Ein Ende und ein Anfang

Nach ein paar entspannten Tagen in Lamahausen überlegen Lamberta und Lambert, wie es weiter gehen soll. „Wir sind auf allen Begegnungshöfen gewesen“, stellt Lambert fest. „Was machen wir denn jetzt?“

Lamberta denkt nach. „Das Reisen hat mir ganz schön viel Spaß gemacht. Es war toll, all die unterschiedlichen Tiere und Menschen kennenzulernen! Eigentlich ist es schade, dass es bisher nur so wenige Mensch-Tier-Begegnungshöfe gibt.“

„Das stimmt“, pflichtet Lambert ihr bei. „Aber da kommt mir eine Idee: Was hältst du davon, wenn wir weiter reisen und die Augen offen halten – vielleicht gibt es ja doch noch mehr Höfe da draußen, auf denen sich Menschen und Tiere auf Augenhöhe begegnen können?“

Lamberta findet diese Idee gut: „Und wenn wir so einen Hof finden, können wir dort ein bisschen bleiben, die Seele baumeln lassen, neue Leute treffen und unseren alten Buddies davon erzählen – vielleicht wächst das Netzwerk Begegnungshöfe ja noch.“

Gesagt, getan: Nachdem sich die beiden Schäfchen von all den Tieren und Menschen in Lamahausen verabschiedet haben, machen sich Lamberta und Lambert wieder auf eine Reise – dieses Mal ohne festes Ziel, aber mit der Überzeugung, bestimmt schöne Orte für Mensch und Tier zu finden. Wer weiß, vielleicht kommen sie ja auch bei dir vorbei?

Jubiläumsfest

Endlich ist Samstag und das Fest gekommen, auf das sich Lamberta und Lambert schon gefreut haben. In Lamahausen ist schönes sommerliches Feierwetter und nach den Vorbereitungen mit vielen fleißigen Helfern sind das Begegnungshof-Team und die Tiere fertig für die Gäste. Auch Lambert und Lamberta begrüßen alte und neue Bekannte – es haben sich ein paar Gesichter eingefunden, die sie von ihrer Reise kennen.

Nach einem besinnlichen Einstimmung und einem Rückblick auf den Grund für das Fest – den Verein Lamas helfen Menschen e.V., der wie das Netzwerk Begegnungshöfe seit zehn Jahren besteht – gibt es leckeren Kuchen für alle. Außerdem machen Trancas Trabanten Musik auf dem Hof; auch die beiden Schäfchen dürfen einmal mitspielen.

Dann läuft Lambert bei einer der Schnupperwanderungen mit den Lamas und Alpakas mit. Lamberta bleibt lieber auf dem Hof, um die restlichen Tiere zu besuchen und Zeit mit ihrer Herde zu verbringen. Auch hier sind noch viele Menschen, die sich über den Begegnungshof informieren, leckere vegetarische Snacks naschen oder einfach nur die Tiere beobachten. Erst am Abend löst sich die Gesellschaft langsam auf, und Lambert und Lamberta freuen sich darauf, morgen gemütlich auszuschlafen.

Huhn im Haus

Nachdem sie über den Paddock gegangen sind, kommen sie zu einem Tiergehege, in dem eine Herde Ziegen lebt. Der Ziegenbock Harry steht am Zaun und meckert. „Immer diese Schafe, seid ihr schon wieder ausgebüchst? Husch husch, zu eurer Herde! Ungehörig, einfach so hier an meinem Gehege rumzulaufen.“

Harri

Schnell gehen Lamberta und Lambert weiter, bis sie auf eine sehr alte Ziege treffen, die  außerhalb des Geheges steht. Sie frisst eine wohlriechende… „Pampe?“, fragen sich die zwei Schafe verdutzt, als sie in die Schüssel schauen. „Moin“, sagt die Ziege, „ich bin Rosita.“ „Guten Tag“, erwidert Lamberta, „sag mal, was frisst du denn da?“ „Das sind Heucobs. Ich habe nämlich fast gar keine Zähne mehr, aber die Menschen sind so freundlich und bringen mir immer eine Extramahlzeit. Dafür habe ich ihnen, als mir mal ein Zahn ausgefallen ist, diesen geschenkt. Die Menschen machen immer Führungen über unser Gelände und die Kinder sind ganz begeistert von meinem Zahn“, sagt sie stolz.

