Jubiläumsfest

Endlich ist Samstag und das Fest gekommen, auf das sich Lamberta und Lambert schon gefreut haben. In Lamahausen ist schönes sommerliches Feierwetter und nach den Vorbereitungen mit vielen fleißigen Helfern sind das Begegnungshof-Team und die Tiere fertig für die Gäste. Auch Lambert und Lamberta begrüßen alte und neue Bekannte – es haben sich ein paar Gesichter eingefunden, die sie von ihrer Reise kennen.

Nach einem besinnlichen Einstimmung und einem Rückblick auf den Grund für das Fest – den Verein Lamas helfen Menschen e.V., der wie das Netzwerk Begegnungshöfe seit zehn Jahren besteht – gibt es leckeren Kuchen für alle. Außerdem machen Trancas Trabanten Musik auf dem Hof; auch die beiden Schäfchen dürfen einmal mitspielen.

Dann läuft Lambert bei einer der Schnupperwanderungen mit den Lamas und Alpakas mit. Lamberta bleibt lieber auf dem Hof, um die restlichen Tiere zu besuchen und Zeit mit ihrer Herde zu verbringen. Auch hier sind noch viele Menschen, die sich über den Begegnungshof informieren, leckere vegetarische Snacks naschen oder einfach nur die Tiere beobachten. Erst am Abend löst sich die Gesellschaft langsam auf, und Lambert und Lamberta freuen sich darauf, morgen gemütlich auszuschlafen.

Klettern mit Peppermint Patty

Jetzt sind Lambert und Lamberta aber auch sehr gespannt auf die Lamas vom Kaindlhof, von denen sie schon gehört haben. Also trauen sie sich durch den großen Stall direkt auf die Lamaweide. Dort werden sie schon von den Lamas erwartet. Neugierig kommen alle angerannt und beschnuppern die beiden. Die Schäfchen mögen Lamas, denn sie sind, obwohl sie so groß und auch neugierig sind, sehr vorsichtig und halten gerne erstmal Distanz zu unbekannten Sachen. So haben beide Seiten ausgiebig Zeit, sich anzuschauen, bevor der erste Kontakt stattfindet. Amy ist die Chefin in der Stutenherde und gemeinsam mit ihrer Tochter Holly natürlich auch die Erste, die Lambert und Lamberta in Augenschein nehmen. Als sich die vier ausgiebig beschnuppert haben, widmen sich alle schnell wieder dem frischen Gras.

Im Gehege nebenan leben die fünf Ziegen des Kaindlhofes. Lambert und Lamberta verstehen sich sofort sehr gut mit der kleinen Zwergziege Peppermint Patty, immerhin sind sie fast gleich groß. Auch Leitziege Lotta kommt neugierig näher und schon bald klettern Schafe und Ziegen gemeinsam auf dem Spielplatz der Ziegen umher. Das macht Spaß und Lambert und Lamberta werden richtig übermütig und versuchen die Kapriolen der Ziegen nachzumachen. Ganz so geschickt und kletterfreudig sind sie dann aber doch nicht, also sitzen sie bald gemütlich auf dem Holzwagen und lassen sich die frischen Äste schmecken. Gemeinsam lassen sie so den Tag ausklingen, Lambert und Lamberta müssen ja schon bald wieder los zum nächsten Hof.

Beim Rausgehen entdecken sie noch das Begegnungshofschild an der Stallwand und nach einem gemeinsamen Foto geht die Reise weiter. Nächste Station: Tomtes Hof!

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Hoch hinauf

In Österreich ist die Schafskälte ausgebrochen. Was das ist? Das Wetter ist kalt geworden, normalerweise passiert das erst im Juni – aber dieses Jahr, pünktlich zum Besuch der zwei Schafe, ist es schon im Mai so weit gewesen. Lamberta und Lambert müssen sich aneinander kuscheln, um sich zu wärmen (gut, dass sie das sowieso gerne machen) – ganz besonders im Schnee. Denn sie sind wirklich noch durch den Schnee gestapft, den sie vorher nur gesehen hatten!

Lamberta war ja nach Apolos Erzählungen ganz neugierig auf die Berge geworden. Also sind sie gemeinsam mit Apolo und seiner Lama-Freundin Selene hinauf zum Hauseck gewandert und waren ganz stolz, als sie endlich das Gipfelkreuz auf fast 2000 Metern Höhe erreicht hatten. So weit oben waren die beiden Schafe noch nie! „Ist es noch weit bis zum Himmel?“, fragte Lamberta, als sie am Gipfel angekommen waren. Das wussten weder Apolo noch Selene, und auch Lambert konnte ihr keine Antwort geben.

Statt zum Himmel reisen die beiden nun weiter zum nächsten Begegnungshof. „Vielleicht wird es ja wieder etwas wärmer, wenn wir in den Norden wandern“, schlägt Lambert vor. Im Wandern sind Lambert und Lamberta inzwischen sehr trainiert und freuen sich schon darauf, noch mehr Tiere kennenzulernen. Aber erst verabschieden sie sich von Selene, Apolo und ihrer Lama-Herde. „Danke, dass ihr uns die Berge gezeigt habt. Auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal!“

Ab in die Alpen

Nach einigem Klettern und Wandern sind Lambert und Lamberta in Österreich auf dem Berglama-Hof in Vorderstoder angekommen. Die klare Höhenluft tut ihnen gut und das herrliche Panorama gefällt ihnen. Was sie noch verstehen lernen müssen ist, dass man sie hier „Sockenbären“ nennt. Warum? Weil die Menschen hier gerne stricken und warme Socken lieben – natürlich aus echter Schafwolle. Sofort werden sie mit einer Mini-Socke geschmückt und bekommen auch eine Glocke geschenkt.

