Blumen aus dem Wintermantel

Ein weiterer Morgen auf dem Häuslemaierhof beginnt mit strahlend blauem Himmel – es sieht einmal mehr nach einem heißen Sommertag aus. Das ist nicht nur schön: Lambert und Lamberta haben bemerkt, dass die Wiesen sehr trocken sind, es hat schon einige Wochen nicht mehr geregnet. Die Bäume hängen voll mit Äpfeln, Zwetschgen und Mirabellen und dürsten nach Wasser, um zur vollen Reife zu kommen. Auch den Ponys macht die Hitze zu schaffen: Sie stehen versammelt unter einem Apfelbaum, der ihnen Schatten spendet, und wedeln sich gegenseitig mit dem Schweif die Fliegen und Bremsen weg.

Am Nachmittag kommt, wie alle zwei Wochen, die Mädchengruppe zu Besuch. Lambert und Lamberta sind neugierig: Was machen die Mädchen denn, wenn sie auf dem Hof sind? Die Kinder erzählen ihnen von ihren Unternehmungen: Sie dürfen mithelfen, die Tiere zu versorgen und zu pflegen, manchmal machen sie auch Spaziergänge mit Ziegen und Ponys oder beobachten Libellen und Kröten am Teich. Weil es heute aber zu heiß ist, um in der Sonne zu sein, schlägt Emily ihnen vor, im Schatten mit der Wolle weiter zu arbeiten, die sie beim letzten Besuch gewaschen haben. Darauf haben die Mädchen große Lust, am liebsten mögen sie etwas daraus filzen. Also holen sie die Wolle hervor, und prompt kommt Hammel Lambert herbei getrottet, als wolle er schauen, was da mit seinem „Wintermantel“ geschieht.

Zuerst bürsten sie die Wolle mit der Kardiermaschine, dann stellen sie Wasser und Seife bereit, und los geht’s: Jetzt werden Kugeln gerollt und geknetet, bis letztendlich eine kleine Blüte daraus entsteht, so dass jedes Mädchen ihr eigenes kleines Kunstwerk mit nach Hause nehmen kann.

Da heute das letzte Gruppentreffen vor den Sommerferien ist, darf sich jedes Mädchen selbst aussuchen, was es auf dem Hof noch tun will. Die einen möchten zu den Kaninchen ins Gehege und pflücken dafür noch Grünzeug zum Füttern. Andere mögen beim Füttern der Schweine und Esel mitmachen, ein Mädchen will gerne im Nest der Hühner nach Eiern schauen und zwei Mädchen helfen mit, die Ziegen in den Stall zu bringen. Schnell vergeht der Nachmittag, es ist 18 Uhr und die Eltern stehen schon im Hof zum Abholen. Auch die Eltern haben ihre Freude an den Tieren: Ein Vater sitzt in der Hocke und krault den Kater, eine Mutter bewundert Hammel Lambert, der mitten unter den Kindern steht und sich unendlich bekuscheln lässt, ein anderer Elternteil stellt Fragen über Lambert und Lamberta, da die Tochter bereits von ihnen erzählt hat. Auch an diesem Abend gehen Kinder wieder erfüllt vom Hof.

Nun genießen Lambert und Lamberta ihren letzten wunderschönen Sonnenuntergang hier oben auf dem Berg, bevor sie sich zu den Schafen schlafen legen. Morgen wollen sie ausgeruht sein: Ihre Reise geht weiter und führt sie zum nächsten Hof nach Bremen. Emily und Martin verabschieden sich schon einmal von den beiden und wünschen ihnen eine gute Reise und weiterhin viele interessante Erlebnisse mit Mensch und Tier.

