Schafe im Zeltlager

Als Lamberta und Lambert nach einer weiten Wanderung in der sommerlichen Hitze wieder in Lamahausen ankommen, wundern sie sich: Im Hof und auf der Wiese stehen lauter Zelte. „Hallo Gina, was ist denn hier los?“, fragt Lamberta die kleine wuschelige Hundedame, die über den Hof spaziert. „Ach, es ist wieder Zeltlager-Wochenende. Ganz schön viel Action, dieses Jahr sind 21 Kinder hier.“ Lambert schaut sich irritiert um. „Aber wo sind sie denn? Die Zelte sehe ich, aber keine Kinder weit und breit. Und auch die Lamas und Esel und Ziegen sind gar nicht auf ihrer Weide wie sonst.“

Gina zeigt in Richtung Wald und erklärt: „Es ist sooo warm hier, deswegen gibt es dieses Jahr ganz viel Programm im Abenteuerwald. Da ist es schattig, das gefällt den Kindern. Und vielen Tieren auch! Deswegen sind sie auch dabei.“ Lamberta und Lambert beschließen, gleich einmal nachzusehen, was wohl im Wald passiert. Sie laufen noch den Feldweg hinauf, als sie schon lautes Rufen, Lachen und ein weiteres Geräusch hören, das sie nicht ganz einordnen können. Etwas fällt, oder platscht – was kann das nur sein? Im Wald angekommen, finden sie es heraus: Da steht noch eine Schale voll mit Wasserbomben, mit denen sich die Kinder bereits bewerfen. Bevor Lamberta auch getroffen wird, geht sie aber lieber ein Stück weiter, wo die Ziegen genüsslich an den Brombeersträuchern knabbern. Merlin und Fidelma sind auch dabei – die beiden Jungtiere sind ganz schön groß geworden!

Als alle Wasserbomben geworfen sind, begleiten die zwei kleinen Schafe die Kinder wieder zurück auf den Hof. Nach dem Essen gibt es lauter spannende Workshops, die sich auch Lambert und Lamberta interessiert ansehen: Eine Gruppe macht riesengroße Seifenblasen, andere Kinder malen eine wunderschöne Zeltlagerflagge, einige knüpfen Freundschaftsarmbänder und wieder andere filzen oder spinnen mit Alpakawolle. Und natürlich verbringen die Kinder Zeit mit den Tieren auf dem Hof, auch wenn sich das Schwein Frederik bei diesem Wetter lieber entspannt in seinem Schlammbad suhlt…

Lambert und Lamberta finden es besonders spannend, die Tiere kennenzulernen, die noch nicht da waren, als sie ihre Reise im April angetreten haben. Ein Hund ist gerade zu Besuch hier – August gehört einer Teamerin, die sich zur Zeit zur Fachkraft für tiergestützte Pädagogik ausbilden lässt. Gerade, als Lambert sich ihm vorstellt, hört er es leise maunzen: Das ist Linus, ein kleiner Kater, der mit seiner neugierigen Schwester Lucie seit kurzem in Lamahausen lebt. Und dann gibt es ja auch noch Mia – die Berner Sennenhündin ist zwar schon ziemlich groß, aber immer noch ein verspielter Welpe.

Schlammbaden mit den Minischweinen

Der nächste Tag beginnt mit strahlend blauem Himmel. Gerade als es hell wird, sehen Lambert und Lamberta oben auf der Weide beim Wald zwei braune Vierbeiner rennen. Was sind das wohl für Tiere? Sie scheinen nicht hier zu wohnen. Doch die Schafe der Herde hier kennen sie: „Das sind Füchse, sie tollen oft früh morgens hier herum! Sie fühlen sich auf dem Hof hier vielleicht genauso wohl wie wir.“ Auch ein Reh grast friedlich am anderen Ende der Weide. Das ist neu für Lambert, der noch nie erlebt hat, dass Wald- und Hoftiere sich eine Wiese teilen.

