Ein Ende und ein Anfang

Nach ein paar entspannten Tagen in Lamahausen überlegen Lamberta und Lambert, wie es weiter gehen soll. „Wir sind auf allen Begegnungshöfen gewesen“, stellt Lambert fest. „Was machen wir denn jetzt?“

Lamberta denkt nach. „Das Reisen hat mir ganz schön viel Spaß gemacht. Es war toll, all die unterschiedlichen Tiere und Menschen kennenzulernen! Eigentlich ist es schade, dass es bisher nur so wenige Mensch-Tier-Begegnungshöfe gibt.“

„Das stimmt“, pflichtet Lambert ihr bei. „Aber da kommt mir eine Idee: Was hältst du davon, wenn wir weiter reisen und die Augen offen halten – vielleicht gibt es ja doch noch mehr Höfe da draußen, auf denen sich Menschen und Tiere auf Augenhöhe begegnen können?“

Lamberta findet diese Idee gut: „Und wenn wir so einen Hof finden, können wir dort ein bisschen bleiben, die Seele baumeln lassen, neue Leute treffen und unseren alten Buddies davon erzählen – vielleicht wächst das Netzwerk Begegnungshöfe ja noch.“

Gesagt, getan: Nachdem sich die beiden Schäfchen von all den Tieren und Menschen in Lamahausen verabschiedet haben, machen sich Lamberta und Lambert wieder auf eine Reise – dieses Mal ohne festes Ziel, aber mit der Überzeugung, bestimmt schöne Orte für Mensch und Tier zu finden. Wer weiß, vielleicht kommen sie ja auch bei dir vorbei?

Jubiläumsfest

Endlich ist Samstag und das Fest gekommen, auf das sich Lamberta und Lambert schon gefreut haben. In Lamahausen ist schönes sommerliches Feierwetter und nach den Vorbereitungen mit vielen fleißigen Helfern sind das Begegnungshof-Team und die Tiere fertig für die Gäste. Auch Lambert und Lamberta begrüßen alte und neue Bekannte – es haben sich ein paar Gesichter eingefunden, die sie von ihrer Reise kennen.

Nach einem besinnlichen Einstimmung und einem Rückblick auf den Grund für das Fest – den Verein Lamas helfen Menschen e.V., der wie das Netzwerk Begegnungshöfe seit zehn Jahren besteht – gibt es leckeren Kuchen für alle. Außerdem machen Trancas Trabanten Musik auf dem Hof; auch die beiden Schäfchen dürfen einmal mitspielen.

Dann läuft Lambert bei einer der Schnupperwanderungen mit den Lamas und Alpakas mit. Lamberta bleibt lieber auf dem Hof, um die restlichen Tiere zu besuchen und Zeit mit ihrer Herde zu verbringen. Auch hier sind noch viele Menschen, die sich über den Begegnungshof informieren, leckere vegetarische Snacks naschen oder einfach nur die Tiere beobachten. Erst am Abend löst sich die Gesellschaft langsam auf, und Lambert und Lamberta freuen sich darauf, morgen gemütlich auszuschlafen.

Schafe im Zeltlager

Als Lamberta und Lambert nach einer weiten Wanderung in der sommerlichen Hitze wieder in Lamahausen ankommen, wundern sie sich: Im Hof und auf der Wiese stehen lauter Zelte. „Hallo Gina, was ist denn hier los?“, fragt Lamberta die kleine wuschelige Hundedame, die über den Hof spaziert. „Ach, es ist wieder Zeltlager-Wochenende. Ganz schön viel Action, dieses Jahr sind 21 Kinder hier.“ Lambert schaut sich irritiert um. „Aber wo sind sie denn? Die Zelte sehe ich, aber keine Kinder weit und breit. Und auch die Lamas und Esel und Ziegen sind gar nicht auf ihrer Weide wie sonst.“