Lambert trifft Lambert

Heute sind Lambert und Lamberta durch lautes Blöken geweckt worden. Auf der Suche nach dem Ursprung des Geräuschs haben sie noch einen Lambert kennengelernt: Der Hammel ist schon vierzehn Jahre alt und hat nur noch einen Zahn. Dafür kann er noch ausgezeichnet hören, und sobald am Wohnhaus der Menschen eine Tür aufgeht, läuft er dorthin und blökt. Er bekommt auch gleich von Bauer Martin eine Schüssel mit Brei gereicht, die er ruckzuck leer schlabbert. Dann trottet er gesättigt wieder zu den anderen Schafen zurück. Nun werden die Esel und Ziegen aus dem Stall auf die Weiden geführt, die Schweine, Meerschweinchen, Kaninchen und Hühner bekommen ihr Futter, und Lambert und Lamberta schauen mit Bauer Martin zusammen nach den Ponys und Rindern. Dann endlich gibt es auch Frühstück für die Menschen selber.

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Am Vormittag steht kein Programm auf dem Hof an. Die Tiere grasen und dösen entspannt, und Lambert und Lamberta freuen sich über das ruhige Zusammensein.

Nachmittags ist allerdings wieder Action angesagt: Es fahren gleich mehrere Autos auf den Parkplatz und eine Menge Kinder springen aufgeregt heraus – heute ist ein Kindergeburtstag mit Tieren auf dem Häuslemaierhof. Zu Beginn werden die Regeln erklärt. Zum Beispiel sollen die Tiere nicht im Gesicht angefasst werden, weil sie das nicht mögen. Lamberta findet gut, dass die Kinder das lernen, auch, dass ein Tier sich zurückziehen darf, wenn es keine Lust auf eine Begegnung hat.

Dann geht die Kinderschar mit Emily los und besucht jede Tiergruppe, hört etwas über die jeweilige Art und die einzelnen Persönlichkeiten. Die Kinder dürfen die Tiere befühlen, den Kleintieren etwas Löwenzahn pflücken und selber füttern. Am Ende des Geburtstagsnachmittages grillen alle miteinander Stockbrot am Feuer, bevor die Kinder wieder in die Autos steigen und erfüllt und zufrieden nach Hause fahren.

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Schlammbaden mit den Minischweinen

Der nächste Tag beginnt mit strahlend blauem Himmel. Gerade als es hell wird, sehen Lambert und Lamberta oben auf der Weide beim Wald zwei braune Vierbeiner rennen. Was sind das wohl für Tiere? Sie scheinen nicht hier zu wohnen. Doch die Schafe der Herde hier kennen sie: „Das sind Füchse, sie tollen oft früh morgens hier herum! Sie fühlen sich auf dem Hof hier vielleicht genauso wohl wie wir.“ Auch ein Reh grast friedlich am anderen Ende der Weide. Das ist neu für Lambert, der noch nie erlebt hat, dass Wald- und Hoftiere sich eine Wiese teilen.

Später am Morgen spazieren zwei Mädchen über den Häuslemaierhof. Sie machen hier Urlaub mit ihren Eltern und haben immer wieder Freude daran, die Minischweine Elvis, Rose und Fine zu beobachten. Heute schüttet der Bauer den Schweinen Wasser in eine Kuhle und die drei legen sich sofort hinein. Sie drehen und wenden sich, bis sie aussehen wie Wildschweine. Dann legen sie sich genüsslich in die Sonne und dösen. Bauer Martin erklärt, dass die Schweine das Schlammbad zur Kühlung und als Schutz vor Insekten und der Sonne brauchen. Das finden die Mädchen lustig: „Vielleicht sollten wir uns auch in den Matsch legen, dann brauchen wir keine Sonnencreme!“

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Am Nachmittag kommen elf Kinder eines Jahreskurses auf den Hof. Lambert und Lamberta lauschen mit den Kindern der Geschichte von den „Zwibbelchen“, die Ähnlichkeiten mit Zwergen haben und in Wald und Flur den Pflanzen und Tieren zur Seite stehen. Im Anschluss bauen die Kinder am Waldrand kleine Hütten für die Zwibbelchen. Dabei tun sie gleich noch etwas Gutes für die Menschen und Tiere hier, haben sie doch auf dem Waldboden Glasscherben und eine Zigarettenkippe gefunden und aufgesammelt, damit sich niemand daran verletzen kann.