Später am Morgen spazieren zwei Mädchen über den Häuslemaierhof. Sie machen hier Urlaub mit ihren Eltern und haben immer wieder Freude daran, die Minischweine Elvis, Rose und Fine zu beobachten. Heute schüttet der Bauer den Schweinen Wasser in eine Kuhle und die drei legen sich sofort hinein. Sie drehen und wenden sich, bis sie aussehen wie Wildschweine. Dann legen sie sich genüsslich in die Sonne und dösen. Bauer Martin erklärt, dass die Schweine das Schlammbad zur Kühlung und als Schutz vor Insekten und der Sonne brauchen. Das finden die Mädchen lustig: „Vielleicht sollten wir uns auch in den Matsch legen, dann brauchen wir keine Sonnencreme!“

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Am Nachmittag kommen elf Kinder eines Jahreskurses auf den Hof. Lambert und Lamberta lauschen mit den Kindern der Geschichte von den „Zwibbelchen“, die Ähnlichkeiten mit Zwergen haben und in Wald und Flur den Pflanzen und Tieren zur Seite stehen. Im Anschluss bauen die Kinder am Waldrand kleine Hütten für die Zwibbelchen. Dabei tun sie gleich noch etwas Gutes für die Menschen und Tiere hier, haben sie doch auf dem Waldboden Glasscherben und eine Zigarettenkippe gefunden und aufgesammelt, damit sich niemand daran verletzen kann.

Beim munteren Hüttenbauen schaut mal das Pony Max, mal der Kater Schnurr vorbei. Hündin Ayla hat immer wieder Lambert und Lamberta im Blick, sie riechen so anders als der Hammel Lambert vom Hof! Bei der Wald- und Wiesenaktion entdecken die Kinder hier einen schönen Schmetterling, dort eine Ameisenstraße, ein leeres Schneckenhaus, es gibt dauernd etwas Neues anzuschauen. Lambert und Lamberta sehen sich gemeinsam mit den Kindern im Wald um und sind begeistert von der Vielfalt der schönen kleinen Dinge dort.

Sommer in Ostfriesland

Aus dem tiefsten Bayern sind Lambert und Lamberta nach einem langen langen Marsch in Ostfriesland gelandet. Puh, hier weht ja direkt mal ein Wind, wie angenehm kühl bei dem heißen Sommerwetter! Nun sitzen die beiden erstmal völlig ermattet im Stroh und ruhen sich aus. Es ist noch arg früh am Morgen und auf TOMTEs HOF schläft noch alles.

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Lamberta erzählt: „Wir wollten als nächstes zu Tomtes Hof, denn dort in der Nähe ist ja Lambert geboren. Er war schon ganz aufgeregt, alles roch nach Heimat, das Meer, der weiter Himmel und dieses wunderbare Wolkenspiel am Himmel. Ich wusste ja nicht, was er meinte, alles platt hier und keine Berge in Sicht.“

Lamberta nimmt einen Happen Heu und kaut genüsslich. Lambert fragt sie: „Ach Lamberta, schmeckt das Heu hier nicht wunderbar? Das haben die Leute hier selber gemacht, hat mir gerade die Ziege Alma erzählt. Auf dem Marschboden direkt am Meer wächst besonders gehaltvolles Gras. Lecker, oder?!“

Langsam erwacht das Leben auf dem ostfriesischen Gulfhof – so heißen die alten Höfe in Ostfriesland –, die Hähne beginnen zu krähen, die Ziegen recken und strecken sich und die Katzen kommen angeschlichen: „Bald kommen die Menschen und dann gibt es was zu fressen“, verraten sie. Da sind wir mal gespannt und huch, da kommt ein Hund angesaust. „Das ist Speedy“, erklären die Katzen. Ina und Speedy sind die Hofhunde und furchtbar nett. Mit ihnen tauchen Juliane, die Hofchefin, Sina, die Sozialpädagogin, Daniela und Timo, die Azubis und Greta, die FÖJLerin auf. Hui, viele Menschen sind das hier! Und sie verraten, dass gleich noch fünf weitere Erwachsene dazukommen, die hier eine Eingliederungsmaßnahme machen. Ivo, der kecke Kater, erklärt: „Das sind Menschen, die eine geschützten Rahmen brauchen, um sich wieder ans Arbeiten und an das Zusammensein mit anderen Menschen zu gewöhnen. Und die Mitarbeiter und Tiere hier auf dem Hof helfen ihnen dabei, wieder auf die Füsse zu kommen, Selbstvertrauen zu entwickeln, sich zu entfalten und zu stärken.“ „Coole Sache“, meint Lambert.