Gina zeigt in Richtung Wald und erklärt: „Es ist sooo warm hier, deswegen gibt es dieses Jahr ganz viel Programm im Abenteuerwald. Da ist es schattig, das gefällt den Kindern. Und vielen Tieren auch! Deswegen sind sie auch dabei.“ Lamberta und Lambert beschließen, gleich einmal nachzusehen, was wohl im Wald passiert. Sie laufen noch den Feldweg hinauf, als sie schon lautes Rufen, Lachen und ein weiteres Geräusch hören, das sie nicht ganz einordnen können. Etwas fällt, oder platscht – was kann das nur sein? Im Wald angekommen, finden sie es heraus: Da steht noch eine Schale voll mit Wasserbomben, mit denen sich die Kinder bereits bewerfen. Bevor Lamberta auch getroffen wird, geht sie aber lieber ein Stück weiter, wo die Ziegen genüsslich an den Brombeersträuchern knabbern. Merlin und Fidelma sind auch dabei – die beiden Jungtiere sind ganz schön groß geworden!

Als alle Wasserbomben geworfen sind, begleiten die zwei kleinen Schafe die Kinder wieder zurück auf den Hof. Nach dem Essen gibt es lauter spannende Workshops, die sich auch Lambert und Lamberta interessiert ansehen: Eine Gruppe macht riesengroße Seifenblasen, andere Kinder malen eine wunderschöne Zeltlagerflagge, einige knüpfen Freundschaftsarmbänder und wieder andere filzen oder spinnen mit Alpakawolle. Und natürlich verbringen die Kinder Zeit mit den Tieren auf dem Hof, auch wenn sich das Schwein Frederik bei diesem Wetter lieber entspannt in seinem Schlammbad suhlt…

Lambert und Lamberta finden es besonders spannend, die Tiere kennenzulernen, die noch nicht da waren, als sie ihre Reise im April angetreten haben. Ein Hund ist gerade zu Besuch hier – August gehört einer Teamerin, die sich zur Zeit zur Fachkraft für tiergestützte Pädagogik ausbilden lässt. Gerade, als Lambert sich ihm vorstellt, hört er es leise maunzen: Das ist Linus, ein kleiner Kater, der mit seiner neugierigen Schwester Lucie seit kurzem in Lamahausen lebt. Und dann gibt es ja auch noch Mia – die Berner Sennenhündin ist zwar schon ziemlich groß, aber immer noch ein verspielter Welpe.

Huhn im Haus

Nachdem sie über den Paddock gegangen sind, kommen sie zu einem Tiergehege, in dem eine Herde Ziegen lebt. Der Ziegenbock Harry steht am Zaun und meckert. „Immer diese Schafe, seid ihr schon wieder ausgebüchst? Husch husch, zu eurer Herde! Ungehörig, einfach so hier an meinem Gehege rumzulaufen.“

Harri

Schnell gehen Lamberta und Lambert weiter, bis sie auf eine sehr alte Ziege treffen, die  außerhalb des Geheges steht. Sie frisst eine wohlriechende… „Pampe?“, fragen sich die zwei Schafe verdutzt, als sie in die Schüssel schauen. „Moin“, sagt die Ziege, „ich bin Rosita.“ „Guten Tag“, erwidert Lamberta, „sag mal, was frisst du denn da?“ „Das sind Heucobs. Ich habe nämlich fast gar keine Zähne mehr, aber die Menschen sind so freundlich und bringen mir immer eine Extramahlzeit. Dafür habe ich ihnen, als mir mal ein Zahn ausgefallen ist, diesen geschenkt. Die Menschen machen immer Führungen über unser Gelände und die Kinder sind ganz begeistert von meinem Zahn“, sagt sie stolz.

Lambert und Lamberta gehen weiter. „Ob es hier auch Schafe gibt?“, fragt sich Lamberta. „BESUCHER!!!“, ruft es plötzlich aus einem Gebüsch und Lambert und Lamberta sind von mindestens zehn Hühnern umzingelt. „Haben sie Kekse???“, ruft eine Henne. „Oder Brötchen??“, eine Andere. „Nein, diese beiden haben nichts dabei“, grölt eine weitere Henne und genau so schnell wie sie da waren, gehen die Hühner auch wieder ihrer Wege. Die meisten legen sich wieder in ein Gebüsch, andere machen ein Sandbad in einem der Sandlöcher und bleiben danach mit ausgebreiteten Flügeln liegen.

