberta sich noch an den schönen Apfelbaumblüten erfreut, sieht Lambert sich schon einmal weiter um und ruft sie schließlich zu sich. „Schau mal, was ich gefunden habe! Weißt du, was das für ein Haus ist?“

06insektenhotel

Lamberta ist sich auch nicht sicher, was das für ein Ort ist. „Mmh, es sieht schon wie ein Haus aus. Aber nicht für Schafe, oder für Ziegen oder Alpakas. Das ist ja viel zu klein für solche Tiere!“

Während die beiden noch herumrätseln, kommt Grit dazu, die sich mit ihrem Mann Stephan um die Tiere und Pflanzen auf dem Glöckner-Hof kümmert. Sie erklärt den beiden Schafen, dass dieses Haus für noch viel kleinere Tiere gemacht ist: Es ist ein Insektenhotel, in dem sich Insekten niederlassen und wohlfühlen sollen. Jetzt bemerkt Lambert auch, dass es um ihn herum viel mehr summt und schwirrt als an anderen Orten. Er ist ganz beeindruckt von diesem Haus für kleine Tiere. Lamberta hingegen fragt: „Aber gibt es hier denn auch noch andere Tiere? Vielleicht sogar Schafe?“ Als Grit bejaht, freut sich Lamberta sehr und möchte sie gleich besuchen gehen. Doch Grit erklärt ihr, dass die größeren Tiere gerade noch mit einer wichtigen Aufgabe beschäftigt sind: Weil der Begegnungshof auch ein Lernort Bauernhof ist, sind dort oft Kinder zu Besuch, die lernen, was es in der Natur zu entdecken gibt und wie man gut mit Tieren umgeht. Das ist sehr wichtig, findet auch Lamberta und verschiebt ihren Besuch bei den großen Tieren auf später. Dafür trifft sie schon einmal die Hühner auf dem Hof, die zusammen mit Hahn Hugo dort leben und neugierig darauf sind, was Lambert und Lamberta von ihrer Reise zu erzählen haben.

07lamberta-hahnhugo