Beim munteren Hüttenbauen schaut mal das Pony Max, mal der Kater Schnurr vorbei. Hündin Ayla hat immer wieder Lambert und Lamberta im Blick, sie riechen so anders als der Hammel Lambert vom Hof! Bei der Wald- und Wiesenaktion entdecken die Kinder hier einen schönen Schmetterling, dort eine Ameisenstraße, ein leeres Schneckenhaus, es gibt dauernd etwas Neues anzuschauen. Lambert und Lamberta sehen sich gemeinsam mit den Kindern im Wald um und sind begeistert von der Vielfalt der schönen kleinen Dinge dort.

Gutes für Tiere und Menschen

Am nächsten Morgen werden Lambert und Lamberta mit den ersten Sonnenstrahlen wach und sind erstaunt über die Stille, die nur durch frühen Vogelgesang und erstes Gackern der Hühner durchbrochen wird. Doch kaum drei Stunden später kommt Leben auf den Hof: Eine Grundschulklasse rückt an, um mit Martin, dem Bauer des Häuslemeierhofes, die Tiere näher kennen zu lernen und ihnen etwas Gutes zu tun – zum Beispiel mittels Fellpflege und Stall ausmisten. Nebenbei sammeln die Schüler Kräuter: Zitronenmelisse, Sauerampfer und noch viele andere. Daraus bereiten sie eine Kräuterlimonade zu, und das inmitten von freilaufenden Schafen, Ziegen und Ponys. Die kommen auch gerne mal näher, um zu schauen, was die Zweibeiner da so machen.

Über Mittag freuen sich Lambert und Lamberta, dass es nun wieder ruhiger ist, da die Schulklasse den Hof wieder verlassen hat. Schließlich ist es auch noch 30° C warm und Ausruhen im Schatten tut jetzt gut.

Am Nachmittag kommt noch ein Junge zu Besuch. Da er oft sehr unruhig ist, sich kaum konzentrieren kann und es ihm schwerfällt, Regeln einzuhalten, darf er alleine hier sein und wird von Emily zu den Tieren begleitet. Emily ist nicht nur Fachkraft für tiergestützte Interventionen und Bauernhofpädagogin, sondern auch die Frau von Martin. Heute begleiten Lambert und Lamberta Emily und ihren Besuch. Sie treffen heute die Kaninchen und Meerschweinchen. Erst ist der Junge sehr aufgeregt und will alles Mögliche über die Kaninchen wissen. Emily beantwortet seine vielen Fragen und bespricht ein paar Regeln mit ihm, dann darf er zu den Kaninchen ins Gehege steigen und sich dort hinsetzen. Anfangs ist er noch etwas nervös, aber schnell wird er ruhiger und hält den Kaninchen eine Riesenkarotte hin. Lambert und Lamberta bekommen bei diesem Anblick auch gleich Appetit – aber jetzt sind sie doch viel zu neugierig darauf, was wohl geschieht. Nach wenigen Minuten sitzen sieben Kaninchen um den Jungen herum und knabbern abwechselnd an der Möhre, während der Junge immer stiller wird und ganz interessiert die Nagetiere beobachtet. Ähnliches geschieht kurze Zeit später auf wundersame Weise auch bei den Meerschweinchen, erst etwas Aufregung, dann bald stille Einkehr. Lambert und Lamberta sind beeindruckt, welche Wirkung die kleinen Tiere auf den zuvor so aktiven Jungen haben.