Hühner

„Entschuldigung“, sagt Lamberta verlegen zu einem vorbeigehenden Huhn. „Leben auf diesem Hof auch Schafe?“ „Schafe? Natürlich! Kommt mit, ich bringe euch hin. Ihr müsst wissen, wir Hühner kennen jedes Tier hier auf dem Hof, denn wir laufen über das ganze Farmgelände und dürfen überall hin.“ „Überall? Auch in die Häuser?“, fragt Lambert. „Ja natürlich“, sagt die kleine weiße Henne. „Meine Freundinnen trauen sich zwar nicht. Aber ich, ich mache fast täglich einen Kontrollgang durch das Kindercafe. Manchmal liegen dort nämlich Tüten mit Brot, die uns liebe Besucher bringen.“ „Und die Menschen erlauben das?“ „Ach, die Menschen“, schmunzelt die kleine Henne, „die finden meist nur einen Klecks von mir. Weil sie immer so schrecklich viel zu tun haben, merken sie gar nicht, wenn ich die Futterspenden kontrolliere.“

Melita

„Da sind sie!“, ruft Lamberta freudig und läuft los. Auf einer hügeligen Weide hat sie sieben Schafe entdeckt. „Das sind Leo und Leonie, Daniel, Polly, Vita, Betty und Tiffi“, stellt die Henne die Schafe vor. „Und ich heiße übrigens Melita.“ Lambert und Lamberta bedanken sich herzlich und wenden sich der Herde zu. Neugierig werden sie betrachtet und ausgefragt. Denn es kommt schließlich nicht ständig ein Schaf auf Wanderschaft vorbei. So erzählen die Reisenden ihren Artgenossen von den verschiedenen Höfen und was sie dort schon alles erlebt haben.

Und auch die Schafe der Stadtteilfarm erzählen von ihrer Arbeit mit den Kindern, die sie oft besuchen, von wunderbaren Bürstenmassagen und Ausflügen zur Apfelwiese. Sie sind glücklich mit dem Leben, das sie hier führen.

Als Lamberta so inmitten der Schafherde steht, bekommt sie doch ein bisschen Heimweh nach ihrer Herde in Lamahausen. Sie und Lambert waren ja auch eine ganze Weile unterwegs – als sie sich kennengelernt haben, hat es noch geschneit und jetzt ist der Sommer schon auf seinem Höhepunkt angelangt. Also schlägt Lamberta ihrem Freund vor: „Wir waren ja jetzt auf allen Begegnungshöfen, die es bisher gibt im Bündnis Mensch & Tier. Was hältst du davon, wenn wir jetzt so langsam wieder aufbrechen und zurück zu meiner Herde wandern? Ich bin ganz neugierig, was dort alles passiert ist, seit wir in die weite Welt gezogen sind, und ich vermisse meine Freunde dort auch ein bisschen. Außerdem habe ich gehört, dass es in Lamahausen bald ein großes Fest gibt, wollen wir dort nicht auch mitfeiern?“ Lambert ist einverstanden und so machen sich die beiden kleinen Schafe aus dem Norden wieder auf den Weg in die Rhön – nicht, ohne sich von allen Menschen und Tieren auf der Stadtteilfarm herzlich zu verabschieden.

Die Senioren auf der Farm

Auf ihrer Entdeckungstour über die Stadtteilfarm kommen Lamberta und Lambert zu einem Gehege mit wunderbarem Schatten. Wer hier wohl wohnt?

„Grunz, grunz!“ Ein großer Körper regt sich schwerfällig aus dem Schatten und fragt verdutzt: „Wer seid denn ihr?“ „Wir sind Lambert und Lamberta, wir sind Reisende und besuchen die Begegnungshöfe.“ „Ach ja, diese Sache mit den Begegnungshöfen. Ich weiß noch, wie das vor zehn Jahren alles angefangen hat! Endlich stellt sich jemand mal persönlich vor. Du musst wissen, mein Bruder Ratz und ich, wir leben schon hier, seit wir kleine Ferkel waren.“

Aus dem hinteren Teil des Geheges hört man eine tiefe Stimme brummen: „Naja, das ist aber auch schon ein bisschen her, meinst du nicht, Rübe? Wir sind nämlich schon elf Jahre alt.“ „Waaas? Ach, deswegen seid ihr schon so grau. Ihr seid ja richtige Senioren!“