Lambert und Lamberta gehen weiter. „Ob es hier auch Schafe gibt?“, fragt sich Lamberta. „BESUCHER!!!“, ruft es plötzlich aus einem Gebüsch und Lambert und Lamberta sind von mindestens zehn Hühnern umzingelt. „Haben sie Kekse???“, ruft eine Henne. „Oder Brötchen??“, eine Andere. „Nein, diese beiden haben nichts dabei“, grölt eine weitere Henne und genau so schnell wie sie da waren, gehen die Hühner auch wieder ihrer Wege. Die meisten legen sich wieder in ein Gebüsch, andere machen ein Sandbad in einem der Sandlöcher und bleiben danach mit ausgebreiteten Flügeln liegen.

Hühner

„Entschuldigung“, sagt Lamberta verlegen zu einem vorbeigehenden Huhn. „Leben auf diesem Hof auch Schafe?“ „Schafe? Natürlich! Kommt mit, ich bringe euch hin. Ihr müsst wissen, wir Hühner kennen jedes Tier hier auf dem Hof, denn wir laufen über das ganze Farmgelände und dürfen überall hin.“ „Überall? Auch in die Häuser?“, fragt Lambert. „Ja natürlich“, sagt die kleine weiße Henne. „Meine Freundinnen trauen sich zwar nicht. Aber ich, ich mache fast täglich einen Kontrollgang durch das Kindercafe. Manchmal liegen dort nämlich Tüten mit Brot, die uns liebe Besucher bringen.“ „Und die Menschen erlauben das?“ „Ach, die Menschen“, schmunzelt die kleine Henne, „die finden meist nur einen Klecks von mir. Weil sie immer so schrecklich viel zu tun haben, merken sie gar nicht, wenn ich die Futterspenden kontrolliere.“

Melita

„Da sind sie!“, ruft Lamberta freudig und läuft los. Auf einer hügeligen Weide hat sie sieben Schafe entdeckt. „Das sind Leo und Leonie, Daniel, Polly, Vita, Betty und Tiffi“, stellt die Henne die Schafe vor. „Und ich heiße übrigens Melita.“ Lambert und Lamberta bedanken sich herzlich und wenden sich der Herde zu. Neugierig werden sie betrachtet und ausgefragt. Denn es kommt schließlich nicht ständig ein Schaf auf Wanderschaft vorbei. So erzählen die Reisenden ihren Artgenossen von den verschiedenen Höfen und was sie dort schon alles erlebt haben.

Und auch die Schafe der Stadtteilfarm erzählen von ihrer Arbeit mit den Kindern, die sie oft besuchen, von wunderbaren Bürstenmassagen und Ausflügen zur Apfelwiese. Sie sind glücklich mit dem Leben, das sie hier führen.

Als Lamberta so inmitten der Schafherde steht, bekommt sie doch ein bisschen Heimweh nach ihrer Herde in Lamahausen. Sie und Lambert waren ja auch eine ganze Weile unterwegs – als sie sich kennengelernt haben, hat es noch geschneit und jetzt ist der Sommer schon auf seinem Höhepunkt angelangt. Also schlägt Lamberta ihrem Freund vor: „Wir waren ja jetzt auf allen Begegnungshöfen, die es bisher gibt im Bündnis Mensch & Tier. Was hältst du davon, wenn wir jetzt so langsam wieder aufbrechen und zurück zu meiner Herde wandern? Ich bin ganz neugierig, was dort alles passiert ist, seit wir in die weite Welt gezogen sind, und ich vermisse meine Freunde dort auch ein bisschen. Außerdem habe ich gehört, dass es in Lamahausen bald ein großes Fest gibt, wollen wir dort nicht auch mitfeiern?“ Lambert ist einverstanden und so machen sich die beiden kleinen Schafe aus dem Norden wieder auf den Weg in die Rhön – nicht, ohne sich von allen Menschen und Tieren auf der Stadtteilfarm herzlich zu verabschieden.

