Jubiläumsfest

Endlich ist Samstag und das Fest gekommen, auf das sich Lamberta und Lambert schon gefreut haben. In Lamahausen ist schönes sommerliches Feierwetter und nach den Vorbereitungen mit vielen fleißigen Helfern sind das Begegnungshof-Team und die Tiere fertig für die Gäste. Auch Lambert und Lamberta begrüßen alte und neue Bekannte – es haben sich ein paar Gesichter eingefunden, die sie von ihrer Reise kennen.

Nach einem besinnlichen Einstimmung und einem Rückblick auf den Grund für das Fest – den Verein Lamas helfen Menschen e.V., der wie das Netzwerk Begegnungshöfe seit zehn Jahren besteht – gibt es leckeren Kuchen für alle. Außerdem machen Trancas Trabanten Musik auf dem Hof; auch die beiden Schäfchen dürfen einmal mitspielen.

Dann läuft Lambert bei einer der Schnupperwanderungen mit den Lamas und Alpakas mit. Lamberta bleibt lieber auf dem Hof, um die restlichen Tiere zu besuchen und Zeit mit ihrer Herde zu verbringen. Auch hier sind noch viele Menschen, die sich über den Begegnungshof informieren, leckere vegetarische Snacks naschen oder einfach nur die Tiere beobachten. Erst am Abend löst sich die Gesellschaft langsam auf, und Lambert und Lamberta freuen sich darauf, morgen gemütlich auszuschlafen.

Schafe im Zeltlager

Als Lamberta und Lambert nach einer weiten Wanderung in der sommerlichen Hitze wieder in Lamahausen ankommen, wundern sie sich: Im Hof und auf der Wiese stehen lauter Zelte. „Hallo Gina, was ist denn hier los?“, fragt Lamberta die kleine wuschelige Hundedame, die über den Hof spaziert. „Ach, es ist wieder Zeltlager-Wochenende. Ganz schön viel Action, dieses Jahr sind 21 Kinder hier.“ Lambert schaut sich irritiert um. „Aber wo sind sie denn? Die Zelte sehe ich, aber keine Kinder weit und breit. Und auch die Lamas und Esel und Ziegen sind gar nicht auf ihrer Weide wie sonst.“

Gina zeigt in Richtung Wald und erklärt: „Es ist sooo warm hier, deswegen gibt es dieses Jahr ganz viel Programm im Abenteuerwald. Da ist es schattig, das gefällt den Kindern. Und vielen Tieren auch! Deswegen sind sie auch dabei.“ Lamberta und Lambert beschließen, gleich einmal nachzusehen, was wohl im Wald passiert. Sie laufen noch den Feldweg hinauf, als sie schon lautes Rufen, Lachen und ein weiteres Geräusch hören, das sie nicht ganz einordnen können. Etwas fällt, oder platscht – was kann das nur sein? Im Wald angekommen, finden sie es heraus: Da steht noch eine Schale voll mit Wasserbomben, mit denen sich die Kinder bereits bewerfen. Bevor Lamberta auch getroffen wird, geht sie aber lieber ein Stück weiter, wo die Ziegen genüsslich an den Brombeersträuchern knabbern. Merlin und Fidelma sind auch dabei – die beiden Jungtiere sind ganz schön groß geworden!

Als alle Wasserbomben geworfen sind, begleiten die zwei kleinen Schafe die Kinder wieder zurück auf den Hof. Nach dem Essen gibt es lauter spannende Workshops, die sich auch Lambert und Lamberta interessiert ansehen: Eine Gruppe macht riesengroße Seifenblasen, andere Kinder malen eine wunderschöne Zeltlagerflagge, einige knüpfen Freundschaftsarmbänder und wieder andere filzen oder spinnen mit Alpakawolle. Und natürlich verbringen die Kinder Zeit mit den Tieren auf dem Hof, auch wenn sich das Schwein Frederik bei diesem Wetter lieber entspannt in seinem Schlammbad suhlt…

Lambert und Lamberta finden es besonders spannend, die Tiere kennenzulernen, die noch nicht da waren, als sie ihre Reise im April angetreten haben. Ein Hund ist gerade zu Besuch hier – August gehört einer Teamerin, die sich zur Zeit zur Fachkraft für tiergestützte Pädagogik ausbilden lässt. Gerade, als Lambert sich ihm vorstellt, hört er es leise maunzen: Das ist Linus, ein kleiner Kater, der mit seiner neugierigen Schwester Lucie seit kurzem in Lamahausen lebt. Und dann gibt es ja auch noch Mia – die Berner Sennenhündin ist zwar schon ziemlich groß, aber immer noch ein verspielter Welpe.