Auch Lambert staunt: Elf Jahre? Das ist für Schweine und Schafe schon ein beträchtliches Alter. „Und“, fragt Lamberta, „wie geht es euch denn hier? Eure Weide am Eingang des Hofs ist ja ganz verdorrt. Kümmern sich die Menschen denn überhaupt gut um euch?“

„Uns geht es gut“, grunzt Rübe, „wir haben unsere Suhle. Durch die bleibt unsere kleine Wiese immer grün und saftig. Das mögen wir sehr. Und auch die Gänse schlüpfen jeden Tag durch unseren Zaun und quatschen mit uns.“

Lambert und Lamberta schauen sich weiter um. Neben den Schweinen wohnen drei Alpakas. Neugierig kommen sie an den Zaun. Chico, der Mutigste der Alpakas, begrüßt Lambert mit einem Nasenkuss, eine freundschaftliche Geste bei diesen Tieren. „Wie macht ihr das hier bei dieser Hitze?“, fragt Lamberta die drei. „Es ist schlimm dieses Jahr“, sagt Flynn, der Kleinste, aber Älteste der Alpakas, „es will einfach nicht regnen. Aber die Menschen geben uns gutes Heu und gehen mit uns zu den schattigen Plätzen auf der Farm, wo es noch ganz viel leckeres, saftiges Gras gibt.“

Zwei Esel stecken ihre Köpfe durch den Zaun. „Wer seid denn ihr?“, wollen die beiden Schafe wissen. „Wir sind Hildchen und Camillo, die Esel von der Stadtteilfarm.“ Die Esel zeigen den beiden Schafen ihren Stall und ihr Außengelände. „Wir können jederzeit rein und raus. So einen Luxus hat nicht jeder Vierbeiner!“

Esel

Die beiden Esel stellen Lambert und Lamberta auch noch die Ponys der Farm vor. „Troy ist erst seit einem Jahr hier. Aber er macht sich ganz gut,“ sagt Camillo. „Ich bin sozusagen sein Ausbilder und er ist mein Auszubildender.“ „Nanana“, brummelt eine Stimme aus dem Hintergrund, „Camillo, sollst du immer so flunkern?“

Erst jetzt bemerken die kleinen Schafe das Pony in einem kleinen Unterstand. „Warum sieht er uns nicht an?“, flüstert Lamberta Hildchen, der Eseldame, zu. „Er ist blind, aber er ist schon seit Anfang an hier.“. „Seit dem Anfang?!“, wiederholt Lamberta laut. „Genau“, brummelt das Pony, „1991 bin ich hier eingezogen. Das sind jetzt schon 27 Jahre, ich kenne mich hier aus.“

„Wow, so lange lebst du schon hier? Dann kennst du ja alle Menschen und Tiere!“ „Das kann man wohl sagen und hier auf der Farm, da arbeiten die unterschiedlichsten Menschen. Manche sind schon alte Freunde und wir kennen uns schon Jahre, wieder andere kommen und gehen. Das sind Freiwillige, Praktikanten und auch Menschen, die es in der Arbeitswelt zuvor nicht so einfach hatten.“ „Ach“, fragt Lambert, „sind denn hier nur Erwachsene?“ „Nein, nein“, antworten die Esel im Chor. „Hier gibt es viele, viele Kinder! Von ganz klein bis gaanz groß! Die machen oft Spaziergänge mit uns oder geben uns eine fantastische Bürstenmassage. Aber die Erwachsenen sind immer dabei und passen auf uns auf.“

Ein Pferd am See

 

Eine Farm in der Stadt

Lambert und Lamberta sind ein bisschen verwirrt, sie finden diese „Stadtteilfarm“ einfach nicht. „Lambert, hier kann doch kein Begegnungshof sein. Wir sind doch mitten in der Stadt. Große Häuser und Straßen und sooo viele Menschen!“

Sie finden einen netten Mann, der ihnen weiterhilft. „Doch, doch. Die Stadtteilfarm? Die ist hier gleich um die Ecke! Gegenüber vom See“, sagt er. „Wo soll denn hier bitte ein See sein, Lambert?“, fragt Lamberta. Sie laufen die Straße entlang und langsam aber sicher wird es immer grüner. Und siehe da: Sie haben doch tatsächlich einen See gefunden!