Die Senioren auf der Farm

Auf ihrer Entdeckungstour über die Stadtteilfarm kommen Lamberta und Lambert zu einem Gehege mit wunderbarem Schatten. Wer hier wohl wohnt?

„Grunz, grunz!“ Ein großer Körper regt sich schwerfällig aus dem Schatten und fragt verdutzt: „Wer seid denn ihr?“ „Wir sind Lambert und Lamberta, wir sind Reisende und besuchen die Begegnungshöfe.“ „Ach ja, diese Sache mit den Begegnungshöfen. Ich weiß noch, wie das vor zehn Jahren alles angefangen hat! Endlich stellt sich jemand mal persönlich vor. Du musst wissen, mein Bruder Ratz und ich, wir leben schon hier, seit wir kleine Ferkel waren.“

Aus dem hinteren Teil des Geheges hört man eine tiefe Stimme brummen: „Naja, das ist aber auch schon ein bisschen her, meinst du nicht, Rübe? Wir sind nämlich schon elf Jahre alt.“ „Waaas? Ach, deswegen seid ihr schon so grau. Ihr seid ja richtige Senioren!“

Auch Lambert staunt: Elf Jahre? Das ist für Schweine und Schafe schon ein beträchtliches Alter. „Und“, fragt Lamberta, „wie geht es euch denn hier? Eure Weide am Eingang des Hofs ist ja ganz verdorrt. Kümmern sich die Menschen denn überhaupt gut um euch?“

„Uns geht es gut“, grunzt Rübe, „wir haben unsere Suhle. Durch die bleibt unsere kleine Wiese immer grün und saftig. Das mögen wir sehr. Und auch die Gänse schlüpfen jeden Tag durch unseren Zaun und quatschen mit uns.“

Lambert und Lamberta schauen sich weiter um. Neben den Schweinen wohnen drei Alpakas. Neugierig kommen sie an den Zaun. Chico, der Mutigste der Alpakas, begrüßt Lambert mit einem Nasenkuss, eine freundschaftliche Geste bei diesen Tieren. „Wie macht ihr das hier bei dieser Hitze?“, fragt Lamberta die drei. „Es ist schlimm dieses Jahr“, sagt Flynn, der Kleinste, aber Älteste der Alpakas, „es will einfach nicht regnen. Aber die Menschen geben uns gutes Heu und gehen mit uns zu den schattigen Plätzen auf der Farm, wo es noch ganz viel leckeres, saftiges Gras gibt.“

Zwei Esel stecken ihre Köpfe durch den Zaun. „Wer seid denn ihr?“, wollen die beiden Schafe wissen. „Wir sind Hildchen und Camillo, die Esel von der Stadtteilfarm.“ Die Esel zeigen den beiden Schafen ihren Stall und ihr Außengelände. „Wir können jederzeit rein und raus. So einen Luxus hat nicht jeder Vierbeiner!“

Esel

Die beiden Esel stellen Lambert und Lamberta auch noch die Ponys der Farm vor. „Troy ist erst seit einem Jahr hier. Aber er macht sich ganz gut,“ sagt Camillo. „Ich bin sozusagen sein Ausbilder und er ist mein Auszubildender.“ „Nanana“, brummelt eine Stimme aus dem Hintergrund, „Camillo, sollst du immer so flunkern?“