Huhn im Haus

Nachdem sie über den Paddock gegangen sind, kommen sie zu einem Tiergehege, in dem eine Herde Ziegen lebt. Der Ziegenbock Harry steht am Zaun und meckert. „Immer diese Schafe, seid ihr schon wieder ausgebüchst? Husch husch, zu eurer Herde! Ungehörig, einfach so hier an meinem Gehege rumzulaufen.“

Harri

Schnell gehen Lamberta und Lambert weiter, bis sie auf eine sehr alte Ziege treffen, die  außerhalb des Geheges steht. Sie frisst eine wohlriechende… „Pampe?“, fragen sich die zwei Schafe verdutzt, als sie in die Schüssel schauen. „Moin“, sagt die Ziege, „ich bin Rosita.“ „Guten Tag“, erwidert Lamberta, „sag mal, was frisst du denn da?“ „Das sind Heucobs. Ich habe nämlich fast gar keine Zähne mehr, aber die Menschen sind so freundlich und bringen mir immer eine Extramahlzeit. Dafür habe ich ihnen, als mir mal ein Zahn ausgefallen ist, diesen geschenkt. Die Menschen machen immer Führungen über unser Gelände und die Kinder sind ganz begeistert von meinem Zahn“, sagt sie stolz.

Lambert und Lamberta gehen weiter. „Ob es hier auch Schafe gibt?“, fragt sich Lamberta. „BESUCHER!!!“, ruft es plötzlich aus einem Gebüsch und Lambert und Lamberta sind von mindestens zehn Hühnern umzingelt. „Haben sie Kekse???“, ruft eine Henne. „Oder Brötchen??“, eine Andere. „Nein, diese beiden haben nichts dabei“, grölt eine weitere Henne und genau so schnell wie sie da waren, gehen die Hühner auch wieder ihrer Wege. Die meisten legen sich wieder in ein Gebüsch, andere machen ein Sandbad in einem der Sandlöcher und bleiben danach mit ausgebreiteten Flügeln liegen.

Hühner

„Entschuldigung“, sagt Lamberta verlegen zu einem vorbeigehenden Huhn. „Leben auf diesem Hof auch Schafe?“ „Schafe? Natürlich! Kommt mit, ich bringe euch hin. Ihr müsst wissen, wir Hühner kennen jedes Tier hier auf dem Hof, denn wir laufen über das ganze Farmgelände und dürfen überall hin.“ „Überall? Auch in die Häuser?“, fragt Lambert. „Ja natürlich“, sagt die kleine weiße Henne. „Meine Freundinnen trauen sich zwar nicht. Aber ich, ich mache fast täglich einen Kontrollgang durch das Kindercafe. Manchmal liegen dort nämlich Tüten mit Brot, die uns liebe Besucher bringen.“ „Und die Menschen erlauben das?“ „Ach, die Menschen“, schmunzelt die kleine Henne, „die finden meist nur einen Klecks von mir. Weil sie immer so schrecklich viel zu tun haben, merken sie gar nicht, wenn ich die Futterspenden kontrolliere.“

Melita

„Da sind sie!“, ruft Lamberta freudig und läuft los. Auf einer hügeligen Weide hat sie sieben Schafe entdeckt. „Das sind Leo und Leonie, Daniel, Polly, Vita, Betty und Tiffi“, stellt die Henne die Schafe vor. „Und ich heiße übrigens Melita.“ Lambert und Lamberta bedanken sich herzlich und wenden sich der Herde zu. Neugierig werden sie betrachtet und ausgefragt. Denn es kommt schließlich nicht ständig ein Schaf auf Wanderschaft vorbei. So erzählen die Reisenden ihren Artgenossen von den verschiedenen Höfen und was sie dort schon alles erlebt haben.