Der See

Und gegenüber ein großes Tor: „Staadtteilfaaarmm“, liest Lambert.

Schild Begegnungshof

„Endlich sind wir richtig. Aber Lamberta, schau doch mal. Wie sieht es denn hier aus? Das Gras ist ja total vertrocknet. Die armen Farmtiere, hoffentlich geht es ihnen auch gut bei dieser Hitze!“

weide am Eingang

Blumen aus dem Wintermantel

Ein weiterer Morgen auf dem Häuslemaierhof beginnt mit strahlend blauem Himmel – es sieht einmal mehr nach einem heißen Sommertag aus. Das ist nicht nur schön: Lambert und Lamberta haben bemerkt, dass die Wiesen sehr trocken sind, es hat schon einige Wochen nicht mehr geregnet. Die Bäume hängen voll mit Äpfeln, Zwetschgen und Mirabellen und dürsten nach Wasser, um zur vollen Reife zu kommen. Auch den Ponys macht die Hitze zu schaffen: Sie stehen versammelt unter einem Apfelbaum, der ihnen Schatten spendet, und wedeln sich gegenseitig mit dem Schweif die Fliegen und Bremsen weg.

Am Nachmittag kommt, wie alle zwei Wochen, die Mädchengruppe zu Besuch. Lambert und Lamberta sind neugierig: Was machen die Mädchen denn, wenn sie auf dem Hof sind? Die Kinder erzählen ihnen von ihren Unternehmungen: Sie dürfen mithelfen, die Tiere zu versorgen und zu pflegen, manchmal machen sie auch Spaziergänge mit Ziegen und Ponys oder beobachten Libellen und Kröten am Teich. Weil es heute aber zu heiß ist, um in der Sonne zu sein, schlägt Emily ihnen vor, im Schatten mit der Wolle weiter zu arbeiten, die sie beim letzten Besuch gewaschen haben. Darauf haben die Mädchen große Lust, am liebsten mögen sie etwas daraus filzen. Also holen sie die Wolle hervor, und prompt kommt Hammel Lambert herbei getrottet, als wolle er schauen, was da mit seinem „Wintermantel“ geschieht.

Zuerst bürsten sie die Wolle mit der Kardiermaschine, dann stellen sie Wasser und Seife bereit, und los geht’s: Jetzt werden Kugeln gerollt und geknetet, bis letztendlich eine kleine Blüte daraus entsteht, so dass jedes Mädchen ihr eigenes kleines Kunstwerk mit nach Hause nehmen kann.

Da heute das letzte Gruppentreffen vor den Sommerferien ist, darf sich jedes Mädchen selbst aussuchen, was es auf dem Hof noch tun will. Die einen möchten zu den Kaninchen ins Gehege und pflücken dafür noch Grünzeug zum Füttern. Andere mögen beim Füttern der Schweine und Esel mitmachen, ein Mädchen will gerne im Nest der Hühner nach Eiern schauen und zwei Mädchen helfen mit, die Ziegen in den Stall zu bringen. Schnell vergeht der Nachmittag, es ist 18 Uhr und die Eltern stehen schon im Hof zum Abholen. Auch die Eltern haben ihre Freude an den Tieren: Ein Vater sitzt in der Hocke und krault den Kater, eine Mutter bewundert Hammel Lambert, der mitten unter den Kindern steht und sich unendlich bekuscheln lässt, ein anderer Elternteil stellt Fragen über Lambert und Lamberta, da die Tochter bereits von ihnen erzählt hat. Auch an diesem Abend gehen Kinder wieder erfüllt vom Hof.

Nun genießen Lambert und Lamberta ihren letzten wunderschönen Sonnenuntergang hier oben auf dem Berg, bevor sie sich zu den Schafen schlafen legen. Morgen wollen sie ausgeruht sein: Ihre Reise geht weiter und führt sie zum nächsten Hof nach Bremen. Emily und Martin verabschieden sich schon einmal von den beiden und wünschen ihnen eine gute Reise und weiterhin viele interessante Erlebnisse mit Mensch und Tier.