Erst jetzt bemerken die kleinen Schafe das Pony in einem kleinen Unterstand. „Warum sieht er uns nicht an?“, flüstert Lamberta Hildchen, der Eseldame, zu. „Er ist blind, aber er ist schon seit Anfang an hier.“. „Seit dem Anfang?!“, wiederholt Lamberta laut. „Genau“, brummelt das Pony, „1991 bin ich hier eingezogen. Das sind jetzt schon 27 Jahre, ich kenne mich hier aus.“

„Wow, so lange lebst du schon hier? Dann kennst du ja alle Menschen und Tiere!“ „Das kann man wohl sagen und hier auf der Farm, da arbeiten die unterschiedlichsten Menschen. Manche sind schon alte Freunde und wir kennen uns schon Jahre, wieder andere kommen und gehen. Das sind Freiwillige, Praktikanten und auch Menschen, die es in der Arbeitswelt zuvor nicht so einfach hatten.“ „Ach“, fragt Lambert, „sind denn hier nur Erwachsene?“ „Nein, nein“, antworten die Esel im Chor. „Hier gibt es viele, viele Kinder! Von ganz klein bis gaanz groß! Die machen oft Spaziergänge mit uns oder geben uns eine fantastische Bürstenmassage. Aber die Erwachsenen sind immer dabei und passen auf uns auf.“

Ein Pferd am See

 

Eine Farm in der Stadt

Lambert und Lamberta sind ein bisschen verwirrt, sie finden diese „Stadtteilfarm“ einfach nicht. „Lambert, hier kann doch kein Begegnungshof sein. Wir sind doch mitten in der Stadt. Große Häuser und Straßen und sooo viele Menschen!“

Sie finden einen netten Mann, der ihnen weiterhilft. „Doch, doch. Die Stadtteilfarm? Die ist hier gleich um die Ecke! Gegenüber vom See“, sagt er. „Wo soll denn hier bitte ein See sein, Lambert?“, fragt Lamberta. Sie laufen die Straße entlang und langsam aber sicher wird es immer grüner. Und siehe da: Sie haben doch tatsächlich einen See gefunden!

Der See

Und gegenüber ein großes Tor: „Staadtteilfaaarmm“, liest Lambert.

Schild Begegnungshof

„Endlich sind wir richtig. Aber Lamberta, schau doch mal. Wie sieht es denn hier aus? Das Gras ist ja total vertrocknet. Die armen Farmtiere, hoffentlich geht es ihnen auch gut bei dieser Hitze!“

weide am Eingang

Gutes für Tiere und Menschen

Am nächsten Morgen werden Lambert und Lamberta mit den ersten Sonnenstrahlen wach und sind erstaunt über die Stille, die nur durch frühen Vogelgesang und erstes Gackern der Hühner durchbrochen wird. Doch kaum drei Stunden später kommt Leben auf den Hof: Eine Grundschulklasse rückt an, um mit Martin, dem Bauer des Häuslemeierhofes, die Tiere näher kennen zu lernen und ihnen etwas Gutes zu tun – zum Beispiel mittels Fellpflege und Stall ausmisten. Nebenbei sammeln die Schüler Kräuter: Zitronenmelisse, Sauerampfer und noch viele andere. Daraus bereiten sie eine Kräuterlimonade zu, und das inmitten von freilaufenden Schafen, Ziegen und Ponys. Die kommen auch gerne mal näher, um zu schauen, was die Zweibeiner da so machen.

Über Mittag freuen sich Lambert und Lamberta, dass es nun wieder ruhiger ist, da die Schulklasse den Hof wieder verlassen hat. Schließlich ist es auch noch 30° C warm und Ausruhen im Schatten tut jetzt gut.