Die ganzen Menschen füttern jetzt die Hoftiere und misten ihre Ställe aus. Lambert und Lamberta lernen die Kaninchen kennen, die Hühner, die Ziegen, die Schafe, die Pferde und die Esel. Die Wollschweine dürfen die beiden sogar mitbürsten: „Das sind vielleicht große Tiere und sie haben auch Fell! Sie heißt doch tatsächlich Wolle, ist aber lange nicht so flauschig wie unsere Wolle. Die Bürste mussten wir zu zweit halten, die war so groß. Aber Fredrike hat es sehr genossen und ganz laut gestöhnt.“

Dann sind die beiden erstmal erschlagen und lassen es sich in der herrlichen Sonne mit Nordseebrise gut gehen: Marsch-Gras knabbern und in Ruhe käuen und dösen lässt es sich mit Tomtes Schafen ganz wunderbar. Da fällt Lamberta ein: „Sag mal, Lambert, warum heißt der Hof eigentlich Tomtes Hof? Hast Du schon jemanden mit dem Namen Tomte gesehen?“ Aber Lambert ist schon eingeschlafen…

Hunde für die Herde

Nach einer langen Reise sind Lambert und Lamberta in Bayern angekommen, genauer gesagt auf dem Kaindlhof. Die beiden sind schwer beeindruckt, so viele verschiedene Tiere leben hier! Anja und Thomas, die beiden Menschen, die mit ihren Tieren auf dem Kaindlhof leben, versprechen ihnen, dass sie im Laufe ihres Besuchs alle Tiere ganz genau kennenlernen dürfen. Darauf freuen sich die beiden schon sehr, haben sie doch schon ein weit entferntes „Määäh“ gehört und auf andere Schafe zu treffen ist immer spannend.

Zuerst aber werden sie von den drei großen Hunden auf dem Kaindlhof begrüßt. Anton, Dari und Karamell sind wirklich groß und beeindruckend und die beiden Schafe sind etwas zögerlich, ihr Instinkt rät ihnen, etwas Abstand zu halten. Anja kann die beiden aber beruhigen, denn die drei sind sogenannte Herdenschutzhunde. Lambert und Lamberta schauen sich fragend an. Eine Herde kennen sie natürlich, das ist schließlich für Schafe lebensnotwendig und dass eine Herde Schutz bietet, wissen die beiden auch. Aber was genau haben denn Hunde damit zu tun?

Anja erklärt ihnen, dass Anton ein Germanischer Bärenhund ist, Dari eine Owtscharka und Karamell eine Kangalhündin. Alle drei Hunderassen wurden darauf gezüchtet, dass sie Schaf- und Ziegenherden in den Bergen zum Beispiel vor Wölfen beschützen. Beim Anblick der drei Großen erscheint das den beiden Schafen auch sehr logisch. Welcher Wolf würde sich da nicht fürchten! Als die drei Hunde die Schafe freundlich und ruhig begrüßen, haben Lambert und Lamberta auch ihre Anfangsscheu überwunden und freuen sich über die Begegnung.