Lambert trifft Lambert

Heute sind Lambert und Lamberta durch lautes Blöken geweckt worden. Auf der Suche nach dem Ursprung des Geräuschs haben sie noch einen Lambert kennengelernt: Der Hammel ist schon vierzehn Jahre alt und hat nur noch einen Zahn. Dafür kann er noch ausgezeichnet hören, und sobald am Wohnhaus der Menschen eine Tür aufgeht, läuft er dorthin und blökt. Er bekommt auch gleich von Bauer Martin eine Schüssel mit Brei gereicht, die er ruckzuck leer schlabbert. Dann trottet er gesättigt wieder zu den anderen Schafen zurück. Nun werden die Esel und Ziegen aus dem Stall auf die Weiden geführt, die Schweine, Meerschweinchen, Kaninchen und Hühner bekommen ihr Futter, und Lambert und Lamberta schauen mit Bauer Martin zusammen nach den Ponys und Rindern. Dann endlich gibt es auch Frühstück für die Menschen selber.

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Am Vormittag steht kein Programm auf dem Hof an. Die Tiere grasen und dösen entspannt, und Lambert und Lamberta freuen sich über das ruhige Zusammensein.

Nachmittags ist allerdings wieder Action angesagt: Es fahren gleich mehrere Autos auf den Parkplatz und eine Menge Kinder springen aufgeregt heraus – heute ist ein Kindergeburtstag mit Tieren auf dem Häuslemaierhof. Zu Beginn werden die Regeln erklärt. Zum Beispiel sollen die Tiere nicht im Gesicht angefasst werden, weil sie das nicht mögen. Lamberta findet gut, dass die Kinder das lernen, auch, dass ein Tier sich zurückziehen darf, wenn es keine Lust auf eine Begegnung hat.

Dann geht die Kinderschar mit Emily los und besucht jede Tiergruppe, hört etwas über die jeweilige Art und die einzelnen Persönlichkeiten. Die Kinder dürfen die Tiere befühlen, den Kleintieren etwas Löwenzahn pflücken und selber füttern. Am Ende des Geburtstagsnachmittages grillen alle miteinander Stockbrot am Feuer, bevor die Kinder wieder in die Autos steigen und erfüllt und zufrieden nach Hause fahren.

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Schlammbaden mit den Minischweinen

Der nächste Tag beginnt mit strahlend blauem Himmel. Gerade als es hell wird, sehen Lambert und Lamberta oben auf der Weide beim Wald zwei braune Vierbeiner rennen. Was sind das wohl für Tiere? Sie scheinen nicht hier zu wohnen. Doch die Schafe der Herde hier kennen sie: „Das sind Füchse, sie tollen oft früh morgens hier herum! Sie fühlen sich auf dem Hof hier vielleicht genauso wohl wie wir.“ Auch ein Reh grast friedlich am anderen Ende der Weide. Das ist neu für Lambert, der noch nie erlebt hat, dass Wald- und Hoftiere sich eine Wiese teilen.

Später am Morgen spazieren zwei Mädchen über den Häuslemaierhof. Sie machen hier Urlaub mit ihren Eltern und haben immer wieder Freude daran, die Minischweine Elvis, Rose und Fine zu beobachten. Heute schüttet der Bauer den Schweinen Wasser in eine Kuhle und die drei legen sich sofort hinein. Sie drehen und wenden sich, bis sie aussehen wie Wildschweine. Dann legen sie sich genüsslich in die Sonne und dösen. Bauer Martin erklärt, dass die Schweine das Schlammbad zur Kühlung und als Schutz vor Insekten und der Sonne brauchen. Das finden die Mädchen lustig: „Vielleicht sollten wir uns auch in den Matsch legen, dann brauchen wir keine Sonnencreme!“

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Am Nachmittag kommen elf Kinder eines Jahreskurses auf den Hof. Lambert und Lamberta lauschen mit den Kindern der Geschichte von den „Zwibbelchen“, die Ähnlichkeiten mit Zwergen haben und in Wald und Flur den Pflanzen und Tieren zur Seite stehen. Im Anschluss bauen die Kinder am Waldrand kleine Hütten für die Zwibbelchen. Dabei tun sie gleich noch etwas Gutes für die Menschen und Tiere hier, haben sie doch auf dem Waldboden Glasscherben und eine Zigarettenkippe gefunden und aufgesammelt, damit sich niemand daran verletzen kann.