Am Nachmittag kommt noch ein Junge zu Besuch. Da er oft sehr unruhig ist, sich kaum konzentrieren kann und es ihm schwerfällt, Regeln einzuhalten, darf er alleine hier sein und wird von Emily zu den Tieren begleitet. Emily ist nicht nur Fachkraft für tiergestützte Interventionen und Bauernhofpädagogin, sondern auch die Frau von Martin. Heute begleiten Lambert und Lamberta Emily und ihren Besuch. Sie treffen heute die Kaninchen und Meerschweinchen. Erst ist der Junge sehr aufgeregt und will alles Mögliche über die Kaninchen wissen. Emily beantwortet seine vielen Fragen und bespricht ein paar Regeln mit ihm, dann darf er zu den Kaninchen ins Gehege steigen und sich dort hinsetzen. Anfangs ist er noch etwas nervös, aber schnell wird er ruhiger und hält den Kaninchen eine Riesenkarotte hin. Lambert und Lamberta bekommen bei diesem Anblick auch gleich Appetit – aber jetzt sind sie doch viel zu neugierig darauf, was wohl geschieht. Nach wenigen Minuten sitzen sieben Kaninchen um den Jungen herum und knabbern abwechselnd an der Möhre, während der Junge immer stiller wird und ganz interessiert die Nagetiere beobachtet. Ähnliches geschieht kurze Zeit später auf wundersame Weise auch bei den Meerschweinchen, erst etwas Aufregung, dann bald stille Einkehr. Lambert und Lamberta sind beeindruckt, welche Wirkung die kleinen Tiere auf den zuvor so aktiven Jungen haben.

Nach diesem Besuch kehrt dann wieder eine wohltuende Ruhe auf dem Hof ein, die Abendfütterung wird getätigt, hier und da hört man ein Huhn leise gackern, ein Schaf blöken und ein Pony schnauben, alles strahlt eine friedliche Atmosphäre aus und ein schöner Tag geht zu Ende. Was der nächste Tag wohl bringen mag?

Klettern mit Peppermint Patty

Jetzt sind Lambert und Lamberta aber auch sehr gespannt auf die Lamas vom Kaindlhof, von denen sie schon gehört haben. Also trauen sie sich durch den großen Stall direkt auf die Lamaweide. Dort werden sie schon von den Lamas erwartet. Neugierig kommen alle angerannt und beschnuppern die beiden. Die Schäfchen mögen Lamas, denn sie sind, obwohl sie so groß und auch neugierig sind, sehr vorsichtig und halten gerne erstmal Distanz zu unbekannten Sachen. So haben beide Seiten ausgiebig Zeit, sich anzuschauen, bevor der erste Kontakt stattfindet. Amy ist die Chefin in der Stutenherde und gemeinsam mit ihrer Tochter Holly natürlich auch die Erste, die Lambert und Lamberta in Augenschein nehmen. Als sich die vier ausgiebig beschnuppert haben, widmen sich alle schnell wieder dem frischen Gras.

Im Gehege nebenan leben die fünf Ziegen des Kaindlhofes. Lambert und Lamberta verstehen sich sofort sehr gut mit der kleinen Zwergziege Peppermint Patty, immerhin sind sie fast gleich groß. Auch Leitziege Lotta kommt neugierig näher und schon bald klettern Schafe und Ziegen gemeinsam auf dem Spielplatz der Ziegen umher. Das macht Spaß und Lambert und Lamberta werden richtig übermütig und versuchen die Kapriolen der Ziegen nachzumachen. Ganz so geschickt und kletterfreudig sind sie dann aber doch nicht, also sitzen sie bald gemütlich auf dem Holzwagen und lassen sich die frischen Äste schmecken. Gemeinsam lassen sie so den Tag ausklingen, Lambert und Lamberta müssen ja schon bald wieder los zum nächsten Hof.

Beim Rausgehen entdecken sie noch das Begegnungshofschild an der Stallwand und nach einem gemeinsamen Foto geht die Reise weiter. Nächste Station: Tomtes Hof!