Und auch die Schafe der Stadtteilfarm erzählen von ihrer Arbeit mit den Kindern, die sie oft besuchen, von wunderbaren Bürstenmassagen und Ausflügen zur Apfelwiese. Sie sind glücklich mit dem Leben, das sie hier führen.

Als Lamberta so inmitten der Schafherde steht, bekommt sie doch ein bisschen Heimweh nach ihrer Herde in Lamahausen. Sie und Lambert waren ja auch eine ganze Weile unterwegs – als sie sich kennengelernt haben, hat es noch geschneit und jetzt ist der Sommer schon auf seinem Höhepunkt angelangt. Also schlägt Lamberta ihrem Freund vor: „Wir waren ja jetzt auf allen Begegnungshöfen, die es bisher gibt im Bündnis Mensch & Tier. Was hältst du davon, wenn wir jetzt so langsam wieder aufbrechen und zurück zu meiner Herde wandern? Ich bin ganz neugierig, was dort alles passiert ist, seit wir in die weite Welt gezogen sind, und ich vermisse meine Freunde dort auch ein bisschen. Außerdem habe ich gehört, dass es in Lamahausen bald ein großes Fest gibt, wollen wir dort nicht auch mitfeiern?“ Lambert ist einverstanden und so machen sich die beiden kleinen Schafe aus dem Norden wieder auf den Weg in die Rhön – nicht, ohne sich von allen Menschen und Tieren auf der Stadtteilfarm herzlich zu verabschieden.

Funny, das fröhliche Schaf

Lamberta ist ganz neugierig darauf, andere Schafe kennenzulernen. Sie kannte lange nur die Tiere aus ihrer kleinen Herde in Lamahausen, und erst als Lambert hinzukam, wurde ihr klar, dass es ja noch ganz viele andere Schafe auf der Welt geben muss. Deshalb freut sie sich sehr, als Esel Pippin ihr erzählt, dass auf dem Glöckner-Hof ebenfalls eine kleine Schafherde lebt. Schnell klettert sie über das Holzgatter und wird gleich von Betti und Emma in Empfang genommen. Emma ist sehr neugierig und schnuppert ausgiebig an Lambert und Lamberta. „Ihr seid nicht von hier, oder? Ihr riecht nach anderen Schafen, überhaupt nach ganz vielen anderen Tieren!“ Also erzählt Lambert Emma und Betti von ihrer Reise, während Lamberta die anderen Schafe kennenlernt: Momo hat ein dickes, flauschiges Fell, das so dicht ist, dass Lamberta sich zuerst gar nicht sicher war, wo eigentlich sein Kopf ist. Funny hat eine etwas andere Farbe als die anderen Schafe der Herde: Sie ist eine Coburger Fuchsdame, deshalb ist ihr Fell rötlicher als das von Emma, Betti, Momo oder auch Lambert. Außerdem ist Funny ein ganz besonders lebenslustiges Schaf und findet die Reise von Lamberta und Lambert richtig spannend. Lamberta verspricht ihr, mit Grit zu reden, damit die am Computer nachliest, was Lambert und Lamberta auf Reisen erleben, und es dann Funny erzählen kann. Als es an die Verabschiedung geht, findet es Lamberta fast wieder ein bisschen schwierig, sich von den Schafen zu trennen. Doch Emma drückt Lamberta noch einmal und spricht ihr Mut zu, so wie es auch Ludmilla getan hatte, so dass es Lamberta gleich wieder besser geht. Derart gestärkt und guten Mutes machen sich Lambert und Lamberta auf die Weiterreise.

Jeder Abschied ist der Anfang einer Reise

Seit Lambert in Lamahausen angekommen ist, ist schon etwas Zeit vergangen. Eigentlich wollte er gar nicht so lange an einem Ort bleiben, doch nachdem er Lamberta kennengelernt hat, konnte er sich nicht vorstellen, jemals an einem anderen Ort als sie zu sein. Zu seinem großen Glück hat Lamberta eingewilligt, mit ihm auf Reisen zu gehen! Jetzt, nachdem er Bekanntschaft mit den Tieren von Lamahausen gemacht hat, möchte Lambert gerne weiterziehen und Neues entdecken. Und auch Lamberta fühlt sich frühlingshaft abenteuerlustig. Also heißt es Abschied nehmen von den Menschen und den Tieren.