Plötzlich steigt den beiden ein köstlicher Duft in die Nase: es riecht nach Sommer, Sonne und Kräutern. Das kann nur eines bedeuten: frisches Heu! Thomas zeigt ihnen das große Heulager auf dem Kaindlhof mit den ganzen wunderbar duftenden Rundballen. Lambert und Lamberta öffnen schon ihre Münder, um einen großen Bissen zu nehmen, aber Thomas erklärt ihnen, dass frisches Heu noch gar nicht gesund ist. Die Ballen sind erst zwei Wochen alt und müssen mindestens noch sechs Wochen gelagert werden, bevor die Tiere davon fressen dürfen. Ansonsten gibt es ziemlich heftige Bauchschmerzen. Enttäuscht blicken sich die beiden Schäfchen an. Aber Bauchschmerzen? Nein, dass wollen sie auch nicht riskieren. Die beiden kennen das Gefühl von einem Ausflug in eine Obstplantage mit ziemlich vielen, großen Äpfeln und sie wissen noch genau, wie es in ihren Bäuchen rumort hat! Dann doch lieber frisches Gras, das gibt es auf dem Kaindlhof zum Glück zur Genüge. Die beiden lassen es sich also schmecken und sind schon sehr gespannt, was sie morgen erwarten wird.

Lambert und Lamberta packen mit an

Das Leben ist kein Ponyhof! Dieses Sprichwort haben Lambert und Lamberta auch schon oft gehört, wussten aber nie so richtig, was das wohl bedeutet. Bei ihrem Aufenthalt hier bei Helfende Tiere haben sie gelernt, dass so ein Therapiehof nicht nur richtig viel Spaß macht, sondern auch richtig viel Arbeit bedeutet. Denn nach den Therapiestunden mussten sie noch mit anpacken und beim Rasenmääääähen helfen. Rasenmääääähen? Das kennen die beiden Schafe nicht, wozu auch, das Gras schmeckt doch so wunderbar. Warum eine Maschine benutzen, wenn man doch Zähne hat, um es zu kürzen? Tz tz tz… da verstehe einer die Menschen.

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Naja, aber das ist schon okay, denn alle wollen es ja auch schön haben hier auf dem Begegnungshof und es kann ja nicht jeder so tolle Schafe haben wie Lambert und Lamberta. Aber wer weiß, vielleicht ziehen ja irgendwann doch einmal Schafe hier ein?!

Zwischen den Therapiestunden und am Wochenende helfen auch die Pferde und grasen genüsslich auf der Weide und auf dem Rasen. Da müssen die beiden Schafe aufpassen, dass sie beim Sonnen nicht übersehen werden und ihnen die Öhrchen angeknabbert werden.

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Und auch die KlientInnen helfen fleißig mit, wenn es zum Beispiel darum geht, einen Steinturm zu errichten oder die Kräuterbeete für die Pferde zu wässern.

Kräuterbeete für die Pferde? Ja, da habt ihr richtig gelesen. So etwas gibt es hier tatsächlich. Da dürfen sich Lambert und Lamberta auch den einen oder anderen leckeren Kräuterhalm abknabbern. Kööööstlich!

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Neben den Pferden gibt es hier auch einige Hunde, die in der Therapie mit den kleinen und großen Menschen auf dem Begegnungshof Helfende Tiere arbeiten. Hunde haben Lambert und Lamberta auf den anderen Höfen auch schon kennengelernt und das waren durchweg freundliche Gesellen, also wissen die Schafe, dass sie auch vor Grisu, dem großen, tollpatschigen Golden Retriever keine Angst zu haben brauchen. Grisu lädt die beiden Schafe sogar zu einer Schaukelrunde ein. Dabei wird es Lamberta etwas schwindelig und sie ist froh, als die Schaukel anhält und sie wieder absteigen kann. Aber Lambert hat richtig Spaß und in Grisu einen echten Kumpel gefunden. Der hat immer so schön viel Blödsinn im Kopf!

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Wenn es um ausgiebige Spaziergänge mit den Hunden geht, sind Lambert und Lamberta aber beide wieder mit von der Partie und freuen sich, wenn sie im Galopp mit ihnen laufen dürfen. Huiii, da wehen Ohren und Locken im Wind!

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Aber auch die schönste Zeit geht einmal vorbei und Lambert und Lamberta möchten ja auch noch andere Begegnungshöfe kennenlernen. Also verabschieden sich die beiden herzlich von Mischlingshund Elmo, aber auch allen anderen Zwei- und Vierbeinern.