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Pferdepower

Nun sind die beiden kleinen Schafe Lambert und Lamberta endlich auf dem Begegnungshof „Helfende Tiere“ angekommen! Die zwei- und vierbeinigen Team-Mitglieder von „Helfende Tiere“ hatten sich eigentlich schon eine Woche eher auf die beiden gefreut, aber ein Unwetter mit Blitzeinschlag hatte die Reiseplanung von Lambert und Lamberta ein wenig verändert. Man sollte gar nicht glauben, was so ein Unwetter alles anrichten kann! Da hatten vor allem die Zweibeiner alle Hände voll zu tun, wieder alles in Ordnung zu bringen, so dass die beiden Schafe erst mal zu Besuch auf dem Begegnungshof In der Espe gewesen sind. Was sie da so erlebt haben, konntet ihr ja schon lesen.

Aber nun freuen sich alle, dass Lambert und Lamberta in Ohrensen auf dem Therapiehof von Helfende Tiere angekommen sind. Und es war für die beiden auch gar nicht schwer zu finden, denn direkt am Eingang entdeckten Lambert und Lamberta das Begegnungshof-Schild, das sie schon von anderen Höfen kannten. Und direkt davor ein paar Begrüßungsblumen – ach, wie nett! Hier machten es sich die beiden erst mal gemütlich und ruhten sich von der langen Reise aus.

1-helfendetiere

Nach einem kleinen Nickerchen gehen Lambert und Lamberta vorsichtig auf Entdeckungstour. Dieser Hof scheint etwas anders als die bisherigen Höfe zu sein. Hier gibt es keine Schafe, aber sechs Pferde und recht viele Menschen – kleine und große. Was die hier wohl machen? Die beiden Schäfchen schauen sich interessiert um.

2-helfendetiere

Zuerst treffen sie auf ein ganz kleines Pferd: „Hallo, ich bin Charly! Und ihr? Was seid ihr denn für komische Pferde? So eine lockige Mähne habe ich ja noch nie bei einem Pony gesehen.“ Lamberta antwortet: „Wir sind ja auch gar keine Ponys, wir sind Schafe! Und ich bin Lamberta und das dort ist mein Freund Lambert. Wir sind in dieser Woche zu Besuch bei euch. Kannst du uns auf eurem Hof ein wenig herumführen und uns alles zeigen?“

Lambert und Lamberta folgen Charly und lernen auch die anderen Pferde auf dem Hof kennen. Sie schauen dabei zu, wie fleißige Menschen die Pferde striegeln und putzen. Lambert legt sich gleich dazu und genießt es sehr, dass auch sein lockiges Fell etwas gebürstet wird. Da hat sich auf der langen Reise aber auch ganz schön was an Schmutz angesammelt. Natürlich bekommt auch Lamberta eine kleine „Beauty-Kur“. Sie freut sich, dass ihr braunes Fell nun wieder schön glänzt. So fühlen sich die beiden gleich frisch und erholt und setzen ihre Entdeckungsreise fort.

3-helfendetiere

Charly erzählt den beiden Schafen, dass heute Pferdetraining auf dem Programm steht. „Können wir da zuschauen?“ fragt Lambert. „Oh ja, das würde mich auch interessieren! Vielleicht können wir Schafe dabei ja auch noch etwas lernen?!“ erwidert Lamberta. „Ach, meinetwegen!“ wiehert Charly und nimmt die beiden mit zum Training.

Gut, dass sich die drei schon kennen, denn so meistert Charly die Gelassenheitsübung zusammen mit den beiden Schafen mit Bravour.

4-helfendetiere

Am Nachmittag kommen viele kleine und größere Menschen auf den Hof. Charly hat erzählt, dass dieser Begegnungshof ein Therapiehof ist. Die Tiere tragen hier dazu bei, dass es den Menschen wieder besser geht und sie üben gemeinsam mit den Tieren Sachen, die sie sonst nicht so gut können. Das finden Lambert und Lamberta toll! Und offenbar haben die Menschen, die hier zur Therapie kommen, viel Spaß dabei, denn sie lachen viel und auch den Pferden geht es dabei offensichtlich gut. Sie sind neugierig und ganz aufmerksam mit ihren kleinen und großen KlientInnen. Lambert und Lamberta dürfen überall mit dabei sein.