Die beiden kleinen Schafe machen einen großen Rundgang über den ganzen Hof: Sie fangen an bei den Lamas und Eseln auf der großen Weide. Leo Löwenherz reibt seine Nase freundschaftlich an Lamberta und bedenkt Lambert noch einmal mit einem strengen Blick: „Dass du sie mir ja wohlbehalten wieder zurückbringst!“

Weiter geht es mit den Ziegen. Lamberta schmiegt sich noch einmal an Merlin und Fidelma, die kleinen Zicklein, die gar nicht mehr so klein sind und schon fröhlich draußen herumspringen. Sicherlich werden sie schon richtig groß geworden sein, wenn Lamberta wieder zurück nach Lamahausen kommt!

Auch von den Alpakas verabschieden die beiden sich. Diego ist ein bisschen traurig, dass seine gute Freundin Lamberta nun für eine Weile nicht mehr in seiner Nähe ist, doch Lamberta tröstet ihn: „Jetzt wird es Sommer, und im Sommer passiert immer so viel in Lamahausen! Bestimmt erlebst du auch ganz viele spannende Dinge, und wenn ich wiederkomme, können wir uns gegenseitig von unseren Erlebnissen erzählen.“

Die Schweine Rudi, Toni und Frederik sind ebenfalls schon ganz gespannt, was Lambert und Lamberta zu berichten haben, wenn sie von ihrer Reise zurückkehren. Die Kaninchen sind entspannter: „So leckere Löwenzahnblätter wie hier gibt es bestimmt nirgendwo sonst.“ Und Hahn Fridolin kräht: „Haltet Ausschau, ob ihr einen Hahn trefft, der einen schöneren Weckruf hat als ich. Ich wette, das kann niemand!“

Die Menschen auf dem Hof streicheln Lamberta und Lambert noch einmal liebevoll zum Abschied. Mit ihnen verabschiedet sich auch das kleine Hunderudel. Josie wedelt aufgeregt mit dem Schwanz und ist hin- und hergerissen: „Das ist ja ganz schön spannend, was ihr zwei vorhabt. Ich würde auch gerne mitkommen und neue Leute kennenlernen. Aber ich würde mein Frauchen viel zu sehr vermissen!“

Den schwersten Abschied hat Lamberta sich bis zum Schluss aufgespart. Sie verabschiedet sich von ihrer Schafherde und verdrückt dabei ein kleines Tränchen. Doch die alte Ludmilla tröstet sie: „Das ist eine einmalige Chance, die du hier nutzt. Und du kommst ja wieder hierher zurück. Wir werden deine Reise am Computer verfolgen und uns mit dir freuen über alle schönen Dinge, die du erlebst. Und jetzt los, genießt eure Reise!“

So machen sich Lambert und Lamberta auf den Weg. Hofkatze Junia begleitet sie noch bis an den Waldrand, danach sind die beiden Schafe auf sich gestellt. Sie sind gespannt, was sie erleben werden!

Osterüberraschung

Kurz vor Ostern gab es eine ganz besondere Überraschung in Lamahausen: Die Ziegen Lillifee und Ferdinand sind Eltern von zwei entzückenden Ziegenkindern geworden, Merlin und Fidelma. Natürlich haben Lambert und Lamberta die beiden gleich besucht, zusammen mit der Menschin, die diesen Blog für sie schreibt. Während Merlin sich gleich von den Besuchern in ihrem Stall streicheln lässt, ist Fidelma noch neugierig unterwegs und muss erst einmal probieren, ob man Schnürsenkel fressen kann, bevor auch sie sich das Köpfchen kraulen lässt. Ihre Mama Lillifee ist schon 11 Jahre alt, was beachtlich für eine Ziege ist (sagt Lamberta, und die weiß solche Dinge), und sie geht toll mit ihrem Nachwuchs um.