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Vergnügte Pferde und entspannte Schafe

Lambert und Lamberta sind im Ruhrgebiet angekommen! Trotzdem fühlt es sich auf dem Begegnungshof In der Espe in Hattingen ein bisschen so an, als seien sie in der Schweiz gelandet. Kein Wunder, erklärt ihnen Lennja, die Hundedame, die sie gleich begrüßt: Die Gegend, in der der Begegnungshof liegt, heißt auch Elfringhauser Schweiz.

Nach Lennja lernen Lamberta und Lambert auch Nea kennen. Sie und Lennja sind die Yin- und Yang-Hunde des Hofes. Aber auch die Hühnerschar beguckt neugierig die beiden Besucher.

Sie machen erst einmal einen Rundgang über den Hof und stellen fest: Hier ist immer etwas los! Auf dem Hof in der Espe trifft man außer den Tieren auch große und kleine Menschen, die zu tierischen Begegnungen oder zum tiergestützten Coaching kommen. Außerdem lernen die beiden die tollen Menschen kennen, die sich hier mit um die Tiere kümmern, erfahren, dass Feriengäste aus aller Welt hier Urlaub machen und dass es hier sogar Gesangsunterricht und Musik gibt!

Den Tieren geht es hier ganz schön gut, findet Lamberta. Sie haben schöne große Ställe und Ausläufe, können auf die Weide oder ganz frei herum laufen. Außerdem ist die Versorgung großartig: Lambert und Lamberta werden mit Kirschzweigen, leckeren Kräutern und Gräsern verwöhnt. Die Pferde werden hier nicht geritten und alle Tiere dürfen frei entscheiden, wobei sie gern mitmachen möchten. Auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen wird geachtet, und die Atmosphäre auf dem Hof ist sehr entspannt und wertschätzend.

Die Schafe sind allerdings ziemliche Homies, findet Lambert. Carlotta, Keke, Kaspar, Edda und Kopernikus lieben ihren Stall über alles. Im Moment ist es aber auch ziemlich kribbelig draußen, wegen der ganzen Bremsen und Fliegen. Es gibt auch ein Tier, das im Haus lebt: Pauline, die zarte schwarze Katze, die sich sehr über den Besuch von Lambert und Lamberta gefreut hat.

Gemeinsam mit Lexa entdecken Lambert und Lamberta den Abenteuerpfad, der in den Wald führt, lernen die Pferde Pierre, Pedro, Shadow und Melvin kennen und verbringen Zeit bei ihren neuen SchaffreundInnen. Alle Tiere beriechen Lambert und Lamberta ausgiebig, denn sie bringen viele spannende Gerüche von ihrer bisherigen Reise mit.

 

Vom Blitz getroffen

Eigentlich wollten Lambert und Lamberta als nächstes zum Begegnungshof „Helfende Tiere“ weiterreisen. Der ist nämlich wie der letzte Hof, auf dem sie waren, in Niedersachsen, es wäre also gar keine weite Wanderung gewesen. Doch dann, sie waren schon fast angekommen, haben sie gehört, dass dort beim letzten großen Unwetter der Blitz eingeschlagen hat. Also haben die beiden beschlossen, erst einmal nicht dort zu stören, weil das Team bestimmt alle Energie dafür braucht, alle Unwetterschäden zu beseitigen und die beiden kleinen Schafe dort nur im Weg herumstehen würden. Lamberta wollte zwar gerne mithelfen, aber leider ist sie dafür wohl ein bisschen zu klein. Deshalb haben sich Lambert und Lamberta erst einmal auf den Weg ins Ruhrgebiet gemacht, wo sie auf dem Hof in der Espe mit Lexa, ihren Pferden, Schafen, Hunden und Hühnern bestimmt allerlei erleben können.