Weil es in dieser Woche sehr heiß ist, bekommen die Pferde manchmal sogar eine kühle Dusche nach den Einheiten mit ihren kleinen Klienten. Das tut richtig gut!

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Und neben der Fellpflege darf auch die Hufpflege nicht zu kurz kommen. Das haben Lambert und Lamberta so auch noch nicht gesehen. Da kommt ein Mensch, der sich nur um die Fußpflege der Pferde kümmert, extra zum Hof und bringt solche Dinger, die sie „Hufeisen“ nennen, unter den Füßen der Pferde an! Sowas brauchen die Schafe nicht, aber interessant war es schon, einmal zuzuschauen.

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Vergnügte Pferde und entspannte Schafe

Lambert und Lamberta sind im Ruhrgebiet angekommen! Trotzdem fühlt es sich auf dem Begegnungshof In der Espe in Hattingen ein bisschen so an, als seien sie in der Schweiz gelandet. Kein Wunder, erklärt ihnen Lennja, die Hundedame, die sie gleich begrüßt: Die Gegend, in der der Begegnungshof liegt, heißt auch Elfringhauser Schweiz.

Nach Lennja lernen Lamberta und Lambert auch Nea kennen. Sie und Lennja sind die Yin- und Yang-Hunde des Hofes. Aber auch die Hühnerschar beguckt neugierig die beiden Besucher.

Sie machen erst einmal einen Rundgang über den Hof und stellen fest: Hier ist immer etwas los! Auf dem Hof in der Espe trifft man außer den Tieren auch große und kleine Menschen, die zu tierischen Begegnungen oder zum tiergestützten Coaching kommen. Außerdem lernen die beiden die tollen Menschen kennen, die sich hier mit um die Tiere kümmern, erfahren, dass Feriengäste aus aller Welt hier Urlaub machen und dass es hier sogar Gesangsunterricht und Musik gibt!

Den Tieren geht es hier ganz schön gut, findet Lamberta. Sie haben schöne große Ställe und Ausläufe, können auf die Weide oder ganz frei herum laufen. Außerdem ist die Versorgung großartig: Lambert und Lamberta werden mit Kirschzweigen, leckeren Kräutern und Gräsern verwöhnt. Die Pferde werden hier nicht geritten und alle Tiere dürfen frei entscheiden, wobei sie gern mitmachen möchten. Auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen wird geachtet, und die Atmosphäre auf dem Hof ist sehr entspannt und wertschätzend.

Die Schafe sind allerdings ziemliche Homies, findet Lambert. Carlotta, Keke, Kaspar, Edda und Kopernikus lieben ihren Stall über alles. Im Moment ist es aber auch ziemlich kribbelig draußen, wegen der ganzen Bremsen und Fliegen. Es gibt auch ein Tier, das im Haus lebt: Pauline, die zarte schwarze Katze, die sich sehr über den Besuch von Lambert und Lamberta gefreut hat.

Gemeinsam mit Lexa entdecken Lambert und Lamberta den Abenteuerpfad, der in den Wald führt, lernen die Pferde Pierre, Pedro, Shadow und Melvin kennen und verbringen Zeit bei ihren neuen SchaffreundInnen. Alle Tiere beriechen Lambert und Lamberta ausgiebig, denn sie bringen viele spannende Gerüche von ihrer bisherigen Reise mit.