„Wofür ist die denn gut?“, fragt Lamberta. Lambert weiß es: „Die sollen wir uns umhängen, damit man uns hört und findet, falls wir uns in den Bergen verlaufen!“
Doch auch der Kater Prinz findet Gefallen an dem Glöckchen. Es glitzert einfach zu schön!

Auch jemand anderes interessiert sich für die Schafe: Perle, das Haushuhn, beäugt Lambert und Lamberta ganz intensiv, so dass Lambert fast schon etwas Angst bekommt. Doch dann widmet Perle sich wieder dem Scharren nach Regenwürmern, und Lambert ist wieder beruhigt.

Schließlich treffen sie noch Apolo, das gescheckte Lama. Er hat viele Gipfelerfolge und zeigt Lambert und Lamberta seinen Lieblingsberg. „Schaut“, summt er entzückt, „das ist der Große Priel! Dort oben war ich schon oft. Er ist 2555 Meter hoch, deshalb liegt dort auch noch Schnee.“

Jeder Abschied ist der Anfang einer Reise

Seit Lambert in Lamahausen angekommen ist, ist schon etwas Zeit vergangen. Eigentlich wollte er gar nicht so lange an einem Ort bleiben, doch nachdem er Lamberta kennengelernt hat, konnte er sich nicht vorstellen, jemals an einem anderen Ort als sie zu sein. Zu seinem großen Glück hat Lamberta eingewilligt, mit ihm auf Reisen zu gehen! Jetzt, nachdem er Bekanntschaft mit den Tieren von Lamahausen gemacht hat, möchte Lambert gerne weiterziehen und Neues entdecken. Und auch Lamberta fühlt sich frühlingshaft abenteuerlustig. Also heißt es Abschied nehmen von den Menschen und den Tieren.

Die beiden kleinen Schafe machen einen großen Rundgang über den ganzen Hof: Sie fangen an bei den Lamas und Eseln auf der großen Weide. Leo Löwenherz reibt seine Nase freundschaftlich an Lamberta und bedenkt Lambert noch einmal mit einem strengen Blick: „Dass du sie mir ja wohlbehalten wieder zurückbringst!“

Weiter geht es mit den Ziegen. Lamberta schmiegt sich noch einmal an Merlin und Fidelma, die kleinen Zicklein, die gar nicht mehr so klein sind und schon fröhlich draußen herumspringen. Sicherlich werden sie schon richtig groß geworden sein, wenn Lamberta wieder zurück nach Lamahausen kommt!

Auch von den Alpakas verabschieden die beiden sich. Diego ist ein bisschen traurig, dass seine gute Freundin Lamberta nun für eine Weile nicht mehr in seiner Nähe ist, doch Lamberta tröstet ihn: „Jetzt wird es Sommer, und im Sommer passiert immer so viel in Lamahausen! Bestimmt erlebst du auch ganz viele spannende Dinge, und wenn ich wiederkomme, können wir uns gegenseitig von unseren Erlebnissen erzählen.“

Die Schweine Rudi, Toni und Frederik sind ebenfalls schon ganz gespannt, was Lambert und Lamberta zu berichten haben, wenn sie von ihrer Reise zurückkehren. Die Kaninchen sind entspannter: „So leckere Löwenzahnblätter wie hier gibt es bestimmt nirgendwo sonst.“ Und Hahn Fridolin kräht: „Haltet Ausschau, ob ihr einen Hahn trefft, der einen schöneren Weckruf hat als ich. Ich wette, das kann niemand!“

Die Menschen auf dem Hof streicheln Lamberta und Lambert noch einmal liebevoll zum Abschied. Mit ihnen verabschiedet sich auch das kleine Hunderudel. Josie wedelt aufgeregt mit dem Schwanz und ist hin- und hergerissen: „Das ist ja ganz schön spannend, was ihr zwei vorhabt. Ich würde auch gerne mitkommen und neue Leute kennenlernen. Aber ich würde mein Frauchen viel zu sehr vermissen!“

Den schwersten Abschied hat Lamberta sich bis zum Schluss aufgespart. Sie verabschiedet sich von ihrer Schafherde und verdrückt dabei ein kleines Tränchen. Doch die alte Ludmilla tröstet sie: „Das ist eine einmalige Chance, die du hier nutzt. Und du kommst ja wieder hierher zurück. Wir werden deine Reise am Computer verfolgen und uns mit dir freuen über alle schönen Dinge, die du erlebst. Und jetzt los, genießt eure Reise!“

So machen sich Lambert und Lamberta auf den Weg. Hofkatze Junia begleitet sie noch bis an den Waldrand, danach sind die beiden Schafe auf sich gestellt. Sie sind gespannt, was sie erleben werden!

Die Tiere von Lamahausen