Beim munteren Hüttenbauen schaut mal das Pony Max, mal der Kater Schnurr vorbei. Hündin Ayla hat immer wieder Lambert und Lamberta im Blick, sie riechen so anders als der Hammel Lambert vom Hof! Bei der Wald- und Wiesenaktion entdecken die Kinder hier einen schönen Schmetterling, dort eine Ameisenstraße, ein leeres Schneckenhaus, es gibt dauernd etwas Neues anzuschauen. Lambert und Lamberta sehen sich gemeinsam mit den Kindern im Wald um und sind begeistert von der Vielfalt der schönen kleinen Dinge dort.

Gutes für Tiere und Menschen

Am nächsten Morgen werden Lambert und Lamberta mit den ersten Sonnenstrahlen wach und sind erstaunt über die Stille, die nur durch frühen Vogelgesang und erstes Gackern der Hühner durchbrochen wird. Doch kaum drei Stunden später kommt Leben auf den Hof: Eine Grundschulklasse rückt an, um mit Martin, dem Bauer des Häuslemeierhofes, die Tiere näher kennen zu lernen und ihnen etwas Gutes zu tun – zum Beispiel mittels Fellpflege und Stall ausmisten. Nebenbei sammeln die Schüler Kräuter: Zitronenmelisse, Sauerampfer und noch viele andere. Daraus bereiten sie eine Kräuterlimonade zu, und das inmitten von freilaufenden Schafen, Ziegen und Ponys. Die kommen auch gerne mal näher, um zu schauen, was die Zweibeiner da so machen.

Über Mittag freuen sich Lambert und Lamberta, dass es nun wieder ruhiger ist, da die Schulklasse den Hof wieder verlassen hat. Schließlich ist es auch noch 30° C warm und Ausruhen im Schatten tut jetzt gut.

Am Nachmittag kommt noch ein Junge zu Besuch. Da er oft sehr unruhig ist, sich kaum konzentrieren kann und es ihm schwerfällt, Regeln einzuhalten, darf er alleine hier sein und wird von Emily zu den Tieren begleitet. Emily ist nicht nur Fachkraft für tiergestützte Interventionen und Bauernhofpädagogin, sondern auch die Frau von Martin. Heute begleiten Lambert und Lamberta Emily und ihren Besuch. Sie treffen heute die Kaninchen und Meerschweinchen. Erst ist der Junge sehr aufgeregt und will alles Mögliche über die Kaninchen wissen. Emily beantwortet seine vielen Fragen und bespricht ein paar Regeln mit ihm, dann darf er zu den Kaninchen ins Gehege steigen und sich dort hinsetzen. Anfangs ist er noch etwas nervös, aber schnell wird er ruhiger und hält den Kaninchen eine Riesenkarotte hin. Lambert und Lamberta bekommen bei diesem Anblick auch gleich Appetit – aber jetzt sind sie doch viel zu neugierig darauf, was wohl geschieht. Nach wenigen Minuten sitzen sieben Kaninchen um den Jungen herum und knabbern abwechselnd an der Möhre, während der Junge immer stiller wird und ganz interessiert die Nagetiere beobachtet. Ähnliches geschieht kurze Zeit später auf wundersame Weise auch bei den Meerschweinchen, erst etwas Aufregung, dann bald stille Einkehr. Lambert und Lamberta sind beeindruckt, welche Wirkung die kleinen Tiere auf den zuvor so aktiven Jungen haben.

Nach diesem Besuch kehrt dann wieder eine wohltuende Ruhe auf dem Hof ein, die Abendfütterung wird getätigt, hier und da hört man ein Huhn leise gackern, ein Schaf blöken und ein Pony schnauben, alles strahlt eine friedliche Atmosphäre aus und ein schöner Tag geht zu Ende. Was der nächste Tag wohl bringen mag?