Lambertas Herde

Inzwischen hat Lambert auch die Schafherde von Lamahausen kennengelernt. Was heißt hier „Herde“, es sind eigentlich nur Lamberta, Maja, Mini, Lotti, Heidrun, Ludmilla und der Schafsbock Julius, der es ganz schön komisch fand, als Lambert plötzlich auftauchte. Er schien fast ein bisschen Angst zu haben. Dabei fühlt sich Lambert so gar nicht gefährlich…Dort, wo Lambert vorher lebte, hatten Schafsherden andere Größen. Aber in Lamahausen ist alles anders. Das liegt wohl daran, dass hier ein „Begegnungshof“ ist, wie er von Lamberta gehört hat. Offensichtlich leben die Tiere hier nicht deshalb, weil die Menschen ihre Wolle oder ihre Milch haben wollen, sondern um einander zu begegnen. Und wohl auch den Menschen, die hierher kommen. Das Besondere in Lamahausen ist, dass dort alle Tiere einen Platz auf Lebenszeit haben. Die alte Ludmilla konnte deshalb schon 13 Jahre alt werden. So ein altes Schaf hatte Lambert noch nie gesehen.Lambert und Lamberta bei den SchafenIm Sommer, sagt Lamberta, kommen sehr viele Menschen hierher; sie sagt, die Tiere freuen sich schon darauf, weil sie das total spannend finden. Ein paar Menschen hat Lambert schon kennengelernt, das sind die, die immer das Futter bringen, Heu und Wasser auffüllen und die Ställe misten. Die leben auch hier auf dem Begegnungshof, sagt Lamberta. Sie sind eigentlich ganz nett und auch zu Lambert sehr freundlich. Inzwischen lässt er sich auch schon von ihnen kraulen…

Die Tiere von Lamahausen

Lambert trifft zum ersten Mal Alpakas

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Als Lambert in Lamahausen ankommt, ist es bitterkalt. So viel Schnee hat Lambert noch nie an einem Ort gesehen.
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Aber er sieht nicht nur Schnee. Er sieht auch eine wunderhübsche Schafdame: Lamberta. Lamberta wiederum findet auch Lambert sehr beeindruckend: Was für ein stattlicher Bock, und dazu so weitgereist!
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Lamberta beschließt, Lambert ihr Zuhause zu zeigen: Lamahausen.
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Lamberta ist bei allen Tieren beliebt, so auch bei Goucho, dem Alpaka-Wallach.
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Lambert, der zuvor noch nie ein Alpaka gesehen hat, sieht in dem großen Goucho aber vor allem eines: Eine Gefahr für Lamberta. Todesmutig springt er auf den Zaun, um sie zu beschützen:
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„Lasst sie bloß in Ruhe, mach dich vom Acker!“
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Auch wenn Lamberta erst einmal lachen muss, weil Lambert denkt, sie müsse vor den Alpakas beschützt werden, findet sie es gut, dass Lambert bereit ist, sich für sie in Gefahr zu begeben.
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Als Goucho, Pumuckl, Diego und Pedro, von Lambert eingeschüchtert, klein beigeben und die beiden Schafe alleine lassen, entscheidet Lamberta, dass Lambert erst einmal die anderen Tiere in Lamahausen kennenlernen sollte.

Lambert erzählt

Lambert 3Ich bin Lambert und ich finde, ich bin ein sehr stattlicher Bock. Ich soll jetzt alles erzählen, das habe ich versprochen. Aber eigentlich hat ja alles lange vor diesem Versprechen anfangen. Ich fange da an, als es mir in meinen Hufen juckte und meine Neugierde größer und größer wuchs… Also, nochmal: Ich bin Lambert und ein sehr stattlicher Bock.

Für mein Alter bin ich schon sehr groß. Geboren wurde ich, als noch Schneeflocken in der Luft waren, aber meine Mutter hatte viel Milch für mich und die Kälte konnte mir nichts anhaben. Als dann das erste Gras hervorlugte, fand ich einfach alles wunderschön. Ich konnte auf schnellen Hufen über den Deich düsen und wenn ich Lust hatte, bremsen und mein Maul in das leckerste Futter strecken, wann immer ich wollte. Und ich wollte viel! Und so wuchs ich. Ja, es war schön in meiner Herde, mit meiner Mutter, den Tanten und den anderen Schafkindern, aber immer schon wollte ich wissen, was wohl hinter dem Zaun war. Ich hatte so viele Fragen und ich wurde unruhig. Als der Sommer, so nennen die Menschen diese wundervoll warme Zeit, sich neigte und morgens schon ein bisschen Nebel im Gras hängen blieb, waren sowohl meine Unruhe als auch meine Neugierde so sehr gewachsen, dass ich… Eigentlich würde ich ja gerne ein liebes und vorbildliches Schaf sein, so wie es die älteren Schafdamen in unserer Herde immer wollen, aber das hat nicht geklappt.