 

Mit Humbold auf Entdeckungsreise

Die beiden reiselustigen Schafe sind nach der kurzen Pause wieder gestärkt und jetzt ganz neugierig, was es in Worpswede alles zu entdecken gibt. Lambert erzählt von ihrer Begegnung mit anderen Tieren:

„In den großen Bäumen redeten viele Vögel vom Kinderfüttern oder sangen, dazwischen riefen die Esel – zum Glück kennen wir das schon, man kann sich von dem Geräusch ganz schön erschrecken. Ein recht netter Hund, ich glaube, er hieß Unhold oder Humbold oder Kobold, bot sich an, uns herum zu führen. Lamberta wollte unbedingt schaukeln, mir war es eigentlich unheimlich so nah am Teich. Ich mag Wasser nur zum Trinken. Die Hühner hatten kaum Zeit uns zu begrüßen, sie sind überall unterwegs, anscheinend gibt es im Moment sehr leckere Insekten (nichts für mich)… Die Esel waren auch frei unterwegs und sehr freundlich zu uns, sie kennen sich mit Schafen gut aus. Humbold hat uns dann die Meerschweinchen und Kaninchen gezeigt, die hatten wenigstens Futter, das wir auch mögen!

Dann hat er uns noch mit zu der Glucke geschleppt, damit wir die Küken ansehen. Ich wäre lieber gleich zu den Schafen auf die Weide gegangen, aber ich glaube, Humbold mag die Küken sehr gern, da waren wir ein guter Vorwand, um mal wieder dort vorbeizuschauen. Danach hatte ich auch richtig Hunger auf Gras und freute mich, als wir endlich zur Schafweide gingen. Aber oh! Ich nahm drei Bissen und dann ließ ich es erst einmal. Meine Güte, das Gras schmeckt hier im Moor, so nennen sie diese Gegend hier, gar nicht so gut wie zum Beispiel bei Elisabeth im Alpenvorland. Aber das habe ich den Schafen nicht gesagt, das würde sie ja nur traurig machen. Naja, und wenn man sehr hungrig ist… nach einiger Zeit gewöhnt man sich auch an dieses Gras. Aber die elf Schafe, die sind eine sehr lustige Gruppe und selbst Lamberta und ich, die wir doch schon erwachsen sind, haben am Abend mitgespielt. Die Schafe haben gefragt, ob wir mit zum Berg kommen zum rauf- und runterrennen. Ich dachte an einen richtigen Berg und musste lachen, als ich den kleinen Hügel sah, der hier im Flachland ein Berg ist! Aber das Spiel hat Spaß gemacht. Sie haben hier eine kleine alte dicke Ziege, die eine echte Stimmungskanone ist. Diese Ida steckt alle an, so dass am Ende nicht nur die Lämmer, sondern alle Schaf und Ziegen hinauf und herunter rennen und Sprünge machen. Jolene, das älteste Schaf, hat uns alle vorgestellt und ich muss schon sagen: es gibt ein paar sehr hübsche Mädchen hier, zum Beispiel das kleine Fräulein Drachenzahn oder die schwarze Ricola. Mit Lamberta können sie natürlich trotzdem nicht mithalten! Lamberta allerdings findet leider auch Cedric und Campino sehr nett und cool. Die beiden sind sehr stolz auf ihre Mutter Carla Columna, von der es heißt, sie sei einmal ganz allein in Bremen spazieren gegangen. Alle Schafe kennen sich beinahe so gut wie wir aus mit der Welt, weil sie oft mit ihrem Hänger ausfahren. Davon erzählen sie gern und geben auch ein wenig an. Aber ansonsten gefällt es uns beiden sehr gut in ihrer Herde.“

Lamberta ergänzt: „Wir haben dann auch bei den Schafen übernachtet und haben uns wirklich wohl gefühlt, mal wieder in einer richtigen Schafherde zu sein. Am nächsten Tag gab es dann ‚Arbeit‘, wie die Schafe sagen: Beinahe eine ganze Herde Frauen kam auf die Weide und dann haben sie sich auf etwas Buntes gelegt, einige hatten die Augen zu. Das war ein bisschen doof, denn im Liegen können Menschen nicht so gut Schafe kraulen. Aber ganz gemütlich war es doch. Ganz prima war es aber, als noch einen Tag später Kinder zu uns kamen – die konnten uns sehr gut kratzen und kuscheln!“