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Mit Humbold auf Entdeckungsreise

Die beiden reiselustigen Schafe sind nach der kurzen Pause wieder gestärkt und jetzt ganz neugierig, was es in Worpswede alles zu entdecken gibt. Lambert erzählt von ihrer Begegnung mit anderen Tieren:

„In den großen Bäumen redeten viele Vögel vom Kinderfüttern oder sangen, dazwischen riefen die Esel – zum Glück kennen wir das schon, man kann sich von dem Geräusch ganz schön erschrecken. Ein recht netter Hund, ich glaube, er hieß Unhold oder Humbold oder Kobold, bot sich an, uns herum zu führen. Lamberta wollte unbedingt schaukeln, mir war es eigentlich unheimlich so nah am Teich. Ich mag Wasser nur zum Trinken. Die Hühner hatten kaum Zeit uns zu begrüßen, sie sind überall unterwegs, anscheinend gibt es im Moment sehr leckere Insekten (nichts für mich)… Die Esel waren auch frei unterwegs und sehr freundlich zu uns, sie kennen sich mit Schafen gut aus. Humbold hat uns dann die Meerschweinchen und Kaninchen gezeigt, die hatten wenigstens Futter, das wir auch mögen!

Dann hat er uns noch mit zu der Glucke geschleppt, damit wir die Küken ansehen. Ich wäre lieber gleich zu den Schafen auf die Weide gegangen, aber ich glaube, Humbold mag die Küken sehr gern, da waren wir ein guter Vorwand, um mal wieder dort vorbeizuschauen. Danach hatte ich auch richtig Hunger auf Gras und freute mich, als wir endlich zur Schafweide gingen. Aber oh! Ich nahm drei Bissen und dann ließ ich es erst einmal. Meine Güte, das Gras schmeckt hier im Moor, so nennen sie diese Gegend hier, gar nicht so gut wie zum Beispiel bei Elisabeth im Alpenvorland. Aber das habe ich den Schafen nicht gesagt, das würde sie ja nur traurig machen. Naja, und wenn man sehr hungrig ist… nach einiger Zeit gewöhnt man sich auch an dieses Gras. Aber die elf Schafe, die sind eine sehr lustige Gruppe und selbst Lamberta und ich, die wir doch schon erwachsen sind, haben am Abend mitgespielt. Die Schafe haben gefragt, ob wir mit zum Berg kommen zum rauf- und runterrennen. Ich dachte an einen richtigen Berg und musste lachen, als ich den kleinen Hügel sah, der hier im Flachland ein Berg ist! Aber das Spiel hat Spaß gemacht. Sie haben hier eine kleine alte dicke Ziege, die eine echte Stimmungskanone ist. Diese Ida steckt alle an, so dass am Ende nicht nur die Lämmer, sondern alle Schaf und Ziegen hinauf und herunter rennen und Sprünge machen. Jolene, das älteste Schaf, hat uns alle vorgestellt und ich muss schon sagen: es gibt ein paar sehr hübsche Mädchen hier, zum Beispiel das kleine Fräulein Drachenzahn oder die schwarze Ricola. Mit Lamberta können sie natürlich trotzdem nicht mithalten! Lamberta allerdings findet leider auch Cedric und Campino sehr nett und cool. Die beiden sind sehr stolz auf ihre Mutter Carla Columna, von der es heißt, sie sei einmal ganz allein in Bremen spazieren gegangen. Alle Schafe kennen sich beinahe so gut wie wir aus mit der Welt, weil sie oft mit ihrem Hänger ausfahren. Davon erzählen sie gern und geben auch ein wenig an. Aber ansonsten gefällt es uns beiden sehr gut in ihrer Herde.“

Lamberta ergänzt: „Wir haben dann auch bei den Schafen übernachtet und haben uns wirklich wohl gefühlt, mal wieder in einer richtigen Schafherde zu sein. Am nächsten Tag gab es dann ‚Arbeit‘, wie die Schafe sagen: Beinahe eine ganze Herde Frauen kam auf die Weide und dann haben sie sich auf etwas Buntes gelegt, einige hatten die Augen zu. Das war ein bisschen doof, denn im Liegen können Menschen nicht so gut Schafe kraulen. Aber ganz gemütlich war es doch. Ganz prima war es aber, als noch einen Tag später Kinder zu uns kamen – die konnten uns sehr gut kratzen und kuscheln!“