Nach diesem Besuch kehrt dann wieder eine wohltuende Ruhe auf dem Hof ein, die Abendfütterung wird getätigt, hier und da hört man ein Huhn leise gackern, ein Schaf blöken und ein Pony schnauben, alles strahlt eine friedliche Atmosphäre aus und ein schöner Tag geht zu Ende. Was der nächste Tag wohl bringen mag?

Entspannen im Schwarzwald

Heute sind Lambert und Lamberta im Südwesten Deutschlands, im Schwarzwald angekommen, auf dem Häuslemaierhof östlich von Freiburg.

Beim Ankommen waren sie sehr überrascht: von hier aus hat man einen herrlichen Panoramablick über das Dreisamtal nach Westen bis zu dem französischen Mittelgebirge, den Vogesen. Um den Hof herum befinden sich große saftige Wiesen, die zum Teil von Wald begrenzt sind. Rundherum sieht man die verschiedensten Tierarten grasen: eine Rindergruppe, Ponys, Pferde, Esel, Ziegen, Schafe, in einem Gehege suhlen sich gerade die Minischweine, in einem anderen Gehege gackert eine Hühnerschar munter herum, dahinten liegt eine Katze und lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen, und ein kleiner Hund rennt einem Ball nach. Im Kaninchen- und Meerschweinchengehege ist gerade Chillen angesagt, alle liegen ganz entspannt im Heu.

Müde von der Reise suchen sich Lambert und Lamberta nun einen Schlafplatz, den sie auch schnell bei dem Schaf Nelly finden. Gespannt auf den morgigen Tag schlafen sie ein.

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Kleine Baumeister

Nach einem geruhsamen Sonntag nur mit Juliane, der Chefin, den Tieren, Sonnenschein und Nordseebrise wird es am Montagmorgen direkt wieder betriebsam. Zehn Kinder kommen zum Baumeister-Ferienprogramm: Eine Woche lang sind die zehn Kinder jeden Vormittag auf Tomtes Hof und wollen einen Fressplatz-Unterstand für die Esel und Pferde bauen. Da staunt Lambert nicht schlecht: „Ja, kennt ihr euch denn mit dem ganzen Baukram aus?“, fragt er die Kinder interessiert. Aber Simon, Timo und Flo, die Betreuer des Ferienprogramms, sind ganz zuversichtlich, schließlich haben sie einen Bauplan und alles Material ist schon zugeschnitten. Da wird der Boden vermessen, Löcher für die Träger gebuddelt, geschraubt und gehämmert, gebohrt und geraspelt.

Lamberta ist tief beeindruckt: „Sind das fleissige Kinder!“ Lambert und sie lassen sich anstecken und helfen kräftig mit. Zwischendurch gibt es schöne Pausen mit leckerem, Frühstück, spielen, schaukeln und rutschen, Schafe kuscheln und Pfefferminztee aus dem Garten – den kocht Leon am liebsten und das bei jedem Ferienprogramm, zu dem er hier sein kann. Denn solche Wochenbetreuungen gibt es auf Tomtes Hof in den Ferien ganz viele, finden Lambert und Lamberta heraus. Im Programmheft, das die beiden in der Mittagsstunde ansehen, finden sie auch eine Schaf-Woche – wie toll!

Viele Kinder waren schon oft dabei und fühlen sich auf Tomtes Hof und seinen Tieren pudelwohl. Kein Wunder, finden Lambert und Lamberta.

Doch bevor der Futterunterstand fertig ist, ziehen Lambert und Lamberta schon weiter. Die Kinder versprechen, ihnen Fotos vom fertigen Bauwerk zu schicken, auf Facebook kann man nächste Woche bestimmt auch davon lesen, erklärt Simon.

Dann müssen sich Lambert und Lamberta noch von Tomte, den Menschen und Tieren auf Tomtes Hof verabschieden. „Es war schön hier auf dem Hof, herzlich und entspannt. Jetzt wollen wir nochmal in den Süden reisen, Richtung Freiburg auf den Häuslemaierhof und Grüße von Juliane an Emily und Martin überbringen.“