Ich bin einfach unter dem Stromzaun durch geschlüpft. Und habe meine Nase (ich kann wirklich wundervoll riechen und an diesem Tag roch für mich alles wundervoll) in den Wind gehalten und bin losgezogen…ich habe zum ersten Mal wundervoll weiche Haselnussblätter gegessen und ein Stück weiter traf ich andere Blätter, die mir wundervoll mundeten! Allerdings war das Gras bei den Häusern der Menschen seltsam kurz, ich dachte eigentlich, sie mögen kein Gras… Dafür gab es leckere Blumen, ich habe sie alle schön ordentlich aufgefressen. Zum Wiederkäuen legte ich mich unter einen Birnenbaum, auch sehr lecker!

Lamberta sagt, ich soll nicht alles aufzählen, was ich unterwegs gegessen habe. Dann lasse ich das. Ich bin zwar ein mutiger Bock (oder, Lamberta?), aber manchmal haben mich Dinge sehr erschreckt: Einige sehr große Autos , manche Maschinen… dann hätte ich gern einen Freund oder eine Freundin dabei gehabt. (So eine wie Dich, Lamberta.)
Weil ich so allein war, rannte ich so schnell ich konnte, und so legte ich in wenigen Tagen eine große Strecke zurück. Nun sah alles um mich herum ganz anders aus als zuhause.

Mit den Menschen, die ich auf meinem Weg traf, war es auch ganz anders, als meine Mutter und meine Tanten es immer gesagt haben. Die hatten mich vor fremden Menschen gewarnt. Aber die Menschen, die ich auf meinem Weg traf, waren erstaunt mich zu sehen, meistens freundlich und oft lachten sie auch – ganz wie zu Hause. Da ich mich vor ihnen gar nicht fürchten brauchte, konnte ich auf meinem Weg viele verschiedene Menschen kennenlernen.

An einem Morgen suchte ich gerade Brotstücke aus einem Gebüsch. In der Nähe war ein großes Haus. Ich war gerade mit einem Brötchenrest beschäftigt, da klingelte es und aus dem Haus stürmten viele kleine Menschen. Kinder nennen sie die. Die waren sehr laut (das ist es unter Schafen auch oft) und sehr fröhlich. Sie fanden mich sehr besonders und kreischten und riefen und lachten. Es war gar nicht schlecht, so etwas Besonderes zu sein. Vor allem ein Kind gefiel mir, ich konnte ihre Gedanken beinahe so gut lesen wie die eines Schafes und das war schön, weil ich mich schon ein wenig sehr allein gefühlt hatte in der großen spannenden Welt. Sie dachte: „Ich würde ihn gerne mitnehmen zu den Schafen bei uns zuhause, er ist so ein schöner und lieber Bock!“

Ich freute mich über ihre Gedanken und folgte ihr. Erst mal in das große Haus, wo sie eine dicke Tasche holte und dann gingen wir zusammen los. Ich hielt mich ganz dicht neben ihr, dann konnte sie mich beim Gehen ein wenig kraulen, das war sehr schön. Jetzt, wo ich intensiver an ihr roch, konnte ich wirklich ein wenig Schaf an ihr riechen. Ja, und dann konnte ich die Schafe auch sehen, ich musste kleine Hüpfer machen, weil ich mich so freute. aber ganz so einfach ist es nicht, als Neuling in eine Schafherde zu kommen. Ich weiß noch gut, wie meine Mutter und meine Tanten Neulinge herumgeschubst haben, bis sie aufgenommen wurden. Ich machte mich gerade bereit, es durchzustehen, da sah ich Dich, Lamberta! Ich glaube, wegen Dir hat mir das Geschubse gar nicht weh getan und nach einer Weile konnte ich Dich begrüßen gehen. Das war ein wunderschöner Tag für mich!

Wie es dann weiter geht, kannst Du dann mal erzählen, Lamberta, denn ab diesem Tag warst Du bei allen Abenteuern dabei!