Jeder Abschied ist der Anfang einer Reise

Seit Lambert in Lamahausen angekommen ist, ist schon etwas Zeit vergangen. Eigentlich wollte er gar nicht so lange an einem Ort bleiben, doch nachdem er Lamberta kennengelernt hat, konnte er sich nicht vorstellen, jemals an einem anderen Ort als sie zu sein. Zu seinem großen Glück hat Lamberta eingewilligt, mit ihm auf Reisen zu gehen! Jetzt, nachdem er Bekanntschaft mit den Tieren von Lamahausen gemacht hat, möchte Lambert gerne weiterziehen und Neues entdecken. Und auch Lamberta fühlt sich frühlingshaft abenteuerlustig. Also heißt es Abschied nehmen von den Menschen und den Tieren.

Die beiden kleinen Schafe machen einen großen Rundgang über den ganzen Hof: Sie fangen an bei den Lamas und Eseln auf der großen Weide. Leo Löwenherz reibt seine Nase freundschaftlich an Lamberta und bedenkt Lambert noch einmal mit einem strengen Blick: „Dass du sie mir ja wohlbehalten wieder zurückbringst!“

Weiter geht es mit den Ziegen. Lamberta schmiegt sich noch einmal an Merlin und Fidelma, die kleinen Zicklein, die gar nicht mehr so klein sind und schon fröhlich draußen herumspringen. Sicherlich werden sie schon richtig groß geworden sein, wenn Lamberta wieder zurück nach Lamahausen kommt!

Auch von den Alpakas verabschieden die beiden sich. Diego ist ein bisschen traurig, dass seine gute Freundin Lamberta nun für eine Weile nicht mehr in seiner Nähe ist, doch Lamberta tröstet ihn: „Jetzt wird es Sommer, und im Sommer passiert immer so viel in Lamahausen! Bestimmt erlebst du auch ganz viele spannende Dinge, und wenn ich wiederkomme, können wir uns gegenseitig von unseren Erlebnissen erzählen.“

Die Schweine Rudi, Toni und Frederik sind ebenfalls schon ganz gespannt, was Lambert und Lamberta zu berichten haben, wenn sie von ihrer Reise zurückkehren. Die Kaninchen sind entspannter: „So leckere Löwenzahnblätter wie hier gibt es bestimmt nirgendwo sonst.“ Und Hahn Fridolin kräht: „Haltet Ausschau, ob ihr einen Hahn trefft, der einen schöneren Weckruf hat als ich. Ich wette, das kann niemand!“

Die Menschen auf dem Hof streicheln Lamberta und Lambert noch einmal liebevoll zum Abschied. Mit ihnen verabschiedet sich auch das kleine Hunderudel. Josie wedelt aufgeregt mit dem Schwanz und ist hin- und hergerissen: „Das ist ja ganz schön spannend, was ihr zwei vorhabt. Ich würde auch gerne mitkommen und neue Leute kennenlernen. Aber ich würde mein Frauchen viel zu sehr vermissen!“

Den schwersten Abschied hat Lamberta sich bis zum Schluss aufgespart. Sie verabschiedet sich von ihrer Schafherde und verdrückt dabei ein kleines Tränchen. Doch die alte Ludmilla tröstet sie: „Das ist eine einmalige Chance, die du hier nutzt. Und du kommst ja wieder hierher zurück. Wir werden deine Reise am Computer verfolgen und uns mit dir freuen über alle schönen Dinge, die du erlebst. Und jetzt los, genießt eure Reise!“

So machen sich Lambert und Lamberta auf den Weg. Hofkatze Junia begleitet sie noch bis an den Waldrand, danach sind die beiden Schafe auf sich gestellt. Sie sind gespannt, was sie erleben werden!